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Markranstädt Lärmaktionsplan: Forderungen nach Tempo 30 werden wieder lauter
Region Markranstädt Lärmaktionsplan: Forderungen nach Tempo 30 werden wieder lauter
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08:00 23.01.2013
Verkehrslärm und Emissionen durch die geschlossene Schranke in der Schkeuditzer Straße: Der Eisenbahnlärm selber ist in der Lärmkartierung noch gar nicht enthalten. Quelle: Andr Kempner
Markranstädt

Bauamtsleiterin Uta Richter moderierte die Versammlung, zu der gut 40 Bürger gekommen waren. Sie forderte die Gäste wiederholt auf, sich mit kreativen Ideen an der Lärmminderung zu beteiligen. Hubert Flemming musste sie nicht lange fragen. Der Anwohner der Zwenkauer Straße (B186) berichtete von lärmenden Lastern auch nachts. „Da wackelt alles im Schrank", meinte er. Nicht nur die Menschen, auch die Häuser würden drunter leiden. Die meisten Laster seien Mautflüchtlinge, die sich via Markranstädt ein Stück Autobahn sparten, meinte er. Das erzählte auch ein Bewohner vom Ortseingang an der Schkeuditzer Straße. Die Laster gäben sogar noch Gas, wenn sie die noch offene Bahnschranken sähen, hatte er bemerkt. Von Mautflüchtlingen wollten die Kontroll-Behörden jedoch nichts wissen, erläuterte Hartmut Kauschke von der Stadt. Diese würden argumentieren, es handele sich um Anlieferverkehr für die ausgedehnten Gewerbegebiete von Markranstädt. Tatsächlich sei der Anteil des Schwerlastverkehrs in der Leipziger Straße in den letzten Jahren jedoch gestiegen, selbiges belegen Zählungen für die Schkeuditzer Straße, wo der Anteil auf gut 14 Prozent kommt. So kamen Ideen wie LKW-Nachtfahrverbot, Lastbeschränkung, Tempo 30 und mehr schnell auf. Burkhard Schmidt von der Arbeitsgemeinschaft Verkehrslärm, die sich seit langem mit dem Thema beschäftigt, warnte jedoch, nicht nur Papier zu produzieren. Die AG habe viele Maßnahmen zusammengetragen, Bundesverkehrsminister Ramsauer wie das Landratsamt angeschrieben. „Wir haben fast keine Resonanz bekommen", sagte er. Alle würde abwarten, was der andere tue. Als Beispiel nannte er auch abschlägige Antworten auf Tempo-30 in der City. Laut Planer Henrik Hübner, der für die Stadt den Aktionsplan vorbereitet, brächte das bei einem Schwerlastanteil von zehn Prozent eine Lärmminderung von zwei bis drei Dezibel, technisch gesehen fast eine Halbierung der Emissionsenergie. Joachim Ponitka von der Straßenverkehrsbehörde warnte jedoch, Tempo 30 als Allheilmittel zu betrachten. Eine solche Temporeduzierung sei rechtswidrig, wenn sie nicht nachweislich die Reduzierung bringe. Er bat darum, seine Behörde nicht als Gegner, sondern als Partner zu sehen. Schließlich habe er bei allen Stellungnahmen immer wieder auf den Bau einer Umgehungsstraße gedrängt, so Ponitka. Das zuständige Landesamt für Straßenbau und Verkehr habe die Umweltprüfung dafür bereits angeschoben, in diesem Jahr solle die Linienbestimmung beginnen, sagte er. Hübner erklärte, auch kleine Maßnahmen, mit denen der Verkehr weiter von den Häusern abrückt, brächten bis dahin schon Erfolge. Solches plane die Stadt beim Umbau der Leipziger Straße, so Richter. Diese werde insgesamt schmaler, schaffe mehr Raum daneben für leise Fußgänger und Radfahrer. Wie berichtet, soll in diesem Jahr der Umbau beginnen.

Jörg ter Vehn

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