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Markranstädt Jugendclub-Träger kündigt zum Jahresende
Region Markranstädt Jugendclub-Träger kündigt zum Jahresende
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00:31 19.06.2015
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Markranstädt

Die Erste Beigeordnete Beate Lehmann gab die Entscheidung auf der jüngsten Stadtratssitzung bekannt. Bis zum Jahresende habe der Verein den ordnungsgemäßen Betrieb zugesagt, so Lehmann. Das Gelände Outback des Vereins an der Zwenkauer Straße sei von der Kündigung nicht betroffen, dafür gebe es einen gesonderten Pachtvertrag, äußerte sie auf Nachfrage von Stadtrat Heiko Küster (Linke). Und Nein, Sorgen um die Jugendarbeit in der Stadt mache sie sich nicht, so Lehmann. Die sei mit Angebote an den Schulen und in den Vereinen vielschichtiger, bestehe nicht nur aus den beiden Jugendclubs. Lehmann kündigte an, die Stadt werde über eine Suche nach einem neuen Träger für die Clubs entscheiden, sobald die Kündigung zum Monatsende offiziell vorliege.

Er höre zum Jahresende auf, wolle die jüngeren vorlassen, erklärte gestern Richtungswechsel-Geschäftsführer Andreas Lüer (55). Er verlasse auch den Vorstand, werde sich nach vielen aktiven Jahren in der Jugendarbeit neu orientieren, höchstens noch ehrenamtlich etwas weitermachen, sagte er. Ohne ihn, hätten seine Mitstreiter im Verein angekündigt, würden sie sich die Arbeit mit den Clubs aber nicht mehr antun wollen. Der Verein werde sich dann auf das Kerngeschäft konzentrieren. "Und das ist nun mal die Jugendsozialarbeit, wie sie hier im Outback gemacht wird", sagte Lüer gestern nicht ohne Stolz.

Der Verein hat dafür bereits viel Lob erhalten, auch von Kreisjugendamtsleiter Thomas Pfeifer. Wie berichtet, arbeitet der Verein dort mit Jugendlichen und jungen Erwachsenen aus "multiplen Problemlagen". Aktuell würden 15 Jugendliche für ein Jahr betreut, so Lüer gestern. Die jungen Leute kümmern sich dabei auch um die Tiere auf der "Kleinen Farm", die täglich rund 20 Kitakinder anzieht. Und nachmittags gebe es nochmal viele Besucher, so Lüer. "Wir haben einen enormen Durchlauf hier draußen", sagte er. Deutlich mehr jedenfalls als etwa im Jugendbegegnungszentrum (JBZ) am Bad, um das sich nach Meinung einiger Stadträte alle Jugendarbeit in der Stadt drehen müsse, teilte er aus.

Neben seinem privaten Rückzug habe auch der Wunsch der Stadt nach Änderung der Nutzungsverträge der beiden Clubs den Ausschlag gegeben für die Kündigung, so Lüer. Die Stadt wolle offenbar sicherstellen, dass von ihr nur die beiden Clubs gefördert werden, erklärte er. "80 Prozent der Jugendarbeit findet aber hier draußen im Outback statt", meinte Lüer. Die Dinge seien auch nicht immer so einfach zu trennen. Außerdem habe die Stadt 2011 den Verein gebeten, auch die Clubs zu übernehmen, nachdem der vorige Träger mit dem vorhandenen Geld nicht mehr auskam, erinnerte er.

Im Stadtrat hatten sich wiederholt Vertreter der Linken und der SPD für den Erhalt der Jugendclubs ausgesprochen. Der Landkreis als Träger der Jugendhilfe geht wegen sinkender Besucherzahlen der Clubs aber inzwischen andere Wege, fördert überwiegend Projektarbeit mit Jugendlichen.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 16.06.2015
Jörg ter Vehn

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