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Markranstädt: Neue Kita soll im Park nahe dem Stadion entstehen

Markranstädt: Neue Kita soll im Park nahe dem Stadion entstehen

Die Stadt Markranstädt wird eine neue Kita im Bereich der Grünanlagen nahe dem Stadion am Bad bauen. Das ist das Ergebnis einer teils kontroversen Stadtratssitzung von Donnerstagabend.

Markranstädt. Angesichts eines Defizits von 18 Krippen- und 65 Kitaplätzen in der Bedarfsplanung war dabei die Entscheidung zum Bau keine echte Frage. Lediglich Stadtrat Winfried Busch (SPD) enthielt sich, war angesichts aktuell fehlender Fördergelder "skeptisch", ob denn jetzt ein solcher Beschluss gefasst werden müsste. Die Erste Beigeordnete Beate Lehmann erklärte, es solle nur gebaut werden, wenn auch Fördergelder fließen. Dafür sei es wichtig, den Grundsatzbeschluss und auch einen weiteren zum Standort zu fassen, um eine Planung fertig zu haben, falls in nächster Zeit Geld für Kitas bereitstehe. Dafür stünden die Zeichen gut, meinte sie.

Als es um den Standort ging, gingen die Vorstellungen aber auseinander. Die Stadt hatte den Räten ihre Bewertung von vier möglichen Standorten für die Kita übergeben, als ihren Favoriten den Park am Stadion genannt (die LVZ berichtete). Bürgermeister Jens Spiske (Freie Wähler Markranstädt) verwahrte sich gegen die Kritik aus Reihen der Linken, die Entscheidung beeinflussen zu wollen. "Aber ein Bürgermeister darf auch eine Meinung haben", sagte er.

Ingrid Barche (SPD, demnächst Bürger für Markranstädt) überraschte mit dem neuen Vorschlag, das Areal des Jugendbegegnungszentrums am Bad zu nehmen. Den Treff könne man "lehrerfrei" an den Schulen integrieren. Marko Daubitz (FDP) unterstützte sie. "Brauchen wir noch einen Jugendclub? Ist das noch zeitgemäß?", fragte er angesichts schlechter Nutzerzahlen. Wie berichtet, fördert auch der Kreis den Treff nicht mehr, unterstützt nur noch die Projektarbeit.

"Wir haben Jahre darum gekämpft, den Club aus der Schule herauszubekommen", erinnerte Busch. Auch Lehmann sprach sich gegen eine schnelle Entscheidung aus. Es sei zwar denkbar, dass ein Treff in der Schule eher angenommen werde. "Aber das können wir nicht über die Köpfe der Jugendlichen hinweg entscheiden", meinte sie.

Heike Kunzemann (Linke) legte eine eigene Bewertung vor, nach der der Standort am Westufer des Kulkwitzer Sees vorn lag, auch dieser Bereich kitamäßig besser erschlossen werde. In der nahen 10-KV-Leitung sah sie kein Problem, schließlich entstehe dort ja auch ein Wohngebiet, sagte sie. Frank Meißner (SPD) scheiterte mit einem Antrag, in den Ausschüssen nocheinmal in Ruhe über die Standorte zu beraten.

Schließlich setzte sich die CDU mit einem Antrag für den Standort am Stadion klar durch. Auch das Areal des JBZ solle einbezogen werden in die Überlegungen, erläuterte der Fraktionsvorsitzende Volker Kirschner.

 

 

Kurz notiert:

Ausbau schafft Kita-Plätze: Im Mehrgenerationenhaus entstehen kurzfristig 24 zusätzliche Plätze in der dortigen Kita. Möglich wird das, weil die Volkshochschule ihre Sprach - und Gesundheitsbildung ab dem Herbst in den Mitteltrakt verlegt. Einstimmig nickten die Stadträte eine Investition von rund 15 000 Euro für die Plätze ab.

Flächenübertragung: Die Stadt beabsichtigt, ihre laut Beschluss von 1999 noch fehlende Uferflächen am Westufer des Kulkwitzer See in den Zweckverband des Erholungsgebietes einzubringen. Die Stadträte stimmten auch der Absicht zu, aus fördergeldrechtlichen Gründen einen Erbbaupachtvertrag über die dort jüngst touristisch erschlossenen Fläche mit dem Verband abzuschließen. Damit soll insgesamt der Knatsch mit Leipzig um die Zukunft des Verbandes beendet werden.

Extra-Ausgaben: Eine Reihe von Maßnahmen wird teurer als geplant. Die Stadträte stimmten außerplanmäßigen Ausgaben für die Straßenbeleuchtung im Häuerweg in Gärnitz (20000 Euro), für den Erweiterungsbau der Döhlener Feuerwehr (24000 Euro) sowie für einen Werkraum im Untergeschoss der Oberschule (40000 Euro) zu. Dafür werde Geld im Haushalt umgeschichtet, etwa eine Solaranlage im Stadtbad erst später kommen, so Spiske. -tv

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 14.06.2014
Jörg ter Vehn

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