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Markranstädt Leselust tauschen, teilen, schenken
Region Markranstädt Leselust tauschen, teilen, schenken
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13:54 19.05.2015
Viele helfende Hände stellten gestern das Bücherregal auf. Quelle: André Kempner

Sechs Bretter hat das kleine Regal im Eingangsbereich des Mehrgenerationenhauses, zwei waren gestern Mittag bereits voll: Unterhaltungsliteratur à la Utta Danella, Heinz Konsalik und ähnlichen Autoren war anfangs in der Überzahl. Aber das muss nicht so bleiben. Denn ein Austausch ist gewollt.

"Ich habe solche Regale schon in anderen Städten gesehen und war gleich fasziniert von der Idee", erzählte Andrea Teuscher vom Kinderfestverein, auf die die Initiative zurückgeht. "Bücher schmeißt man doch nicht einfach weg", sagte sie und empfiehlt in einem solchen Fall jetzt das Bücherregal im Mehrgenerationenhaus.

Katrin Hänel hätte sich vor Kurzem das Regal schon gewünscht. Da war ihre Oma umgezogen, die musste sich von vielem trennen, so auch von einem Teil ihrer Büchersammlung. "Da ging dann die Frage rum, wer möchte noch 400 Bände haben?", erzählte Hänel. Natürlich habe niemand so viele aufnehmen können, schweren Herzens seien die Bücher in der Altpapierpresse gelandet.

Platz für 400 Schmöker wäre im Mehrgenerationenhaus vielleicht auch nicht gewesen. Aber für etliche davon sicher schon. Denn die Idee des Regals ist denkbar einfach: Wer ein Buch übrig hat, bringt es einfach vorbei. Wer eines haben will, leiht es sich, so lange er oder sie will, oder behält es ganz. Gebühren werden keine verlangt. Sinnvoll ist es zum Beispiel, für jedes geliehene Buch ein anderes wieder ins Regal zu stellen. Bedingung ist das aber nicht. Gepflegt wird das Regal von Frank Hartmann, dem Projektbeauftragten des Mehrgenerationenhauses. Er kennt ähnliche Projekte selbst aus großen Mietshäusern, wo Leute einfach ihre ausgelesenen Exemplare in einen Karton im Flur stellen - zum Mitnehmen für jedermann.

Angst, dass das Regal schnell verödet, hat Stadtsprecherin Heike Helbig nicht. Aus der Stadtbibliothek wisse sie, dass immer mal Bürger anfragen, ob sie dort nicht ihre ausgelesenen Werke hinbringen könnten. Dort passe es oft nicht in die Auswahl, oder sei schon vorhanden, empfiehlt Helbig künftig erst den Gang zum Mehrgenerationenhaus. Eine Konkurrenz zur Bücherei wolle das offene Regal nicht sein, so Teuscher. Vielleicht sei aber das Regal etwas einfacher und zwangloser für einige, die so eventuell wieder mehr zum Lesen fänden.

Für den Kinderfestverein ist das Lesen ohnehin zentrales Thema, das sich auch durch die Feier am Wochenende zieht. Bei der Kinderfestgala am Freitag ab 18 Uhr im KuK zum Beispiel werden Grundschulkinder ihre bei einem Projekt selbst gefertigten Werke vorstellen. Und am Sonnabend ab 10 Uhr werden wieder Prominente für Kinder vorlesen - in einem eigens dafür aufgestellten Zelt am Stadtbad.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 08.07.2014
Jörg ter Vehn

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