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Markranstädt Kanalbau in Seebenisch: Etliche Häuser tagsüber nicht erreichbar
Region Markranstädt Kanalbau in Seebenisch: Etliche Häuser tagsüber nicht erreichbar
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00:44 11.09.2015
In der Ernst-Thälmann-Straße in Seebenisch wird voraussichtllch ab dem 19. Oktober ein neuer Schmutzwasserkanal gebaut. Quelle: Foto: A. Kempner
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Markranstädt

Eine für alle Seiten knifflige Abwassersituation soll ab nächster Woche in Seebenisch behoben werden. Dabei kommt es jedoch wegen der Baumaßnahmen zu neuen Komplikationen. Dutzende Anwohner kommen tagsüber nicht mit dem Wagen an ihre Häuser, oder davon weg.

Bekanntlich entstand nach dem Ende des Abpumpens in Gärnitz eine riesige Vernässungsfläche, die inzwischen von der Landesdirektion als See festgestellt wurde. Dadurch mussten sich jedoch die Kommunalen Wasserwerke und der zuständige Zweckverband für Wasserversorgung und Abwasserbeseitigung Leipzig-Land (ZVWALL) für rund ein halbes Dutzend Grundstücke, die ihr vorgereinigtes Schmutzwasser dort einleiteten, etwas einfallen lassen.

„Die Entscheidungsfindung war kompliziert, wir haben fast drei Jahre um eine Lösung gerungen“, so KWL-Sprecherin Katja Gläß. Ergebnis: Ab nächster Woche wird voraussichtlich bis zum 18. Oktober zunächst in der Blumenstraße ein rund 80 Meter langer Schmutzwasserkanal gebaut, anschließend bis 18. Dezember nördlich anschließend ein 220 Meter langes Stück auf der Ernst-Thälmann-Straße. Damit könnten die nötigen Grundstücke angeschlossen werden, hieß es.

Der Kanal läuft jedoch auch an vielen Grundstücken vorbei, die bereits eine eigene Kleinkläranlage gebaut haben – wie vor wenigen Jahren noch gefordert. Anschließen an den Kanal müsse sich von ihnen keiner, so die KWL. Die Anlagen hätten einen Bestandschutz bis 2025 oder länger. „Wir werden dann Lösungen finden, wie wir diese Grundstücke mit Sonderregelungen anschließen lassen können, so ZVWALL-Geschäftsführer Andreas Berthold. Im Vorgriff könnten an den Grundstücken beim Kanalbau jetzt schon die nötigen Anschlüsse vorbereitet werden. Bezahlt werden müsse aber erst später.

Betroffen seien in der Erst-Thälmann-Straße nur die Grundstücke nördlich der Blumenstraße, so die KWL. Deren Abwässer könnten in die vorhandene Containerkläranlage geleitet werden, die dafür gegebenenfalls noch etwas ertüchtigt werde. Der Rest von Seebenisch bleibe dezentral erschlossen.

Ortsvorsteherin Carmen Osang sorgt sich vor allem um die Sperrungen während der Baumaßnahme. So seien von der Vollsperrung der Blumenstraße auch rund 20 Häuser der dahinterliegenden „Blumensiedlung“ betroffen. „Viele haben angekündigt, in der betreffenden Bauzeit Möbel angeliefert zu bekommen oder Handwerker im Haus zu haben“, gibt sie zu bedenken. Immerhin sei ihr versichert worden, dass die Anlieger mit der Baufirma Absprachen treffen könnten.

Für Rettungswagen und Feuerwehr müsse die Baufirma ohnehin eine Stahlplate zum Verschließen der Baugrube vorrätig haben, teilten die KWL mit. Angewiesen sei die Firma auch, morgens vor 6.30 und abends nach 18 Uhr die Zufahrt zu öffnen, damit die Anwohner zur Arbeit kommen. Allerdings: „Viele fangen erst später an, oder bringen ihre Kinder selber bis 7.30 Uhr zur Schule“, so Osang. „Was ist mit denen?“ Sie hoffe immer noch, dass die Stadt eine bessere Lösung finde. Von da kamen am Dienstag aber keine Signale.

Von Jörg ter Vehn

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