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Markranstädt Lindennaundorfer Bockwindmühle dreht sich nun auf der Festwiese
Region Markranstädt Lindennaundorfer Bockwindmühle dreht sich nun auf der Festwiese
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18:53 24.05.2010
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Markranstädt

Die Jahrhunderte alte Handwerkskunst steht auch noch heute hoch im Kurs: Der Umzug der Lindennaundorfer Bockwindmühle vom Mittelweg an den 440 Meter entfernten Standort auf der Festwiese haben zahlreiche Besucher verfolgt. Dass das auch künftig so bleiben soll, betonte Markranstädts Bürgermeisterin Carina Radon (CDU), die die Lindennaundorfer Bockwindmühle als einen wichtigen Baustein der touristischen Attraktionen in Markranstädt bezeichnete. Die Stadt hatte das Vorhaben vor allem mit dem Pachtvertrag unterstützt. „Lindennaundorf ist bekannt für diese Mühle, die viele noch aus der aktiven Zeit der Familie Bude kennen“, freute sich Ortsvorsteher Jörg Frommolt über den geglückten Umzug.

Markranstädt. Nach ihrer umfangreichen Sanierung konnte gestern zum 17. Deutschen Mühlentag die Lindennaundorfer Bockwindmühle am neuen Standort feierlich eröffnet werden. Trotz Regens waren hunderte Besucher aus Markranstädt und Leipzig auf die Festwiese gekommen – vor allem um das unter der Regie des Heimatvereins Frankenheim-Lindennaundorf liebevoll sanierte technische Denkmal aus der Nähe zu betrachten.

Mitangepackt, das wurde in zahlreichen Reden sehr deutlich, hat nicht nur der harte Kern der etwa 30 „Mühlenverrückten“ um den Heimatvereinsvorsitzenden Jens Schwertfeger, sondern auch viele Helfer aus dem Ort und der Umgebung standen mit Spenden, Rat und Tat beiseite, damit auch nachfolgenden Generationen die damalige Handwerkskunst vor Augen geführt werden kann. Ehrenurkunden überreichte Schwertfeger der Bürgermeisterin für die engagierte Hilfe bei dem Vorhaben. Heinz-Otto Klas wurde für seine großzügige Anschubfinanzierung ausgezeichnet, dank der Ende 2008 das Projekt begonnen werden konnte, als die Pläne existierten. „Wenn wir noch drei Jahre gewartet hätten, wäre sie zusammengefallen“, sagte Klas und betonte, dass es sich um eine „technische Maschine handelt, die wie ein Haus verkleidet ist“. Auch Werner Thamm, der trotz seiner 75 Jahre Samstag noch auf den Flügeln gestanden und geschweißt hatte, wurde für die tatkräftige Unterstützung geehrt.

Pfarrerin Ines Nagel von der Kirchgemeinde Rückmarsdorf-Dölzig erinnerte daran, dass die Mühle auch das Leben und Arbeiten der Vorfahren zeige und damit, was sie geleistet haben. Auch wenn, wie Schwertfeger zugab, noch kleinere Arbeiten anstehen, kann nun Getreide gemahlen werden – per eingebautem Motor von 1937 oder mit Windkraft. Dafür muss die Mühle in den Wind gedreht werden. „Da die Kammradwelle noch nicht so glatt läuft, brauchen wir dafür stärkeren Wind“, erklärte Klas. Die Gästeschar inspizierte den Ort auf zwei Etagen, an dem früher der Müller sein Werk verrichtete und Getreide zu Mehl mahlte. In den Köpfen der Macher aus dem Ort schlummert derweil schon das nächste Projekt. „Wir wollen einen Holzbackofen aufstellen, um auch Brot aus dem Getreide backen zu können und falls möglich ein Gebäude dafür errichten“, kündigte Schwertfeger an.

Kendra Reinhardt

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Sie haben es rechtzeitig geschafft: Nachdem in Frankenheim vor einem Jahr noch am alten Standort der erste Nagel der Bockwindmühle gezogen wurde, steht das Bauwerk nun pünktlich zum diesjährigen 17. Deutschen Mühlentag am Pfingstmontag komplett saniert auf der 450 Meter entfernten Festwiese.

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