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Markranstädt Markranstädt empfängt wieder weit gereiste Gäste aus Ecuador
Region Markranstädt Markranstädt empfängt wieder weit gereiste Gäste aus Ecuador
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07:00 14.03.2017
Gruppenbild mit Gastgebern, Gästen, Schulleiter, Lehrern, Flaggen, Bällen und vielen freundlichen Gesichtern: Drei Wochen lang sind wieder Schüler aus Guayaquil in Ecuador zu Gast in Markranstädt und Schkeuditz. Quelle: Foto: Jörg ter Vehn
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Markranstädt

Genau 10 358 Kilometer entfernt liegt Guayaquil von Markranstädt. Seit Jahren gibt es trotzdem einen funktionierenden Schüleraustausch, den wohl exotischsten in der Region Leipzig. Jetzt sind wieder 23 junge Ecuadorianer zu Besuch.

Zum Auftakt gab es am Sonntagnachmittag erstmal ein kombiniertes Fuß- und Handballturnier im Sportcenter, mit gemischten Teams. Im Vorjahr, bei der Begrüßung im Jugendclub, seien alle Jugendlichen nach dem offiziellen Teil gleich zu den Ballspielen übergegangen, erzählt Heike Helbig vom Rathaus. Da sei die Idee geboren worden, beim nächsten Mal gleich ein Turnier zum Kennenlernen an den Anfang zu stellen. Es funktionierte.

Die 12- bis 14-Jährigen aus Ecuador sind bereits seit Anfang Februar in Deutschland. Erst bei Gastfamilien in Berlin untergebracht, absolvierten sie auch ein einwöchiges Skilager in Tschechien – „samt Prag-Besuch“, wie Sportlehrer Veikko Bersug erzählte. Der Deutsche, der in Leipzig studierte, ist seit Anfang an beim Austausch auf südamerikanischer Seite dabei. Bersug unterrichtet an der „Colegio Alemán Humboldt“, der Deutschen Schule von Guayaquil, der größten Stadt Ecuadors.

Seit 2002 gibt es den Austausch jährlich, seit inzwischen fünf Jahren ist auch die Stadt Markranstädt mit im Boot. Für die übergab Helbig jedem Schüler einen Naschbeutel, für alle zusammen einen Scheck über gut 400 Euro, als Zuschuss für den Besuch im Kletterpark.

Auf Markranstädter Seite ist Christian Ebel-Geißler Bersugs Gegenpart. Wie immer, hat er für die Kids ein großes Programm vorbereitet. Das begann Samstag mit dem Red-Bull-Heimspiel und endet in drei Wochen auch wieder mit einem. Dazwischen liegen Stadtrundgang, Go-Kart-Rennen, Kletterpark und mehr.

Höhepunkt für viele Jungs aus Südamerika war in den Vorjahren immer der Besuch von Herzogenaurach. Bekanntlich haben dort die beiden weltberühmten Sportartikelhersteller Adidas und Puma ihren Sitz – und allerlei berühmte Fußballschuhe von Pele bis heute sind dort ausgestellt. Nicht abgeneigt waren die kauffreudigen Teenager aus der Privatschule bislang auch an den nagelneuen Produkten aus dem Factory Outlet Store.

Kevin Léon ist in diesem Jahr das vierte Mal beim Austausch dabei. In gediegenem Deutsch erzählte der 16-Jährige, dass er später auch in Deutschland studieren wolle. „Wirtschaft“ sei sein Wunschfach. Ihm gefalle an Deutschland, dass er sich hier überall frei bewegen, im Bus auch Musik hören könne. „In Ecuador würde ich sofort bestohlen.“

Laura Tomalá ist 14 Jahre, das erste Mal dabei. „Ich will in diesem Jahr mein Sprachdiplom ablegen“, erklärt sie den Grund ihrer Reise noch etwas holprig. Ihre Gastfamilie habe extra etwas Spanisch für sie gelernt, ist sie dankbar. Und sie wolle gerne beim Lernen helfen.

Gymnasiums-Schulleiter Thomas Schönfeldt begrüßte die Gäste. Beide Häuser der Schule seien am Austausch beteiligt, freute er sich und dankte den jeweiligen Gasteltern. Gerade in Zeiten von zunehmendem Nationalismus sei der Schüleraustausch wichtig. „Wir wollen eine freie Welt, mit Freundschaft zu allen Völkern. Wir wollen, dass die Menschen reisen und sich kennen lernen können“, umriss er den Sinn des Austausches.

Von Jörg ter Vehn

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