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Jugendliche kritisieren Desinteresse

Jugendliche kritisieren Desinteresse

Die Enttäuschung bei den Jugendlichen und der Leiterin des Jugendbegegnungszentrums Markranstädt (JBZ) Ramona Petermann ist groß. Um Antworten auf ihre Fragen zur Zukunft des Klubs zu bekommen, hatten sie die Stadtverwaltung am Montagabend zu einem Gespräch eingeladen.

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Die Jugendlichen suchen Antworten auf die Frage nach der Zukunft des JBZ. Doch die können weder Ramona Petermann noch Heiko Küster geben.

Quelle: André Kempner

Markranstädt. Etwa 30 Jugendliche und die Mitarbeiter waren da, außerdem ein Vertreter des Trägers Anerkannte Schulgesellschaft Sachsen (ASG). Wer fehlte, war die Verwaltung.

„An dem Nichterscheinen sieht jeder, wie groß das Interesse der Stadt an unserem Klub ist“, sagte JBZ-Mitarbeiter Oliver Saumsiegel. Das sei unter den vorherigen Bürgermeistern nicht vorstellbar gewesen. Gerne hätten die Mädchen und Jungen erfahren, wie sich das Rathaus die Zukunft der beiden Jugendeinrichtungen in Markranstädt und Großlehna vorstellt, doch nach dem Gespräch am Montagabend gibt es noch immer keine Klarheit.

Auch Elvira Nowatius, Mitarbeiterin der ASG, konnte keine Antworten geben. „Wir wissen ja selbst nicht, wie es weitergeht.“ Sie könne lediglich mitteilen, dass der bisherige Träger der Verwaltung einen Vorschlag zur Weiterführung eingereicht hätte. Vor allem interessierte die Jugendlichen, ob Petermann bleiben kann. Immerhin ist sie seit elf Jahren dort. „Moni hält doch hier alles zusammen“, sie sei für alle Besucher der Fels in der Brandung, sagte Franziska. Auch da musste Nowatius passen. „Ich kann versichern, dass Moni in unseren Vorschlägen vorkommt“, betonte sie. Ob die ASG aber Träger bleibe oder sich die Stadt für einen anderen entscheide, sei nicht klar. Petermann ergänzt, es stehe fest, dass in Zukunft nur noch ein hauptamtlicher Leiter für beide Einrichtungen zuständig sein wird.

In dieser Woche wird die Stadtverwaltung auch bei anderen möglichen Trägern nachfragen, ob Interesse an den beiden Klubs besteht. „Das Jugendamt des Landkreises sollte uns Partner benennen und hat uns vier Vorschläge gemacht“, erklärte Beate Lehmann, erste Beigeordnete der Stadt, gestern auf Anfrage. Diese vier und die ASG sollen nun bis Ende September bei Interesse ein Konzept vorlegen, das dann den Fraktionen vorgelegt werde. „Den finanziellen Rahmen haben wir allen potenziellen Trägern mitgeteilt.“ Im Oktober könne eine Entscheidung durch den Stadtrat fallen. Für Heiko Küster, Fraktionsvorsitzender der SPD, ist es unverständlich, dass der Stadtrat sehr spät darüber informiert wurde. „Wir haben erst auf Anfrage erfahren, dass es eine Ausschreibung gibt“, erklärte er den Jugendlichen. Daran erkenne der Bürger die „absolut verschobenen Machtverhältnisse“ im Rat.

Harti Lamers, seit Jahren die gute Seele im JBZ, kann nicht verstehen, wie „die Politik mit unseren Jugendlichen umgeht“. Er hält Küsters Einwand in der Sonderstadtratssitzung im August, die Stadt lasse die Jugendeinrichtungen kaputt gehen, während sie das Mehrgenerationenhaus überall fördere, für vollkommen gerechtfertigt. Weil sich Lehmann für das Gespräch entschuldigen ließ und Bürgermeisterin Carina Radon (CDU) nicht anwesend war, wollten die Jugendlichen gestern die Bürgerfragestunde nutzen.

Julia Tonne

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