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Markranstädt In Frankenheim ist ab November Platz für fünf „Mühlenzwerge“
Region Markranstädt In Frankenheim ist ab November Platz für fünf „Mühlenzwerge“
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00:30 18.10.2015
Neue Tagesmutti: Platz zum Vorlesen, Träumen und Spielen ist reichlich bei Ute Bussig in Frankenheim. Quelle: Foto: André Kempner
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Markranstädt

Für manche Eltern sind sie angesichts der knappen Krippenplätze die Rettung: Tagesmütter. In Markranstädt gibt es davon bald wieder fünf. Für Ute Buttig, die am 1. November beginnt, geht damit sogar ein Kindheitstraum in Erfüllung.

„Ich wollte immer Kindergärtnerin lernen“, schmunzelt Ute Buttig. Das Leben hatte dann doch anderes mit ihr vor. Sie studierte, bekam ein Kind, ging in den Vertrieb, arbeitete 21 Jahre im Büro, bis ihre Firma jetzt zumachte, sie sich wieder an ihre früheren Träume erinnern konnte. So ganz waren die auch zwischendurch nicht verhallt in der Familie: „Meine Tochter lernt Kindergärtnerin“, sagt die 49-Jährige.

Was Wunder, dass bei der künftigen Tagesmutti Buttig schon alles klar ist für den Einzug der Kleinen: Bettchen, Decken, Stühle, Tischchen, Schaukelpferd – alles wartet schon. Eine ganze Etage haben Ute Buttig und ihr Mann für bis zu fünf Krippenkinder vorgesehen. Im Bad hat sie sogar extra Bänkchen hingestellt, damit die Kleinen auch an die beiden Waschbecken kommen, und im Treppenhaus die nötigen Extra-Geländer an die Wände geschraubt.

Im Rathaus ist ihr Engagement gern gesehen. Denn im Sommer hatte eine Tagesmutti in Großlehna selbst noch mal ein Kind bekommen und aufgehört. Ihre bisherigen drei Betreuungsplätze fehlten zunächst in der Stadt. Die plant – wie berichtet – den Neubau einer Kita, unter anderem mit 28 Krippenplätzen. Wann die jedoch eröffnet wird, ist immer noch unklar. Nächste Woche soll zunächst einmal der Wettbewerb, wie das Gebäude aussehen soll, eine Stufe weiter gehen.

Der Zuzug junger Familien nach Markranstädt hält aber an. 28 Krippenplätze seien in diesem Jahr ohne Förderung schon zusätzlich in der Stadt geschaffen worden, so die zuständige Erste Beigeordnete Beate Lehmann. Und das sei mehr als dringend gewesen. Leider könne derzeit trotzdem nicht jeder Wunsch nach einem Betreuungsplatz erfüllt werden.

Buttigs neue Tagespflegestelle in Frankenheim mit dem hübschen Nahmen „Mühlenzwerge“ kommt da wie gerufen. Sie habe bereits alle erforderlichen Qualifikationen erworben, versicherte die Stadt. Zusätzlich habe sie auch eine Woche in der Krippe Rückmarsdorf hospitiert, erzählt Ute Buttig. „Und ich war bei allen Tagesmüttern in Markranstädt." Schließlich habe sie tausend Fragen, könne von jeder etwas lernen. Von der Großlehnaer Tagesmutti habe sie auch den Krippenwagen übernehmen können, wichtig für Ausflüge an die frische Luft.

Von ihrem Einfamilienhaus ist es nicht weit zur Lindennaundorfer Mühle und dem dortigen großzügigen Freigelände samt Spielplatz. Sie sei auch schon seit Jahren im Mühlenverein aktiv, sagt Buttig. Der Name Mühlenzwerge für die Tagespflege komme nicht von ungefähr.

Für ihre fünf Plätze hat sie aktuell erst zwei feste Zusagen. Zwei Interessierte hätten sich gemeldet, andere hätten ihr Kommen avisiert, seien dann aber plötzlich nicht erschienen, wundert sie sich. „Ich habe aber nichts dagegen, wenn es bei uns im Haus erst langsam etwas voller wird“, sagt sie. Interessierte könnten sich am 30. Oktober von 10 bis 18 Uhr bei ihr im Stieglitzweg 2 (Tel. 0341 9424865) umsehen. Und auch Kater Charly kennnen lernen.

Insgesamt 21 Betreuungsplätze gibt es bei den fünf Tagesmuttis in Markranstädt. Bürgermeister Jens Spiske ließ mitteilen, er schätze die familiennahe Arbeit sehr. Die Plätze seien bei der Erfüllung des Betreuungsangebotes von großer Bedeutung. Mit ihnen zusammen verfüge die Stadt über 188 Krippenplätze.

Sorgen, dass ihre Arbeit überflüssig wird, müssen sich die Frauen nicht machen. Auch nach Eröffnung der neuen Kita würden die fünf Tagesmuttis „weiterhin zum festen Portfolio unserer Kinderbetreuung gehören“, so Lehmann.

Von Jörg ter Vehn

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