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Markranstädt Lösung für ungeliebte neue Gärnitzer Seenplatte kommt in Sicht
Region Markranstädt Lösung für ungeliebte neue Gärnitzer Seenplatte kommt in Sicht
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07:00 09.11.2017
2014 nur mit Boot erreichbar, jetzt fast im Trockenen: In der Vernässungsstelle Gärnitz ist der Pegel gefallen. Das Pumpenhaus könnte nun saniert werden. Quelle: Fotos: Kempner, ter Vehn
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Markranstädt

Sie entstanden im vorigen Jahrhundert als Folge des Braunkohlenbergbaus, beschäftigten jahrelang schon viele Planer, Umweltschützer und Politiker. Jetzt könnte sich für die umstrittenen Vernässungsflächen bei Gärnitz eine einfache Lösung abzeichnen.

2016 noch hatte die Stadt Markranstädt mehr als eine halbe Million Euro in ihrem Etat eingeplant, um das Problem zu lösen: Riesige Gräben sollten damals gezogen werden, damit das Oberflächenwasser, das sich seit dem Abstellen der KWL-Pumpen im Jahr 2010 in den Senken gesammelt hatte, Richtung Thronitz abfließen könnte. Der Bau kam jedoch nicht in Gang, die Stadt fürchtete extrem hohe Pflegekosten für die bis zu sechs Meter tiefen Entwässerungsgräben.

Die Senken entstanden Anfang des vorigen Jahrhunderts als Folge des Braunkohlebergbaus, bei dem wie damals üblich erst Flöze leergeschürft wurden, um sie dann einstürzen zu lassen. Ärgerlich, dass durch die Flächen ein paar Entwässerungsgräben führten, so dass aus den Senken ungeliebte Seen wurden, die von Amts wegen auch noch mit Mindesttiefe festgestellt sind. Mehr Wasser abpumpen dürfe die Stadt aus Rücksicht auf Flora und Fauna im Gewässer nicht, wurde vom Kreis geregelt. Die Stadt zieht jetzt vors Verwaltungsgericht.

Eine Szene von 2014: Das Pumpenhaus in Gärnitz ist abgesoffen. Quelle: Kempner

Petrus ist das egal. Er ließ in diesem Jahr die Seen mangels Regen sogar einmal bis auf wenige große Pfützen eintrocknen, seitdem schwellen sie aber wieder an. Trotzdem: In diesem Jahr seien die städtischen Pumpen noch gar nicht gelaufen, im Vorjahr nur sehr wenig, bestätigte die Erste Beigeordnete Beate Lehmann.

Sie setzt auf neue Förderbestimmungen zur Braunkohlesanierung. Im Frühjahr seien alle Kommunen ermuntert worden, Anträge zu stellen, wenn sie Probleme ihrer Entwässerung wegen der Braunkohlesanierung hätten. Die Markranstädter Probleme waren bislang mit dem Verweis auf die Bergbautätigkeit vor den DDR-Zeiten beiseite geschoben worden. Das soll jetzt anders sein.

Die Stadt hat nun beantragt, die Vernässungsfläche Kulkwitz mit Pumpen zum Dorfteich und von dort in die Kanalisation abzuleiten, die Fläche Gärnitz über Pumpen in den Wiesengraben zu entwässern und die defekte Ableitung vom Kleingartenverein „Feierstunde“ zu erneuern. Letztlich sei der Betrieb der Pumpen – wenn überhaupt nötig - die preiswerteste Variante, die Vernässungsflächen klein zu halten, so Lehmann.

Von Jörg ter Vehn

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