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Katharina Landgraf - die Kümmerin in Berlin

Katharina Landgraf - die Kümmerin in Berlin

Bei der Fluthelferparty des Kreises vor ein paar Tagen war sie, fragte danach am Wochenende mit Jugendlichen die Stadträte in Markranstädt, wie Politik schmeckt.

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Viel unterwegs: Katharina Landgraf (CDU) möchte wieder als Direktkandidat für den Landkreis Leipzig im Bundestag in Berlin wirken.

Quelle: Andre Kempner

Markranstädt. In Markkleeberg und Umgebung lieferte sie tags drauf gleich die Antwort, wie sie selbst Politik betreibt: "Mit Herz und kühlem Kopf" stand als Slogan auf dem Eis, das sie in Markkleeberg und Umgebung verschenkte.

Katharina Landgraf, Bundestagsmitglied seit 2005 und wieder Direktkandidat im Landkreis Leipzig für die CDU, ist omnipräsent in diesen Tagen. Dabei ist das Klinkenputzen anderer Kandidaten weniger ihr Ding. An Infoständen im Kreis ist die 59-Jährige eher selten zu finden. Wenn Landesvater Tillich aber zu Gast in Markkleeberg weilt, ist Landgraf dabei. Oder wenn Sozialministerin Christine Clauß das Mehrgenerationenhaus in Markranstädt besucht. Landgraf fehlt selten, wenn Entscheider in ihrem Landkreis unterwegs sind."Ich habe gute Kontakte, kenne viele Leute auch aus meiner Landtagszeit noch in Dresden und weiß, wie der Laden läuft", sagt sie umwunden als Argument für sich. Sie sei nun mal gut vernetzt in der Region. Neben ihrem Mandat im Bundestag sitzt die vierfache Mutter inzwischen erwachsener Kinder auch noch im Kreistag und macht Lokalpolitik im Stadtrat von Pegau. Von der kleinen Kommunal- bis in die große Bundespolitik hat die Frau aus Großstorkwitz, die mit dem Meliorationswesen sozusagen die technische Seite der Landwirtschaft studiert hat, alles parat, kann ihr niemand etwas vormachen. Landgrafs Mann ist Geschäftsführer eines Agrarbetriebes rund um Zwenkau und genauso bodenständig ist sie selbst geblieben. "Beinahe unanständig", schmunzelt sie selbst. So wohne sie in den Sitzungswochen in Berlin bei ihrer Tochter. "Pension Tochter - da beneiden mich viele drum", sagt sie. Die Zeit in der Familie sei nicht nur praktisch, sie tue ihr auch gut. "Mich werden sie nicht jammern hören", sagt sie kämpferisch. Anderen hört sie aber sehr wohl zu, kümmert sich um deren Anliegen. Als nach der Flut in Sachsen Betriebe vor dem Aus standen, setzte sie sich dafür ein, dass die Kurzarbeiterregelungen ohne Abstriche angewandt werden konnten. Im Familienausschuss des Bundes kämpfte sie ebenso darum, dass sich die Zuschüsse für den Krippenausbau nicht wie vorgesehen am jeweiligen Ausbaustand des Bundeslandes, sondern nur nach der Einwohnerzahl richten. "Sonst wären ja die Länder im Osten benachteiligt worden", sagt sie. Pfiffig und gewandt setzte sie sich in den vergangenen Jahren auch für die Mehrgenerationenhäuser im Landkreis Leipzig ein. Bis zu vier gab es - obwohl das Modell der damaligen Familienministerin von der Leyen nur eines vorsah. Im Ausschuss wirke sie jetzt auf eine Weiterfinanzierung hin, sieht mit der aktuellen Ausrichtung auf "Generationen übergreifend nachbarschaftlich Zusammenleben" gute Chancen. Am Thema Tagebausanierung wolle sie auf jeden Fall dran bleiben, verspricht sie. Wie berichtet, hatte sie erst vor ein paar Tagen bei Zwenkaus Bürgermeister Holger Schulz (CDU) angekündigt, sich für kleinere Kommunen mit großen Entwicklungsaufgaben wie etwa die Seegestaltung in Berlin stark zu machen. Da wird sie, wie bei vielen Themen zuvor, mit den Staatssekretären Termine machen, später nachbohren. Sie sei nun mal eine Kümmerin, sagt sie. Kümmern wolle sie sich unter anderem auch noch um Ungerechtigkeiten bei der Rente. Dass in der DDR geschiedene Frauen keine Ansprüche auf Teile der Rente ihres Mannes wie bei Westehen üblich miterworben haben, findet sie ungerecht. Die Carbochemiker seien immer noch schlechter gestellt, meint sie, und nicht richtig findet sie auch, dass Professoren neuen Rechts weniger Rente erhalten, als die DDR-Profs, deren Lehrstühle sie nach der Wende übernahmen. "Da ist noch viel zu tun", sagt Landgraf.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 18.09.2013

Jörg ter Vehn

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