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Markranstädt Hohenthalsche Gruft gerettet
Region Markranstädt Hohenthalsche Gruft gerettet
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17:34 20.03.2011
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Markranstädt

Doch mit Hilfe des Amtes für Ländliche Entwicklung öffneten sich Fördermitteltöpfe. Für rund 126 000 Euro konnte nun die komplette Außenhülle des Bauwerkes restauriert werden.

„Das Schieferdach war in einem sehr desolaten Zustand, und auch das Mauerwerk war äußerst marode“, berichtet Projektleiter Reinhard Moczko von der Firma Hyder Consulting. Nun sind die wichtigsten Restaurierungsschritte geschafft, am Freitag fand aus diesem Anlass eine Kupferhülse mit der aktuellen Leipziger Volkszeitung, einigen Münzen sowie Dokumenten zur Baugeschichte einen neuen Platz unterm Dach.

Die Hohenthalsche Gruftkapelle wurde um 1870 im neogotischen Stil erbaut. Insgesamt 16 Mitglieder der einstigen Eigentümerfamilie des Altranstädter Rittergutes fanden dort ihre letzte Ruhestätte. Unter ihnen sind auch durchaus prominente Leute: So der 1813 als Leipziger Stadtkommandant bekannte Generalleutnant Friedrich August von Pohlenz, der frühere königlich-sächsische Minister Karl Adolf Graf von Hohenthal und Martha Gräfin von Hohenthal, die Gründerin der nach ihr benannten Kinderheilstätte in Bad Dürrenberg. Im Zuge der Bodenreform wurden die Rittergutsbesitzer enteignet. „Die hiesige Gemeindeverwaltung wollte damals aus der Kapelle eine Scheune machen“, erklärt Thomas Grose, Vorsitzender des Gemeindekirchenrates. Die Kirche habe das als pietätlos empfunden und erhielt das Gebäude schließlich übertragen. Doch Geld für die Erhaltung fehlte. Mitte der Achtzigerjahre stellte Gräfin Ehrengarde von Hohenthal schließlich Geld für eine erste Restaurierung bereit. Ein trauriges Kapitel ist der Besuch von Grabschändern. „Zu DDR-Zeiten galt es unter Jugendlichen als Mutprobe, in die Gruft hinabzuklettern“, erzählt der Altranstädter Ortsvorsteher Gerhard Schmit. Die Schäden seien enorm. In den kommenden Wochen soll die Gruft aufgeräumt werden.

Noch auf der Wunschliste der Kirchgemeinde steht die Wiederherstellung der zehn alten Bleiglasfenster. Dafür werden jetzt Spenden gesammelt. Einzahlungen sind auf das Konto 1550105027, Bankleitzahl 35060190, Kirchgemeinde Altranstädt möglich.

Bert Endruszeit

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