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Informatiker, Podologen und Geistheiler

Informatiker, Podologen und Geistheiler

Josefine wankt, schwerfällig zieht sie ein Bein nach dem anderen über den Boden, nur schwer kann sie verstehen, was die Mädchen neben ihr sprechen. Ein Altersanzug vermittelt ihr das Gefühl eine Seniorin zu sein.

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Bürgermeisterin Carina Radon informiert sich auf der Mum in der Markranstädter Stadthalle über den Beruf des Podologen, der am Stand der Henriette-Goldschmidt-Schule vorgestellt wird.

Quelle: André Kempner

Markranstädt. „Das ist ganz schön schwierig“, sagt sie, während ihr Stefanie Schmidt von der Arbeiterwohlfahrt aus der 14 Kilo schweren Weste hilft und die Brille, die einen Eindruck verminderter Sehfähigkeit vermittelt, abnimmt. „Ich kann jetzt besser verstehen, wie es ist alt zu sein“, sagt die 14-jährige Gymnasiastin, die überlegt in einem Seniorenheim ein Praktikum zu machen.

Auf der dritten Markranstädter Berufsorientierungs- und Verbrauchermesse Mum informierte sie sich gestern in der Stadthalle über Berufsbilder und Ausbildungsgänge. Und auch das gehörte zur Mum: Ausprobieren, statt sich nur theoretisch über Berufe auszutauschen. Mittelschüler und Gymnasiasten nicht nur aus Markranstädt, sondern auch aus Delitzsch nahmen die Möglichkeit war.

70 Aussteller präsentierten in der Stadthalle: Darunter Unternehmen, wie der Markranstädter Pflegedienst Gingko, der von Anfang an auf der Mum dabei ist und hier schon Praktikanten gefunden hat, wie Ruth Neubert verriet. Einige Meter weiter warb Hartmut Sonntag für das Vertriebsunternehmen für Kosmetik und Gesundheit Ainova. Das bildet nicht aus, ein Einstieg ist nur über eine Selbstständigkeit möglich. „Das ist wohl doch eher etwas für die Älteren“, gab er zu. Geistheiler Lutz Preller, der seine Methoden, die „leider noch nicht wissenschaftlich anerkannt sind“, bekannt machen wollte, merkte, dass Gesundheit noch nicht das Thema der Jugendlichen sei.

Am Nebenstand sah es aber ganz anders aus. Der relativ neue Berufsstand der Podologen, medizinischer Fußpfleger, interessierte gerade die jungen weiblichen Messebesucher. Aber auch die Uni Leipzig stellte sich vor, nicht mit Studienangeboten, sondern als Ausbildungsbetrieb. Im Rechenzentrum kann man die Lehre zum Fachinformatiker für Systemintegration absolvieren. „Leider sind noch nicht sehr viele Schüler gekommen, wahrscheinlich denken sie bei Uni gleich an Studium“, zeigte sich Benjamin Frenzel etwas verhalten.

Immerhin 20 der 70 Aussteller bieten Ausbildungsstellen an. Und weitere Stellenausschreibungen nicht vertretener Firmen hingen am Schwarzen Brett aus.

Außerdem präsentierten auch zahlreiche Schulen, darunter eine Hotelfachschule und die Studienakademie ihr Programm. Eingehende Informationen gab es auch in den ganztägig laufenden Vorträgen. Medienberufe stellte Bernd Schmidt vom Druckhaus Borna vor. Auch Janine Thaler vom Büro für Gestaltung sprach über ihre Tätigkeit. Sie hatte die Einrichtung der Stadtverwaltung verantwortet. „Alles soll ganz praxisnah sein. So können die Jugendlichen sich eine viel bessere Vorstellung von den Aufgaben und Produkten machen“, erklärte Heike Helbig die Auswahl der Vortragenden

Kerstin Leppich

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