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Markranstädt Malernder Maurer Jürgen Wachwitz stellt im Heimatmuseum aus
Region Markranstädt Malernder Maurer Jürgen Wachwitz stellt im Heimatmuseum aus
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00:27 12.09.2015
Jürgen Wachwitz am Mittwoch im Heimatmuseum Markranstädt bei den letzten Vorbereitungen für die Vernissage am Sonnabend. Quelle: Kempner
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Markranstädt

„Wir fangen gleich nach der Sommerpause wieder mit einem Knaller an“, freut sich Bernd Eckert vom Heimatmuseum Markranstädt. Ab Sonnabend stellt dort der malernde Markranstädter Maurer Jürgen Wachwitz aus.

„Ich hab heute noch 60 Quadratmeter Putz vor mir“, seufzt der 53-Jährige früh beim Fototermin. In Arbeitskluft, so gar nicht künstlerisch aufgemotzt, erscheint der Familienvater, erzählt von seinem zweiten Leben ab dem 50. Lebensjahr. Da habe er einen Strich unter sein bisheriges Leben gezogen, sich gefragt, was er denn noch so tun wolle in seinen verbleibenden Jahren. Geschenkte Farbe und ein passendes Buch taten ein Übriges – Wachwitz fing zu malen an.

„Ich wusste gar nicht, dass ich das kann“, erzählt er, einige Dutzend Bilder später. Blumen, Landschaften, Phantasiebilder, zerbrochene Herzen, doppelte Gesichter – Wachwitz malt, was ihm in den Sinn kommt. Und immer wieder Kerzen. Meist hält er sie in dem Moment fest, wenn ihnen gerade jemand die Flamme gelöscht hat, wenn vom Docht eine feine Rauchfahne zum Bildrand zieht. Eine tiefere Bedeutung? Wachwitz zuckt die Schultern. „Sieht doch gut aus, oder?“

Eine ganze Reihe von Kerzenbildern hat er inzwischen schon wieder abgegeben. „Die Kerzen male ich im Auftrag meiner Frau“, sagt er lächelnd. Die vertreibe Kerzen zuhause, daher hingen dort auch seine Bilder. Aber nie sehr lange. „Bei meiner letzten Ausstellung sind auch alle Kerzen weggegangen", meint er stolz.

Zur Ausstellung im Heimatmuseum sei er über Wolfram Friedel gekommen, so Wachwitz. Der habe eigentlich Fotos seiner Bilder im Museum ausstellen wollen. „Aber wenn der Künstler noch lebt, wollen wir natürlich lieber das Original hier haben“, meint Eckert. Bei der Vielzahl von Ausstellungen wolle er ungern Kopien aushängen. Trotzdem: Friedels Fotos werden als eine Art Katalog ausgelegt.

Eigentlich stamme er ja aus Markkleeberg, erzählt der malernde Mauer. Er wohne aber schon lange in Markranstädt, habe hier auch seinen Betrieb. „Er hat die 15 Jahre Probezeit für einen Marktranstädter auch schon hinter sich“, schmunzelt Freund Frank Stierke. Mit ihm teilt Wachwitz eine andere Leidenschaft: Sie wollen etwas losmachen in Markranstädt, haben unter anderem DJ Rainer Kohler überzeugen können, am 26. September eine große Tanzveranstaltung in der Stadthalle aufzuziehen. Die Halle sei inzwischen ausverkauft, es gebe nur noch ganz wenige Restplätze, erklärt Stierke, erfreut über die gute Mund-zu-Mund-Propaganda und Zusammenarbeit.

Etwas losmachen sollen Wachwitz’ Bilder auch fürs Heimatmuseum. „Wir wollen damit die Leute natürlich auch in unsere Räume locken“, erzählt Eckert. Geöffnet sei immer sonnabends von 10 bis 12 Uhr sowie nach Vereinbarung im Büro für Stadtgeschichte unter Tel. 034205 208949. Die Vernissage zur Schau finde diesen Sonnabend um 10 Uhr statt, die Bilder würden anschließend bis Ende Oktober hängen bleiben, so Eckert. Danach werde es voraussichtlich im Museum zu Weihnachten wieder eine Ausstellung zu Puppenstuben und Kaufmannsläden geben.

Von Jörg ter Vehn

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