Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Markranstädt Markranstädt plant Breitbandausbau in Eigenregie
Region Markranstädt Markranstädt plant Breitbandausbau in Eigenregie
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
07:00 30.11.2017
Auch die Bewohner der Markranstädter Ortsteile sollen ans schnelle Internet. Quelle: dpa
Markranstädt

Beim Thema Breitbandausbau fährt die Stadt Markranstädt mehrgleisig, verfolgt auch immer noch den Aufbau eines Glasfasernetzes durch eine städtische Firma. Der Technische Ausschuss vergab am Montagabend dazu einen 50 000 Euro schweren Beratungs– und Planungsauftrag. Der wird zu hundert Prozent gefördert.

Den Zuschlag für das Paket bekam nach einer Angebotsaufforderung an vier Betriebe jene Hamburger Consultingfirma, die bereits im Vorjahr den Stadträten ein kommunales Glasfasernetz schmackhaft gemacht hatte. Es habe im Ergebnis bisheriger Beratungen Einvernehmen bestanden, dieses Betreibermodell weiter zu verfolgen, so das Rathaus in seiner Begründung. Dadurch solle „ein flächendeckendes Glasfasernetz sowie Eigentum der Stadt an dem Glasfasernetz geschaffen und langfristig Einflussmöglichkeit auf die Qualität der Breitbandversorgung gesichert werden“, heißt es.

Denn bislang traut die Stadt keiner der Internetausbaufirmen. Die seien auch nicht verpflichtet, trotz schriftlicher Ankündigung ihre Pläne umzusetzen, so das Rathaus schon im Vorjahr in einem Schreiben an die Räte. Somit bestehe die Gefahr, dass die Firmen nur in den Bereichen, die sich wirtschaftlich selbst tragen, den Ausbau vornehmen und die Stadt nicht flächendeckend versorgt werde.

Seit diesem Jahr baut allerdings die saarländische Firma Inexio das Glasfasernetz zu den Ortsteilen aus – aber nur bis zu den Schaltkästen im Ort. Von dort bis zu den Häusern fließt das Signal per „Vectoring"-Technologie über das alte Kupferkabel, was die Leistung bei langen Leitungen enorm drosselt.

„Glasfaser ist die beste Lösung“, postulierte denn auch Bürgermeister Jens Spiske im Technischen Ausschuss diese Woche. „Wir reden inzwischen von einer Gigabit-Gesellschaft, nicht mehr nur von 50 Mbit.“ Hintergrund: 50 Mbit pro Sekunde entsprechend in etwa dem, was realistischerweise über das „Vectoring“ bei vielen Kunden maximal ankommen dürfte. Eigentlich alle Experten seien sich einig, dass nur über die Glasfasertechnik zukunftsfähige Bandbreiten erzielt werden könnten, so Spiske.

Die Hamburger Berater sollten nun errechnen, was der Ausbau des Glasfasernetzes bis zum letzten Meter koste und welche Firmen-Betriebsform für die Stadt am günstigsten sei, so Spiske. Er machte keinen Hehl daraus, damit auch Druck aufbauen zu wollen auf die Internetfirmen. Womöglich entschließe sich durch die Ankündigung eines kommunalen Betriebes auch noch die eine oder andere Firma, den Ausbau selber vornehmen zu wollen, sagte Spiske mit einem Zwinkern.

Immerhin: In Markkleeberg hatte die Telekom abgekündigt, die unversorgten Ortsteile als Modellprojekt mittels eines Trenching-Verfahrens per Glasfaserkabel anzuschließen. Dabei werden – sehr kostengünstig – nur schmale Schlitze in die Wege getrieben, in denen das Kabel verschwindet.

Von Jörg ter Vehn

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Im Pappelwald am Kulkwitzer See wird geholzt. Dutzende Bäume, die unter den Stromleitungen oder nah dran stehen, müssen weg. Der von der Stadt angekündigte Waldumbau soll jedoch erst später stattfinden.

29.11.2017

Sehr speziell ist Markranstädt ohne Zweifel. Etwas für Genießer. Heike Haut und ihr Sohn Sebastian haben die essbaren Spezialitäten zusammengetragen, hübsch dekoriert und bieten ihre prallvolle Markranstädter Kiste zur Weihnachtszeit als Präsentpaket an.

23.11.2017

Wenn ein Zwei-Stunden-Programm über drei dauert, muss unterwegs wohl was passiert sein. So geschehen in Markranstädt, wo beim närrischen Auftakt am Samstagabend der Spaß in die Verlängerung ging.

19.11.2017