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Markranstädt Künftig frischer Wels aus Markranstädt
Region Markranstädt Künftig frischer Wels aus Markranstädt
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17:26 19.05.2015
Künftige Aquakultur wird bedacht: An der Bundesstraße sollen in der alten Lagerhalle von einer Tochterfima von Födisch rund einhundert Tonnen afrikanischer Wels jährlich produziert werden. Quelle: André Kempner

In Holger Födischs Büro im fünften Stock der Dr. Födisch Umwelttmesstechnik AG in der Zwenkauer Straße fällt der Blick sofort auf ein riesiges Aquarium gegenüber dem Schreibtisch des unternehmungslustigen Markranstädters. Ob ihn der Anblick bei seiner Entscheidung für die Fischzucht beeinflusst hat? Auf die Frage muss Födisch schmunzeln. "Irgendwie schon", gibt er zu.

Aber eigentlich auch nicht. Sie hätten alle möglichen Szenarien durchgespielt für die Nutzung der Restwärme des innovativen Firmenkomplexes, erzählt er. Wie berichtet, stellt die Firma über zwei so genannte Solartracker ihren eigenen Strom und über Gasturbinen und Holzhackschnitzelbrenner mehr als genug Wärme für ihre eigene Heizung her. "Bei unseren Berechnungen hat sich die energetische Verbindung zur Fischzucht als perfekt dargestellt", erzählt er. Schließlich würden die Fische das ganze Jahr über warmes Wasser benötigen.

Rund einhundert Tonnen afrikanischen Wels will Födisch zusammen mit einem Grimmaer Fischereimeister jährlich in einer alten Lagerhalle produzieren. In 24 Bassins sollen die wohlschmeckenden Tiere in fünf bis sechs Monaten zur Schlachtreife groß gezogen werden. Auch ein Lagerverkauf ist vorgesehen. Die Halle kennen bislang vor allem die Feuerwehrleute: Dort hatte es oft gebrannt, weil das Haus lange Zeit offen stand, niemandem zu gehören schien.

Inzwischen befindet sich ein massiver Zaun um das Gelände, hat die Firma Efa (Energietechnisches Forschungs- und Anwendungsszentrum) Leipzig das Gebäude und das rund 80000 Quadratmeter große Areal entlang der Bundesstraße und hinter der Födisch-Firmenzentrale von den Donauwörther Eigentümern übernommen, erzählt Födisch, selber Mehrheitsgesellschafter beim Efa. Vertraglich sei der Kauf 2018 vereinbart. Der Bauantrag sei eingereicht, derzeit liefen auch die Gespräche mit den Banken. Födisch: "Wir sind auf einem guten Weg, wir kriegen das hin."

Gestern hob ein Autokran bereits die stark isolierende Sandwich-Paneele für die Bedachung auf die sanierten Dachträger der Halle. Bis Ende April werde auf dem wieder geschlossenen Dach auch eine weitere Photovoltaik-Anlage mit einer Leistung von 160 Kilowatt Spitze aufgebaut. Zusammen mit der Anlage auf der so genannten Energiehalle würden dann bis zu 400 Kilowatt Solarstrom ins öffentliche Netz eingespeist, erklärte er.

Dem Unternehmer kommt bei seinen Planungen zugute, dass schon 1992 für das ganze Gebiet des ehemaligen Kraftwerks Kulkwitz ein noch heute gültiger Bebauungsplan aufgestellt wurde. Darin war von einem Gewerbegebiet an der Straße die Rede, waren auch ein Möbelhaus und Wohnhäuser vorgesehen. Das Einrichtungshaus sei sicher Geschichte, meint Födisch. Aber für den an der Bundesstraße liegenden Teil könne er sich eine Autowerkstatt und eine Tankstelle vorstellen. Auf jeden Fall wolle er im hinteren Teil auf den Brachflächen eine weitere Freiflächenphotovoltaikanlage errichten.

Was einmal mit dem riesigen Kohlebunker des Kraftwerks geschehe, wisse er noch nicht. Derzeit würden Ideen für eine Nutzung gesammelt, denn ein Abriss sei viel zu teuer. Das Gebäude solle auf jeden Fall verschönert werden, "vielleicht bringen wir an der Südseite auch Solarpaneele an", meint Energieprofi Födisch.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 05.04.2013

Jörg ter Vehn

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