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Kulkwitzer Schutzgebiet verdoppelt: Die Lachen der Lämmer

Kulkwitzer Schutzgebiet verdoppelt: Die Lachen der Lämmer

Markranstädt. So richtig mitbekommen haben es selbst die Umweltexperten nicht: Das Naturschutzgebiet Kulkwitzer Lachen ist seit dem Frühjahr offiziell doppelt so groß, umfasst nun auch die Flächen der ehemaligen Aschekippe bis hoch zur Bundesstraße 186. Die Lämmer und Kälber freut's.

Seit Oktober 1990, damals noch durch Anordnung des "Regierungsbevollmächtigten des Verwaltungsbezirkes Leipzig", sind die Kulkwitzer Lachen östlich von Kulkwitz und Gärnitz anerkanntes Naturschutzgebiet (NSG) mit einer Fläche von 35,67 Hektar.

Der Naturschutzbund (Nabu) Landesverband Sachsen bewirtschaftet die Flächen seit vielen Jahren extensiv. Schottische Highland Rinder und eine Herde Leineschafe halten die wertvollen Magerwiesen rund um die Gewässer kurz. "Zugleich versuchen wir, die alte Rasse der Leineschafe hier zu erhalten", erzählt Landschaftspflegerin Juliane Grießbach. Die als robust geltende Haustierrasse werde immer seltener, weil sie inzwischen oft mit Schafen gekreuzt ist, die mehr Fleisch versprechen. Grießbach weiß das, muss mitunter lange nach neuen Böcke für die Zucht suchen.

In diesem Frühjahr kam aber reichlich Nachwuchs. 40 Lämmer seien seit April geboren worden, die Herde inzwischen rund 75 Tiere stark, sagt sie. Und bei den Rinder seien es fünf Kälber, "und auf eines warten wir noch", erzählt die studierte Landwirtin.

Platz genug für die Tiere gibt es nun. In den Vorjahren sei immer mal im Gespräch gewesen, dass der Eigentümer die Flächen der Kippe nördlich der Lachen verkauft, darauf Solaranlagen aufgestellt würden, erklärt Ina Ebert vom Nabu-Landesverband. "Der Schutz der gesamten Flächen tut nun auch den Lachen gut", weiß sie. Nicht auszudenken sei, was für Folgen eine riesige verspiegelte Fläche neben den Lachen für die Vögel gehabt hätte. Mit der neuen Schutzgebietsverordnung vom Frühjahr sei nun klar, dass die Flächen dem Naturschutz dienen müssten. "Obwohl sich für uns nicht viel ändert", erklärt Ebert. Denn bewirtschaftet worden seien die Kippenflächen schon zuvor vom Nabu.

Grundlage für die neue Ausdehnung sei ein Schutzgebietsgutachten gewesen, welches nach aktuellen naturschutzfachlichen Gesichtspunkten eine flächenmäßige Ausdehnung eines Schutzgebietes begründet, erklärte das Landratsamt. Das neue NSG umfasse eine Fläche von 70,5 Hektar. Maßgeblich seien die aus bergbaulichen Hohlformen entstandenen wertvolle Feuchtgebiete. "Es entwickelten sich auf Grund jahreszeitlich unterschiedlicher Wasserstände dichte Verlandungszonen aus Schilf- und Rohrkolbenbeständen sowie offene Wasserflächen", so das Amt. Bei der nördlichen Erweiterung handele es sich um an die Lache angrenzende flache Kleingewässer sowie umfangreiche artenarme Grünlandflächen und strukturreiche Sukzessionsfluren. "Das abgedeckte Plateau der ehemaligen Aschedeponie weist ein mesophiles, mageres und blütenreiches Grünland auf", heißt es. Ein 15 bis 60 Meter breiter Pufferstreifen, der ackerbaulich genutzt wird, ergänzt im südlichen Randbereich der Lachen das neue Schutzgebiet.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 13.05.2015
Jörg ter Vehn

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