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Markranstädt Löhnert mit neuer Maschine in „Champions League“
Region Markranstädt Löhnert mit neuer Maschine in „Champions League“
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00:19 10.07.2017
Thomas Löhnert (l.) schaut den Monteuren beim Aufbau der neuen Druckmaschine zu. Quelle: Andre Kempner
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Markranstädt

Früher war der Großraum Leipzig eine Druckereienhochburg. In den Jahren nach der Wende kam aber für viele renommierte Betriebe ein böses Erwachen. Nicht so bei Löhnert Druck. Inhaber Thomas Löhnert lässt im Gewerbegebiet Frankenheim gerade für gut 1,4 Millionen Euro eine zweite riesige Bogenoffsetdruckmaschine aufstellen.

Bei dem heutigen Geschäft müsse man extrem flexibel sein, erklärt er den Hintergrund. Die bisherige Heidelberg Speedmaster, die er auch erst 2011 erwarb, könne Bögen im Format von bis zu 72 mal 102 Zentimeter (etwa A 1) fünffarbig drucken, plus eine Lackschicht auftragen. Letzteres mache den Druck abriebfester, erleichtere auch die Weiterverarbeitung, erklärt er die Lackierung.

Die neue Heidelberg Speedmaster drucke auf dem selben Format vierfarbig, aber ergänze damit den Maschinenpark. Er habe eine „schlanke Maschine“ gewollt, um die Kapazität zu erhöhen. So könne er flexibler entscheiden, welche Maschine er für welchen Zweck einsetze, erklärt Löhnert den Hintergrund.

Gedruckt wird bei den teuren Maschinen sowieso rund um die Uhr. 22 Mitarbeiter seien bei ihm beschäftigt, viele im Drei-Schicht-System bei rollender Woche, also auch samstags und sonntags. Gut 12 000 Bögen, auf denen jeweils 16 DIN A 4-Seiten Platz finden, wirft eine Speedmaster pro Stunde aus. Die Weiterverarbeitung durch Heften oder Binden geschehe aber normal tagsüber, sagt Löhnert. Insgesamt sei die Firma „vollstufig“ organisiert, könne von der Annahme der Aufträge über die Druckvorbereitung und Plattenherstellung bis zum Drucken und Binden alles erledigen. Der Umwelt zuliebe werde mit einer Technologie gearbeitet, die den Farbverbrauch beim Druck reduziere. Und gänzlich chemiefrei sei zum Beispiel die Plattenherstellung ausgelegt, die er erst vor drei Jahren erneuert habe, erzählt der Chef.

Ab nächster Woche liefen die ersten Probedrucke der neuen Maschine, künftig könne er damit doppelt so viele Bögen pro Stunde drucken. Damit steige der Betrieb sachsenweit unter den Akzidenzdruckereien sozusagen in die Champions League auf, schmunzelt der 55-jährige Ingenieur.

Obwohl im industriellen Maßstab auf einer Fläche von 1400 Quadratmetern produziert und gelagert wird, geht es bei Löhnert Druck eher familiär zu, gibt es Gespräche und persönlichen Kontakt mit den Kunden. „Beratung wird wieder wichtiger“, erklärt der Inhaber. Auch Druckerei-Fachmann Lothar Gutsche sieht da den Standort Leipzig von Vorteil. „Es gibt wieder einen zunehmenden Markt für den Qualitätsdruck“, erklärt er und wirbt für den Druckstandort Leipzig. „Die Tendenz ist eindeutig“, meint auch Löhnert.

Seine Kunden belegen das. Neben Produkten für den Zoo Leipzig und dem MDR-Journal „Hauptsache gesund“ druckt das Haus in Frankenheim auch den „Player“ für die Kinos, für das Schauspielhaus, die Oper, aber auch Fachbücher, Folianten, Firmenprospekte - selbst der Günter-Rössler-Aktkalender sei hier viele Jahre entstanden, erklärt Löhnert. Gedruckt werde so ziemlich alles – „und wenn wir es nicht selber herstellen können, vermitteln wir es gerne weiter an einen unserer befreundeten Betriebe in unserem Netzwerk im Raum Leipzig“, sagt Löhnert.

Von Jörg ter Vehn

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