Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Markranstädt Hoffen für die Beyer-Orgel
Region Markranstädt Hoffen für die Beyer-Orgel
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
15:36 19.05.2015

Es soll Geld für eine Sanierung beisteuern.

Nein, gespielt werden könne die Orgel zu Gottesdiensten derzeit nicht mehr, erzählt Pfarrer Michael Zemmrich. Dazu sei sie zu verstimmt, die Mechaniken und alles seien kaum noch zu bedienen. Gleichwohl sei das Instrument, erbaut 1820 von Christian Karl Beyer aus "Großzschocha" wie es damals hieß, sehr wertvoll. Zu diesem Schluss sei Anfang des Jahres erst wieder Dr. Horst Hodick, der Orgelsachverständige des Landesamtes für Denkmalpflege, gekommen.

Weil für den Umbau der Orgel nie Geld da war, sei sie quasi noch im Originalzustand erhalten. Und davon gebe es nicht mehr viele in Sachsen, weiß auch Kantor Frank Lehmann, der ebenfalls auf eine Sanierung drängt.

Geld war in der Kirchgemeinde nach dem Orgelbau knapp. Denn das Beyer-Instrument war als Ersatz angeschafft worden für die Orgel des ungleich berühmteren Johann Christian Immanuel Schweinefleisch. Diese wurde 1813, unmittelbar nach der Völkerschlacht in Leipzig, samt dem restlichen Inventar von den Franzosen aus dem Kircheninneren gerissen und auf dem Kirchberg als Wegweiser für die auf dem Rückzug befindlichen Truppen Napoleons abgefackelt. Der damalige Pfarrer Zedel notierte dies und mehr fein säuberlich in seinen Unterlagen, die erst vor Kurzem wiederentdeckt wurden.

Das Landratsamt habe Anfang des Jahres einen ersten Fördermittelantrag abgelehnt, so Zemmrich. Aber damals sei die Bedeutung der Orgel auch im Zusammenhang mit der Völkerschlacht noch nicht in dem Maße bekannt gewesen.

Geschätzte 111 000 Euro soll die Sanierung kosten, etwa die Hälfte wurde als Fördermittel beantragt. Eigenmittel in Höhe von 5000 Euro hat der Kreis über den Kulturraum avisiert, weitere 11 000 Euro will die Stadt dazutun und die Kirchgemeinde mit 39 000 Euro den Großteil davon selbst übernehmen. Eine Antwort aus Dresden liegt noch nicht vor.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 11.10.2013

Jörg ter Vehn

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Nächste Woche werden 19 Schüler aus Markranstädt und Umgebung zu ihrer wohl bislang größten Reise aufbrechen. Es geht nach Ecuador, ins gut 10 000 Kilometer entfernte Guayaquil.

10.10.2013

Der Ortsteil Frankenheim-Lindennaundorf wird grüner. Seit Sonnabend stehen in der Priesteblicher Straße fünf weitere Linden, die vom Heimatverein und Kindern des Ortes gepflanzt worden.

19.05.2015

[gallery:700-NR_LVZ_GALLERY_27713]Markranstädt. Am Westufer des Kulkwitzer Sees in Markranstädt sollen zwei Schandflecke verschwinden und außerdem ein behindertengerechter Badesteg errichtet werden.

19.05.2015
Anzeige