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Markranstädt sammelt Argumente für Eigenständigkeit des Gymnasiums

Markranstädt sammelt Argumente für Eigenständigkeit des Gymnasiums

Das Markranstädter Rathaus lässt im Kampf um die Eigenständigkeit des Gymnasiums in der Stadt nicht locker, hat jetzt neben den finanziellen Gründen weitere Argumente zusammengetragen, die für eine Selbstständigkeit der beiden Häuser in Markranstädt und Schkeuditz sprechen.

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Warten auf Selbstständigkeit: Das Markranstädter Haus des gemeinsam mit Schkeuditz geführten Gymnasiums.

Quelle: André Kempner

Markranstädt. Die Lage war brenzlig, als 2001 die Zweckvereinbarung geschlossen und aus zwei Gymnasien eines mit zwei Häusern wurde. Damals hätten nur rund 350 Schüler jedes Haus besucht, so die Stadt Markranstädt in einem Positionpapier. "Heute liegen die Zahlen weit über 600, also fast doppelt so viele", heißt es weiter. De facto würden beide Einrichtungen wie zwei eigenständige Schulen geführt: In jedem Haus gebe es Elternabende für die neuen fünften Klassen, eigene Schulfeste, eine eigene Abiturientenfeier und vieles mehr. Die Lehrer seien meist einem Haus fest zugeordnet und die Unterrichts- und Ausfallpläne würden für jedes Haus separat geplant. "Nur mit einem Unterschied, dass sich zwei Häuser eine Schulleitung teilen müssen - und das noch über eine Entfernung von fast 13 Kilometer", heißt es.

Das bedeute vor allem einen immensen Aufwand für die Schulleitung. Wegen des Engagements vom Leitung und Lehrern funktioniere es derzeit. Dauerhaft führe es jedoch zu einer "extremen Mehrbelastung, die für eine positive Weiterentwicklung der Standorte nicht gut sein kann", so die Stadt.

Die wachsenden Anforderungen an Schule, Schulleitung und Lehrerschaft würden irgendwann auf Kosten des Bildungsniveaus gehen. Das könne auch nicht im Sinne der Entscheider in Nordsachsen und Schkeuditz sein. Eine eigene Schulleitung könne sich voll und ganz auf die Aufgaben eines Standortes konzentrieren, wodurch sich auch die Attraktivität steigere, was sich wiederum positiv auf die Schülerzahlen auswirken werde, argumentiert Markranstädt. Und: Ein eigenes Gymnasium erhöhe die Attraktivität des Ortes und werde sich positiv auf die Entscheidung bei jungen Familien als Wohnort auswirken.

Wie berichtet, hatten die beiden Städte bereits ab 2012 in Gesprächen in der Landesdirektion einen Fahrplan zur Auflösung der Zweckvereinbarung besprochen. Der Landkreis Nordsachsen hatte dem zugestimmt. "Die Schülerzahlen haben sich seitdem an beiden Standorten weiter stabilisiert. Es ist deshalb nicht nachvollziehbar, warum jetzt auch der Landkreis seine Meinung ändert", bedauert die Stadt.

Von der positiven Entwicklung der Bevölkerungszahlen in Leipzig würden langfristig auch die Gymnasien im Umland profitieren. Gerade in Leipzig gebe es zurzeit viele Gymnasien, deren Schülerzahlen sich ebenfalls zwischen 600 und 700 bewegen und die als eigenständige Häuser geführt werden.

Schkeuditz und der Landkreis Nordsachsen als offizieller Schulträger erklären ihre Abkehr vom Fahrplan der Selbstständigkeit mit der Ungewissheit der Schülerzahlen-Entwicklung, gerade auch im Umfeld von Leipzig. Für das neugebaute Gymnasium Schkeuditz müssten dann gegebenenfalls Fördergelder zurückgezahlt werden, hieß es.

Markranstädt kann unter anderem vorrechnen, dass es von 2003 bis 2014 insgesamt 360 000 Euro weniger Zuweisungen für die Schule erhalten hat, als wenn es selber das Gymnasium geführt hätte. Die Stadt hat daher formell den Antrag zur Aufhebung der Zweckvereinbarung gestellt, über den am Ende die Landesdirektion entscheiden muss.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 31.07.2015
Jörg ter Vehn

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