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Leipziger Straße: Kita statt Schandfleck

Leipziger Straße: Kita statt Schandfleck

Gleich drei Fliegen mit einer Klappe wollen Volker Kirschner als stellvertretender Bürgermeister von Markranstädt und die Erste Beigeordnete Beate Lehmann beim Umbau der Leipziger Straße 20-24 schlagen.

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Anstelle dieses Schandflecks sähe die Stadt gern eine Entwicklung mit Handwerksbetrieb und einer neuen Innenstadt-Kita.

Quelle: André Kempner

Markranstädt. Alte Markranstädter kennen die Adresse noch als ehemalige Milchbar, "und dahinter lag das alte Kaufhaus", erzählt Kirschner. Wie berichtet, liegt die Fläche an der Magistrale von Markranstädt seit Jahren brach. Im Wahlkampf im vorigen Herbst kam das Areal kurz ins Schlaglicht der Öffentlichkeit, weil eine kaufinteressierte Handwerkerfamilie ein Plakat anbringen ließ und wetterte, dort könne längst etwas geschehen sein, wenn sich Bürgermeisterin Carina Radon nicht dagegen wehren würde. Die hatte darauf gepocht, dass die zur Fläche gehörenden zwei Grundstücke gemeinsam veräußert und entwickelt werden sollten gemäß der damaligen Stadtsanierungsziele.

Inzwischen ist Radon weg, die Handwerker wollen immer noch einen Teil der Fläche erwerben - und die Stadt überlegt, den Rest zu entwickeln. "Wir benötigen noch eine neue Kita", erklärt Kirschner. "Und wir hätten gerne eine in der Innenstadt." Damit ließen sich gleich mehrere Fliegen mit einer Klappe schlagen: Der Schandfleck verschwinde, die Kita entstehe und die Leipziger Straße werde weiter belebt, ergänzt Lehmann.

Einen Dämpfer erhielt die Idee diese Woche, weil die Baufläche für die gewünschte Anzahl von 60 Kita- und 16 Krippenplätzen inklusive Rettungswegen, An- und Abfahrt und Grünflächen zu klein ist. "Wir wollen jetzt herausfinden, wie viele Plätze dort überhaupt geschaffen werden könnten", erklärt Kirschner das weitere Vorgehen.

Lehmann hatte im jüngsten Stadtrat schon einen Vorstoß zum Kita-Bau angekündigt. Sie wolle bis Ende September den Förderantrag stellen, beteuerte sie diese Woche. Im Falle der Leipziger Straße komme begünstigend hinzu, dass es derzeit noch Mittel für den Abriss der alten Gebäude im Rahmen des Stadtentwicklungsprogramms gebe.

Benötigt würden die weiteren Plätze auf jeden Fall, meint Lehmann. Derzeit werde gerade der dazugehörige Kita-Bedarfsplan überarbeitet. Wegen der hohen Zahl der Zuzüge junger Frauen seien aber weitere Geburten absehbar - und damit der Kita-Bedarf. "Wir ernten damit die Früchte der Arbeit der letzten 20 Jahre", meint Lehmann mit Blick auf die aufgebaute Infrastruktur mit sanierten Schulen und Sporthallen.

Am heutigen Donnerstag wollen die Stadträte sich am Grundstück treffen und die Entwicklungsmöglichkeiten ausloten. "Viele Stadtvertreter sind noch nicht so lange im Amt, kennen die alten Stadtsanierungsziele kaum", erklärt Kirschner. Vielleicht sei es auch an der Zeit, die vor 15 Jahren aufgestellten Ziele zu überprüfen, an heutige Verhältnisse anzupassen und zu überarbeiten, denkt er laut nach.

Ob es zum Bau einer Kita kommt, ist dennoch unklar. Einzelne Stadträte haben schon Bedenken wegen der zusätzlichen jährlichen Betriebskosten von rund 250 000 Euro geäußert.

 

 

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 13.06.2013

Jörg ter Vehn

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