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Markranstädt Klein, fein, funktionsfähig
Region Markranstädt Klein, fein, funktionsfähig
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18:06 16.10.2011
Detailreich: Jörg Liebe baut einen Maf-Feuerwehrwagen. Quelle: André Kempner
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Markranstädt

Daneben ein Kamin, auf der anderen Seite steht ein Schraubstock zum Einspannen bereit. Ein Bild wie in einer echten Werkstatt – nur in zwölffacher Verkleinerung. In den Puppenstuben und Miniaturwerkstätten der Holzspielzeugmacher Liebe ist alles originalgetreu – und vor allem auch funktionsfähig.

Davon konnten sich die Besucher am gestrigen Tag des traditionellen Handwerks nicht nur in den Verkaufsräumen, sondern auch in der Werkstatt des Familienbetriebes überzeugen. Firma Liebe aus dem Markranstädter Ortsteil Frankenheim präsentierte ihre Miniaturen und erklärte den neugierigen Besuchern auch alles über die Herstellung.

1987 hatte Vater Wolfram Liebe aus dem Hobby seinen Beruf gemacht und nach der Ausbildung zum Holzspielzeugmacher die Firma eröffnet. Mittlerweile hat er auch seine Kinder angesteckt. Gemeinsam mit der Schwiegertochter stellen sie hier zu viert Puppenteller, -schränke und -sofas her. Nur fünf oder sechs andere Betriebe dieser Art gebe es in Deutschland, weiß Sohn Jörg Liebe. Und das Geschäft scheint bisher krisensicher. „Zwar gibt es immer mal wieder ein auf und ab, aber generell verkaufen sich die Produkte gut, auch wenn man davon natürlich nicht reich wird“, sagt der Geschäftsführer. Ein Geheimnis: Die Firma ist breit aufgestellt. Neben der Herstellung von Miniaturen, die vor allem an Fachgeschäfte, in jüngster Zeit aber auch über das Internet vertrieben werden, stellt die Firma auch Sonderanfertigungen her und ist vor allem in der Adventszeit für Reparaturen von Weihnachtspyramiden und anderen Waren aus dem Erzgebirge gefragt.

Dort haben Jörg Liebe und seine Frau auch ihre Ausbildung absolviert. „Doch da lag der Schwerpunkt naturgemäß auf Erzgebirgskunst. Was wir hier machen, müssen wir meist selbst entwickeln“, so Liebe. Und das kann eine ganze Weile dauern. Rund zwei Wochen Arbeit investieren die Handwerker, bis das Urmodell eines Schraubstocks steht. „Wenn unsere Produkte nicht funktionieren würden, wäre das viel einfacher. Aber so muss alles stimmen“, sagt Liebe, der vor allem auf Qualität setzt.

Und die Entwicklung immer neuer Modelle und Spiele geht weiter. In jüngster Zeit produziert die Firma auch Würfelmosaik, dessen Spielidee aus den 1920er-Jahren stammt. Aber auch fast schon vergessenes Spielzeug war in Liebes Werkstatt zu entdecken. So fand Ingeborg Uhlig einen Kreisel alter Machart – und führte den verdutzten kleinen und großen Zuschauern vor, wie der in Bewegung zu halten ist. Mit einer kleinen Peitsche wild schlagend trieb sie den Kreisel auf der Straße immer weiter vor sich her. Ein wahres Kunststück, wie alle, die es auch einmal ausprobieren wollten, schnell merkten. „Ich habe das als Kind oft gespielt“, verriet die Seniorin ihr Geheimnis.

Kerstin Leppich

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