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Markranstädt denkt über eigenes schnelles Glasfaser-Netz nach

Internet in Gewerbegebieten und Ortsteilen zu langsam Markranstädt denkt über eigenes schnelles Glasfaser-Netz nach

Rund um die Kernstadt von Markranstädt wird das Internet immer langsamer. Ein Wettbewerbsnachteil, wie Unternehmer finden. Die Stadt überlegt nun, auf eigene Kappe ein Glasfaser-Netz aufzubauen und will das nun prüfen lassen.

Gut besucht war das Unternehmerfrühstück am Dienstag, bei dem Bürgermeister Jens Spiske (l.) die Überlegungen zum eigenen Glasfaser-Netz erörterte.

Quelle: Kempner

Markranstädt. Die Stadt Markranstädt will beim Thema Breitbandversorgung voran gehen. Bürgermeister Jens Spiske (FWM) kündigte beim Unternehmerfrühstück am Dienstag an, über den Bau eines stadteigenen Glasfasernetzes nachzudenken. Eine Machbarkeitsstudie, die Anfang Dezember durch den Stadtrat soll, werde überprüfen, unter welchen Bedingungen dieses Netz aufgebaut werden kann.

Hintergrund ist in Markranstädt mit seinen 17 Ortsteilen wie in anderen ländlich geprägten Gebieten auch eine Unterversorgung mit schnellen Internetverbindungen. Klaus Frank, mit seiner im mitteldeutschen Raum tätigen Fahrzeugbau-Firma im Gewerbegebiet Frankenheim ansässig, brachte es auf den Punkt: „Es ist heute ein Riesennachteil im Wettbewerb, wenn man kein schnelles Netz hat.“ Nur mit „viel Geld“ bekämen sie eine Lösung „gerade so“ hin. In Zahlen: In seiner Leipziger Wohnung habe er Download-Geschwindigkeiten von 40 Mbit pro Sekunde. In Frankenheim regulär nur 1,5.

Meist unter zwei Mbit/sec liege die Versorgung in den Ortsteilen, sagte Spiske. Frühere Förderprogramme hätten zwei Mbit als Standard angesehen, inzwischen würden bei der „Digitalen Offensive Sachsen“ 30 bis 50 Mbit/sec als Maß angesehen. Die Stadt habe daher in diesem Jahr ihre Bedarfsanalyse von 2011 überarbeitet. Ergebnis: Nur die Kernstadt gelte als gut versorgt. Für die 17 Ortsteile sowie die meisten Gewerbegebiete könnten Fördergelder von bis zu 75 Prozent für den Breitbandausbau beantragt werden.

Allerdings sei trotzdem ein „erheblicher finanzieller Eigenanteil“ durch die Stadt zu stemmen. Und dabei gehöre schnelles Internet nicht zu den Pflichtaufgaben einer Kommune wie etwa die Kita-Versorgung.

Zukunftsträchtig auch für wachsende Download-Ansprüche seien nach Meinung der Experten nur Glasfasernetze. Es gebe Kommunen wie Finsterwalde oder Eichenzell, die hätten ihre gesamten Orte damit auf eigene Kosten erschlossen. In letzterem etwa sei klar gesagt worden, nur bei einer verbindlichen Nutzungszusage von mindestens 60 Prozent aller Anlieger werde ein Ortsteil angeschlossen.

Wie die Konditionen in Markranstädt mit einem Investitionsaufwand von geschätzten zehn Millionen Euro aussehen müssten, soll nun die Studie klären, die nach Spiskes Ansage im Februar Aussagen treffen soll. In „sechs bis sieben Jahren“ könnten dann Stadt und Ortsteile komplett angeschlossen sein.

Angesichts des schnelllebigen Internet-Zeitalters fragten einige Unternehmen nach schnelleren, zeitnahen Lösungen. Spiske meinte darauf, dass die Überlegungen für ein stadteigenes Netz vielleicht die Telekommunikationsanbieter ja auch dazu bringen könnten, ihrerseits selber aktiv zu werden und kurzfristig Lösungen herbeizuführen.

Von Jörg ter Vehn

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