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Markranstädt Im Vorjahr 95 Verstöße gegen Regeln am Kulkwitzer See festgestellt
Region Markranstädt Im Vorjahr 95 Verstöße gegen Regeln am Kulkwitzer See festgestellt
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07:00 12.04.2017
Regeln für alle: Mit mehreren Stelen wie dieser weist die Stadt Markranstädt auf die am Kulkwitzer See geltende Benutzungssatzung hin. Quelle: Jörg ter Vehn
Markranstädt

Ein positives erstes Fazit zieht das Rathaus bei der Umsetzung der neuen Benutzungssatzung am Kulkwitzer See. Diese gilt seit vorigem Sommer. Seitdem seien 95 Verstöße festgestellt und meist auch geahndet worden, erläuterte die zuständige Fachbereichsleiterin Ursula Wagner jetzt den Räten.

In Auftrag gegeben worden war die Satzung für das touristisch gut erschlossene Westufer des Sees im vorigen Jahr vom Stadtrat, nachdem immer mehr Beschwerden wegen Lärm, Dreck, Lagerfeuern und Gefährdungen durch Tiere im Rathaus aufliefen. Ohne die Satzung gebe es jedoch keine Grundlage, derlei störende Ereignisse auch als Ordnungswidrigkeiten ahnden zu können, hieß es damals.

Die von den Stadträten dann erlassene Satzung für den See regelt seitdem in sieben Paragrafen und auf vier Seiten, was Seebesucher dürfen – und was nicht. Vieles davon sollte selbstverständlich sein, ist es aber trotzdem nicht. So darf niemand am See seinen Dreck liegen lassen, andere durch Lärm belästigen, Mobiliar zerstören oder stehlen.

„Verunreinigungen“ bilden mit 30 Feststellungen im Vorjahr dennoch den weitaus größten Teil der Meldungen am See. 24 Verursacher davon konnten das Ordnungsamt oder die beauftragte Security-Firma ermitteln, das Vergehen somit ahnden. Bei Diebstahl/Beschädigungen gab es vier Meldungen, nur eine Ahndung.

Unerlaubter Lärm wurde von Wagner 18 Mal in der Statistik aufgeführt, genausoviele Maßnahmen dagegen wurden festgehalten. Allein die Security-Firma habe nächtens fünf illegale Parts am See aufgelöst, berichtete Wagner.

Die zahlenmäßig meisten Verstöße registrierte das Ordnungsamt bei den Hunden. So wurden 15 Verstöße gegen die von Mai bis September geltende Leinenpflicht festgestellt und geahndet, 20 Mal Hunde im Badebereich mitgeführt – was die Satzung ausdrücklich untersagt.

Wie berichtet, hatte es nach der Satzung Empörung von Hundebesitzern gegeben, die einen Hundestrand auf der Markranstädter Seite des Sees vermissten. Von mehreren Stadträten ist seitdem die Verwaltung beauftragt worden, dazu ein Konzept vorzulegen und in einem Ausschuss beraten zu lassen. Passiert ist das bis heute nicht.

Fünf unerlaubte Lagerfeuer, drei Mal unerlaubtes Zelten am Strand lauten weitere Feststellungen. Insgesamt 400 Stunden lang sei am See kontrolliert worden, davon 150 Stunden ab 20 Uhr durch eine Security-Firma, so Wagner. Die sei das ganze Jahr über auch im restlichen Stadtgebiet vor allem abends und nachts zur Unterstützung des Ordnungsamtes unterwegs, erklärte das Rathaus auf Anfrage.

Wagner betonte, dass die Satzung eine gute Handlungsgrundlage für das Amt und auch die Security liefere. Es gebe monatliche Beratungen zusammen mit der Polizei und der Security-Firma, um die aktuelle Arbeit abzustimmen. Das Ganze habe sich bewährt, Änderungen an der Arbeit seien in diesem Jahr nicht geplant, hieß es auf Anfrage.

Von Jörg ter Vehn

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