Volltextsuche über das Angebot:

17 ° / 14 ° Regen

Navigation:
Google+ Instagram YouTube
Jugend bewegt die Kommune auch weiter

Jugend bewegt die Kommune auch weiter

Markranstädt. Nach drei Jahren endet in Markranstädt zum Jahreswechsel das von der Deutschen Kinder- und Jugendstiftung geförderte Projekt "Jugend bewegt Kommune".

Gestern zog die Stadt Bilanz: Herausgekommen ist weniger und zugleich mehr als erhofft. Vor allem sei eine Kultur des Miteinanders bei der Jugendarbeit entstanden, freute sich die Erste Beigeordnete Beate Lehmann.

Am Anfang standen Fragen, erinnerte sich Stadtrat Marko Daubitz (FDP). Sie hätten wissen wollen, was die Jugendlichen an ihrer Stadt gut und was sie schlecht finden, um Ansatzpunkte für das Projekt zu bekommen. Sie hätten auch erfahren wollen, in welchen Bereichen die jungen Leute mitreden wollen und dabei neben erwarteten Themen wie Schule und Club sogar Antworten zur Bauplanung erhalten, erzählte die Erste Beigeordnete Beate Lehmann.

Hintergrund des Projektes sei gewesen, dass mit 63 von 1000 überdurchschnittlich viele junge Markranstädter nach der Schule ihrer Heimatstadt den Rücken kehren. "Obwohl wir wirklich viel für den Nachwuchs tun, in Kitas und Schulen investiert haben", so Lehmann. Tatsächlich fanden die jungen Leute in der Befragung daran auch nicht viel auszusetzen.

Wohl aber an der Mitbestimmung in der Stadt. Mehr Mitwirkung der jungen Leute zu erzielen und eine stärkere Bindung an den Ort zu schaffen, sei denn auch ein Ziel des Projekts gewesen, so Lehmann.

Schnell sei aber die Idee eines Jugendparlaments wie in Taucha oder Borna wieder aufgegeben worden, erläuterte Daubitz. "Zu der Informationsveranstaltung dazu kamen zwei oder drei Leute", erinnerte er sich. "Wir konnten das Interesse daran nicht wecken", gestand er sich ein. Mitreden wollten die Jugendlichen gerne, aber eine permanente Mitarbeit komme nicht in Frage, resümierte er.

Anders die Aktive Jugend Markranstädt, die aus dem Projekt entstand. Die Mitglieder engagieren sich politisch, veranstalten Fragerunden, ohne eine eigene Vertretung werden zu wollen. Denn: Die ehemaligen Jugendlichen sind inzwischen selbst wahlberechtigt, benötigen kein Jugendparlament mehr.

Bei klar umrissenen Aktionen machten Jugendliche jedoch mit, so Andreas Lüer vom Verein Richtungswechsel. Ein Erfolg sei etwa die Schulhofgestaltung des Gymnasiums gewesen. Fortgesetzt worden sei die Aktion in der jetzigen Oberschule, allerdings mit etwas geringerem Erfolg. Dennoch: Dass dort jetzt ein Trampolin auf dem Hof steht und immer noch der Renner ist, sei letztlich dem Projekt zu danken. "Die Jugendlichen haben sich damit durchgesetzt", meinte Lüer.

Erreicht worden sei auf Drängen der Schüler auch, dass die Leitungen von Oberschule und Gymnasium im gemeinsamen Schulkomplex näher zusammengerückt seien, erklärte Lehmann. Eine weitere Forderung, nämlich die Pausenzeiten beider Einrichtungen zu harmonisieren, um entstandene Freundschaften besser pflegen zu können, habe bislang leider nicht umgesetzt werden können. Vielleicht gelinge das ja leichter, wenn die Stadt wie beabsichtigt bald Träger des Gymnasiums sei, meinte Lehmann.

Insgesamt sei positiv, dass sich im Rahmen des Projektes alle in der Jugendarbeit der Stadt tätigen Gruppen und Personen über ihre Ziele und Aufgaben verständigt hätten, meinte Lehmann. Sie habe anfangs auf schnelle Erfolge gehofft, erklärte sie, aber schnell lernen müssen, dass diese bei der Jugendarbeit nicht zu erzielen seien. Es sei aber eine gute Kultur des Miteinanders entstanden, lobte sie. Nicht gelungen sei es hingegen, die Sportvereine stärker in das Projekt einzubinden. Sie hätten sich schnell wieder aus den Sitzungen der Projektgruppe verabschiedet, bedauerte Daubitz.

Die anderen Beteiligten seien überein gekommen, die Projektarbeit nach Abschluss der Förderung im nächsten Jahr unbedingt fortzusetzen, erklärte Lüer. Juliane Klinger sei als Jugendsozialpädagogin beim Verein Richtungswechsel die lokale Koordinatorin der Aktivitäten.

Für diese gibt es viele Möglichkeiten. So bestätigte Bürgermeister Jens Spiske (Freie Wähler Markranstädt), dass im nächsten Haushalt Geld für Kleinprojekte von Jugendlichen bereit gehalten werden soll. Diese 1000 Euro könnten Jugendlichen helfen bei der Kofinanzierung von Vorhaben, für die auch der Landkreis eigene Mittel bereit stelle, warb Lüer um Ideen. Oftmals würden diese Gelder gar nicht ausgeschöpft, meinte er.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 18.12.2013
Jörg ter Vehn

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Markranstädt
  • LVZ-Sommerkino im Scheibenholz
    LVZ Sommerkino im Scheibenholz: Alle Infos zu Filmen, Ticketverkauf und dem Rahmenprogramm.

    Das LVZ-Sommerkino lädt vom 20. Juli bis 16. August 2017 zu unterhaltsamen Filmabenden ins Scheibenholz. Alle Infos zum Programm und Ticketverkauf... mehr

  • Zeitung in Schulen

    Herzlich willkommen bei den Schulprojekten der Leipziger Volkszeitung und ihrer Regionalausgaben. mehr

  • LVZ-Fahrradfest 2017
    Logo LVZ-Fahrradfest

    Das 13. LVZ-Fahrradfest lud am 14. Mai 2017 wieder Radler ein, gemeinsam in die Pedalen zu treten. Fotos, Videos und Infos finden Sie in unserem Sp... mehr

Blättern Sie in der prall gefüllten Veranstaltungsbeilage und entdecken Sie die Termine aus unserer Region. mehr

26.07.2017 - 03:54 Uhr

Fußball-Kreisoberliga spielt nächste Saison mit 15 Teams

mehr
  • Asisi - Welt der Panoramen
    Panometer Leipzig: Alle Infos zum "Titanic" und den weiteren Panoramaprojekten von Yadegar Asisi

    Erfahren Sie im Special von LVZ.de alles zum Titanic-Panorama im Panometer Leipzig und den asisi-Panoramen in Dresden. mehr

  • Schau! Das Leipziger Museumsportal
    Schau! Das Leipziger Museumsportal

    Alle Informationen zu den Museen in Leipzig, ihren Ausstellungen und Events auf einen Blick im Special der LVZ. mehr

  • Sparkassen Challenge
    Logomotiv der Sparkassen Challenge 2017

    "Sport frei!" heißt es auch 2017 bei zahlreichen Wettkämpfen der Sparkassen-Challenge. Alle Events mit vielen Fotos finden Sie hier! mehr

  • Gutes von hier

    Das regionale Schaufenster mit Produkten und Dienstleistungen aus dem Leipziger Raum - von traditionell bis innovativ. Gutes von hier eben! mehr

  • E-Paper
    E-Paper

    Mit unserem E-Paper-Abo können Sie die LVZ in digitaler Form täglich im Original-Layout im Web oder auf Ihrem Tablet lesen. mehr

  • Magicpaper
    Magicpaper

    Wenn Sie an Beiträgen in der gedruckten LVZ das Handy-Symbol entdecken, stehen ab sofort mithilfe der Magicpaper App zusätzliche digitale Inhalte f... mehr

  • Digital Abo

    "LVZ Digital Abo" heißt das Online-Premiumangebot der Leipziger Volkszeitung, das Sie überall auf der Welt und rund um die Uhr nutzen kön... mehr