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Markranstädt Jugend bewegt die Kommune auch weiter
Region Markranstädt Jugend bewegt die Kommune auch weiter
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15:01 19.05.2015

Gestern zog die Stadt Bilanz: Herausgekommen ist weniger und zugleich mehr als erhofft. Vor allem sei eine Kultur des Miteinanders bei der Jugendarbeit entstanden, freute sich die Erste Beigeordnete Beate Lehmann.

Am Anfang standen Fragen, erinnerte sich Stadtrat Marko Daubitz (FDP). Sie hätten wissen wollen, was die Jugendlichen an ihrer Stadt gut und was sie schlecht finden, um Ansatzpunkte für das Projekt zu bekommen. Sie hätten auch erfahren wollen, in welchen Bereichen die jungen Leute mitreden wollen und dabei neben erwarteten Themen wie Schule und Club sogar Antworten zur Bauplanung erhalten, erzählte die Erste Beigeordnete Beate Lehmann.

Hintergrund des Projektes sei gewesen, dass mit 63 von 1000 überdurchschnittlich viele junge Markranstädter nach der Schule ihrer Heimatstadt den Rücken kehren. "Obwohl wir wirklich viel für den Nachwuchs tun, in Kitas und Schulen investiert haben", so Lehmann. Tatsächlich fanden die jungen Leute in der Befragung daran auch nicht viel auszusetzen.

Wohl aber an der Mitbestimmung in der Stadt. Mehr Mitwirkung der jungen Leute zu erzielen und eine stärkere Bindung an den Ort zu schaffen, sei denn auch ein Ziel des Projekts gewesen, so Lehmann.

Schnell sei aber die Idee eines Jugendparlaments wie in Taucha oder Borna wieder aufgegeben worden, erläuterte Daubitz. "Zu der Informationsveranstaltung dazu kamen zwei oder drei Leute", erinnerte er sich. "Wir konnten das Interesse daran nicht wecken", gestand er sich ein. Mitreden wollten die Jugendlichen gerne, aber eine permanente Mitarbeit komme nicht in Frage, resümierte er.

Anders die Aktive Jugend Markranstädt, die aus dem Projekt entstand. Die Mitglieder engagieren sich politisch, veranstalten Fragerunden, ohne eine eigene Vertretung werden zu wollen. Denn: Die ehemaligen Jugendlichen sind inzwischen selbst wahlberechtigt, benötigen kein Jugendparlament mehr.

Bei klar umrissenen Aktionen machten Jugendliche jedoch mit, so Andreas Lüer vom Verein Richtungswechsel. Ein Erfolg sei etwa die Schulhofgestaltung des Gymnasiums gewesen. Fortgesetzt worden sei die Aktion in der jetzigen Oberschule, allerdings mit etwas geringerem Erfolg. Dennoch: Dass dort jetzt ein Trampolin auf dem Hof steht und immer noch der Renner ist, sei letztlich dem Projekt zu danken. "Die Jugendlichen haben sich damit durchgesetzt", meinte Lüer.

Erreicht worden sei auf Drängen der Schüler auch, dass die Leitungen von Oberschule und Gymnasium im gemeinsamen Schulkomplex näher zusammengerückt seien, erklärte Lehmann. Eine weitere Forderung, nämlich die Pausenzeiten beider Einrichtungen zu harmonisieren, um entstandene Freundschaften besser pflegen zu können, habe bislang leider nicht umgesetzt werden können. Vielleicht gelinge das ja leichter, wenn die Stadt wie beabsichtigt bald Träger des Gymnasiums sei, meinte Lehmann.

Insgesamt sei positiv, dass sich im Rahmen des Projektes alle in der Jugendarbeit der Stadt tätigen Gruppen und Personen über ihre Ziele und Aufgaben verständigt hätten, meinte Lehmann. Sie habe anfangs auf schnelle Erfolge gehofft, erklärte sie, aber schnell lernen müssen, dass diese bei der Jugendarbeit nicht zu erzielen seien. Es sei aber eine gute Kultur des Miteinanders entstanden, lobte sie. Nicht gelungen sei es hingegen, die Sportvereine stärker in das Projekt einzubinden. Sie hätten sich schnell wieder aus den Sitzungen der Projektgruppe verabschiedet, bedauerte Daubitz.

Die anderen Beteiligten seien überein gekommen, die Projektarbeit nach Abschluss der Förderung im nächsten Jahr unbedingt fortzusetzen, erklärte Lüer. Juliane Klinger sei als Jugendsozialpädagogin beim Verein Richtungswechsel die lokale Koordinatorin der Aktivitäten.

Für diese gibt es viele Möglichkeiten. So bestätigte Bürgermeister Jens Spiske (Freie Wähler Markranstädt), dass im nächsten Haushalt Geld für Kleinprojekte von Jugendlichen bereit gehalten werden soll. Diese 1000 Euro könnten Jugendlichen helfen bei der Kofinanzierung von Vorhaben, für die auch der Landkreis eigene Mittel bereit stelle, warb Lüer um Ideen. Oftmals würden diese Gelder gar nicht ausgeschöpft, meinte er.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 18.12.2013
Jörg ter Vehn

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