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Markranstädt will Kohlendioxidausstoß bis 2025 um ein Viertel senken

Markranstädt will Kohlendioxidausstoß bis 2025 um ein Viertel senken

Klimaschutz soll in Markranstädt stärker in den Fokus rücken. Am Donnerstagabend hat der Stadtrat auf seiner Sitzung einem Konzept mit 55 Einzelmaßnahmen zugestimmt.

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Mit der in diesem Jahr geplanten Inbetriebnahme der neuen Photovoltaikanlagen kommt Markranstädt seinem Autarkie-Ziel ein Stück näher.

Quelle: André Kempner

Markranstädt. Zudem wird auf Initiative der CDU-Fraktion geprüft, ob die Stadt auf den Dächern der Sporthallen Photovoltaikanlagen errichten und betreiben kann. Ekkehard Pohl vom Ingenieurbüro Seecon stellte die Studie vor, die sich der Energie- und Kohlendioxid-Bilanz widmet, einen Maßnahmekatalog sowie das ausgearbeitete Klimaschutzkonzept vorstellt und schließlich einen Ausblick wagt. Der Untersuchung zufolge werden in der Kommune pro Jahr insgesamt 130 000 Tonnen Kohlendioxid freigesetzt. Das entspricht einem durchschnittlichem Ausstoß von rund 8,5 Tonnen je Einwohner. Der Anteil, der davon auf die öffentliche Verwaltung entfällt, liegt bei zwei Prozent und ist damit relativ gering. Kritisch sei insbesondere der Bereich Verkehr zu sehen, so Pohl.Bis 2025 strebt die Stadt nach Maßgabe der finanziellen Mittel an, den Kohlendioxidausstoß um 25 Prozent zu senken. 300 000 Euro Einsparpotenzial prognostizierte Pohl durch energetische Gebäudesanierung – wenn die Energiepreise jährlich um fünf Prozent steigen, wie er annahm. Um die Reduzierung zu erreichen, wurden auf 55 Blättern Ideen für übergreifende Maßnahmen zur Umsetzung bei kommunalen Liegenschaften, privaten Haushalten, Industrie und Gewerbe vorgeschlagen. Interessant ist, dass Markranstädt – die sechs großen Windkraft-, 20 Photovoltaik- und die geplante Biogasanlage eingerechnet – künftig 80 Prozent seines Strombedarfs innerhalb seiner Stadtgrenzen produzieren wird.Auf dem Weg zur angestrebten energetischen Autarkie – übrigens einem Novum unter den sächsischen Kommunen – will die Verwaltung prüfen, ob mit Fördergeldern drei Jahre lang ein Klimaschutzmanager eingestellt werden kann, der die Kommune auf dem Weg begleitet. Stieß das Konzept fraktionsübergreifend auf Anerkennung und viel Lob, so erschien der Opposition eine Vollzeitstelle für diesen Zeitraum zu überdimensioniert. Bürgermeisterin Carina Radon (CDU) erläuterte, diese Fachkraft überwache nicht nur die städtischen Liegenschaften, sondern berate auch Unternehmen.Heike Kunzemann (Linke) befürchtete eine Vorwegnahme anderer Entscheidungen und verwies auf eine Einzelmaßnahme, wonach eine Neubausiedlung am Westufer des Kulkwitzer Sees zu errichten sei, deren Energieversorgung über eine Wärmepumpe erfolgen soll. Im Vorfeld waren dazu gemeinsam mit der Gemeinde Großpösna Untersuchungen gelaufen, inwieweit der See genutzt werden könne. „Das Klimaschutzkonzept hat keine bindende Wirkung – erst wenn sich der Stadtrat dazu bekennt“, versicherte Radon und wollte das Papier als „Selbstverpflichtung“ verstanden wissen. Die Maßnahmen stünden aber grundsätzlich unter dem Vorbehalt der Machbarkeit und der Haushaltslage. Dort setzte auch der Antrag von CDU-Stadtrat Olaf Hertzsch an. Um das Ziel bis 2025 zu erreichen, forderte er die Verwaltung auf, zu untersuchen, ob die Stadt künftig von der – wenn auch ab April zurückgeschraubten – Förderung von Photovoltaikanlagen profitieren und zusätzliche Einnahmen generieren kann. Der Antrag wurde bei einer Enthaltung beschlossen.

Kendra Reinhardt

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