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Markranstädt Markranstädt hat die höchsten Kita-Gebühren in der Region
Region Markranstädt Markranstädt hat die höchsten Kita-Gebühren in der Region
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07:00 04.11.2017
Das Markranstädter Rathaus. Quelle: André Kempner
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Markranstädt

Familien müssen künftig für die Kita tiefer in die Tasche greifen. Auch für Leseratten wird es in Markranstädt teurer. Das hat der Stadtrat in seiner öffentlichen Sitzung am Donnerstagabend mehrheitlich beschlossen.

Die Aufwendungen für die Kinderbetreuung sind in den vergangenen Jahren mit der Entwicklung der Betriebskosten, mit gestiegenen Löhnen und einem verbesserten Betreuungsschlüssel stetig gewachsen. Die leicht angehobenen Landeszuschüsse decken den Mehraufwand nicht, der kommunale Anteil wächst. „Wir haben das lange im Verwaltungsausschuss diskutiert, die Einnahmenseite muss ab dem nächsten Jahr erhöht werden“, erklärte Bürgermeister Jens Spiske (Freie Wähler).

Die Mahnungen von Heike Kunzemann (Die Linke) nach einer sozialeren Lösung liefen ins Leere. Sich der gesetzlichen Pflichtaufgabe nach Bereitstellung eines Betreuungsplatzes ab dem ersten Lebensjahr zu stellen, sei die eine Seite, die andere die Bezahlbarkeit, sagte sie. Die Elternbeiträge würden leider nicht einkommensabhängig festgesetzt. Ein entsprechender Antrag sei sinnlos, daher appelliere sie an das Herz der Stadträte, eine gerechte Lastenverteilung vorzunehmen. Die beschlossen jedoch ohne die Stimmen der Linken, den gesetzlich vorgegebenen Rahmen voll auszuschöpfen und im Krippenbereich an die 23 Prozent der Betriebskosten auf die Eltern umzulegen, im Kindergarten- und Hortbereich bis zu 30 Prozent.

Damit werden für die neunstündige Betreuung in der Krippe in Markranstädt ab 2018 genau 204,39 Euro statt bisher 191,66 Euro fällig. Die Kosten für den Hort steigen von 69,25 Euro auf 71,65 Euro. Die Kindergartengebühr erhöht sich von 115,38 Euro auf 131,55 Euro. Damit setzt sich Markranstädt im Vergleich mit den Nachbarkommunen noch vor Leipzig an die Spitze.

Auch Schmökern wird in Markranstädt teurer. Die Jahresgebühren der Stadtbibliothek, gestaffelt nach dem Alter 1,50 Euro für Kinder bis 14 Jahre, drei Euro für Jugendliche bis 18 Jahre und sechs Euro für Erwachsene, wurden seit der Einführung 1995 nicht mehr angepasst. „Wir wollen die Gebühren jetzt auf das Doppelte anheben“, sagte Bürgermeister Spiske, um das Ganze gleich darauf zu relativieren. Ein Euro im Monat für die Nutzung des kompletten Medienbestands inklusive der Online-Ausleihe sei für jeden erschwinglich, ebenso die geplanten sechs Euro für Jugendliche und drei für Kinder.

Damit verdoppelten sich die jährlichen Einnahmen durch Entgelte bei 539 registrierten Nutzern der Stadtbibliothek von 2026,50 Euro auf 4053 Euro. Kunzemann intervenierte für die Linke sogleich mit einem Änderungsantrag. Die Beiträge für Kinder und Jugendliche, die man zum Lesen anhalten wolle, sollten beibehalten werden, meinte sie, Erwachsene dagegen mit 14 Euro jährlich zur Kasse gebeten werden. Die Jahreseinnahmen beliefen sich damit auf 3658,50 Euro. Der Antrag wurde nach kurzer Diskussion von den anderen Fraktionen abgelehnt.

Im Rahmen der Stadtratssitzung hatte der Rathauschef am Donnerstag auch noch die angenehme Aufgabe, zwei Blumensträuße zu vergeben. Renate Röder bekam den ersten mit der Sächsischen Ehrenamtskarte überreicht. Sie gibt Flüchtlingen seit 2015 ehrenamtlich Deutschunterricht. „Die deutsche Sprache ist der Schlüssel zur Integration. Mir geht das Herz auf, wenn die ersten Konversationen stattfinden“, betonte Röder. Den zweiten Strauß bekam Sandra Schuh, die neue Leiterin der Nils-Holgersson-Grundschule in Großlehna (die LVZ berichtete).

Von Gislinde Redepenning

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