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Markranstädt Kita am Stadtbad wird teurer – aber beim Strom wird etwas gespart
Region Markranstädt Kita am Stadtbad wird teurer – aber beim Strom wird etwas gespart
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07:00 05.11.2016
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Markranstädt

Kita-Bau, Priesteblicher Straße, Schandfleck am Rathaus – in einer Mammutsitzung haben die Markranstädter Stadträte Donnerstagabend die Weichen für viele Vorhaben gestellt.

21 spannende Tagesordnungspunkte versprach das Programm im prallvollen Ratssaal. Angesichts der Themen fand Ronald Gängels (Linke) Antrag, die geplante Diskussion um die Mehrkosten beim Grundschulanbau bei einem späteren Sonderstadtrat und nicht wie von Bürgermeister Jens Spiske (FWM) gesetzt als letzten Tagesordnungspunkt zu führen, eine klare Mehrheit. Zumal laut CDU-Chef Michael Unverricht beim Ältestenrat zuvor das Thema gar nicht Thema war, von Spiske erst nachträglich ans Ende der Sitzung gerückt worden war - wenn auch korrekt, wie dieser beharrte.

Der wohl wichtigste Punkt der Sitzung kam auf Platz neun: Der Kita-Bau am Stadtbad. Der ist nach der ersten Ausschreibungswelle nochmal um knapp 100 000 Euro teurer geworden, soll nun statt der ursprünglich geplanten 1,6 Millionen Euro bei 2,1 Millionen landen. Spiske begründete die Mehrkosten mit der guten Auftragslage der Baufirmen, die dadurch auch höhere Preise aufriefen. „Wir liegen 500 000 Euro über dem, was wir wollten“, erklärte Rosel Glöckner (SPD). Weil ein Standortwechsel auch finanziell jetzt nichts mehr bringe, werde sie zustimmen, „auch wenn das Herz blutet“, wie sie sagte. Heike Kunzemann (Linke) machte für die hohen Mehrkosten etwa durch das geforderte Regenrückhaltebecken auch den Standort verantwortlich – bekanntlich waren die Linken für einen Platz im Baugebiet am Westufer des Kulkwitzer Sees. Unverricht verteidigte den Ort samt der Nähe zu Stadion, Park, Stadtbad und Jugendclub. Angesichts der Geburtenzahlen von jährlich rund 120 bis 125 Kindern müsse sich die Stadt sowieso schon wieder Gedanken machen über den nächsten Kita-Neubau, „vielleicht dann an ihrem Standort“, sagte er Richtung Kunzemann. Jens Schwertfeger (CDU) meinte, die jetzige Bausumme wäre wahrscheinlich bei jedem Standort herausgekommen.

Bei nur einer Gegenstimme wurden die Mehrkosten verabschiedet, einstimmig darauf der Rohbau an die Firma Uhlich aus Burgstädt vergeben. Sie bekam bei einer Gegenstimme auch den Zuschlag für den Bau des Mischwasserkanals, des Regenrückhaltebeckens und der Grundleitungen. Die Planer versprechen sich davon auch Kosteneinsparungen von rund 25 000 Euro und einen Zeitvorteil bei einem reibungsloseren Bauverlauf. Baustart für den Rohbau soll im März 2017 sein.

Weitere Themen:

– Ein Architekt aus Heidelberg erwirbt das denkmalgeschützte, aber seit Jahren verfallende Gebäude gegenüber vom Rathaus, die Schkeuditzer Straße 1, sowie das unbebaute Nachbargrundstück in der Lützner Straße 2 von der Stadt. Angestrebt werde eine Sanierung als Wohnhaus, so die Stadt in ihrer Vorlage. Unverricht lobte die Stadt: „Das Objekt tut uns allen weh, jetzt kommt die Dreckecke weg.“ Eddy Donat (FMW) hielt es wegen der Geschäftslage für „eines der wertvollsten Grundstücke der Stadt“, hoffte auf ein Ladenlokal oder wenigstens Dienstleitungen im Erdgeschoss. Spiske erklärte, er sei froh, es los zu sein, es werde wegen der Sicherungsmaßnahmen langsam teuer.

– Schranke ade? Die Stadtverwaltung wird eine Minimalvariante für den Ausbau der Priesteblicher Straße planen, dabei den Ortschaftsrat beteiligen. Bei zwei Nein-Stimmen und einer Enthaltung folgte der Stadtrat damit der Abstimmung in der Ortschaft (die LVZ berichtete). Ein Baubeschluss sei das nicht, erklärte Spiske, es gehe erstmal um den Auftrag für die Planung. Kirsten Geppert (FMW) schlug vor, das Vorhaben mangels der Aussicht auf Geld für eine Umsetzung ganz auf Eis zu legen. Kunzemanns Antrag, die BI gegen den Ausbau nocheinmal zu Wort kommen zu lassen, wurde ebenfalls abgelehnt.

– 22 000 Euro jährlich wird die Stadt künftig sparen durch den Bezug von Strom über die Stadtwerke Merseburg. Einstimmig votierten die Räte, nach einer europaweiten Ausschreibung ab 2017 für vier Jahre alle elektrische Energie für die kommunalen Verbrauchsstellen von dort zu beziehen.

– Das geplante Protonentherapiezentrum mit Bettenhaus in der Ranstädter Mark muss nach einer Beratung mit dem Landratsamt seine Baukörper etwas verschieben, benötigt dafür weitere 17 237 Quadratmeter Fläche. Einstimmig stimmte die Räte dem Verkauf zu. Die Bauvoranfrage sei entsprechend überarbeitet und abgegeben worden, erklärte Spiske.

Von Jörg ter Vehn

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