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Markranstädt will gut 88 Hektar großen Pappelwald am Kulkwitzer See kaufen

Stadtrat beschließt Markranstädt will gut 88 Hektar großen Pappelwald am Kulkwitzer See kaufen

Für Ausflügler eine Wonne, für die Stadt bislang ein Fragezeigen: Der Pappelwald am Kulkwitzer See gehört einer Treuhandnachfolgerin. Das Gelände soll jetzt in städtisches Eigentum, um den Tourismus am See dauerhaft steuern zu können.

Idyll am Kulkwitzer See: Die Stadt Markranstädt erwirbt den gut 88 Hektar große Pappelwald.

Quelle: André Kempner

Markranstädt. Die Stadt Markranstädt soll Eigentümer des Pappelwaldes am Kulkwitzer See werden, um besser auf die touristische Nutzung des Gesamtgebiets Einfluss nehmen zu können. Der Stadtrat votierte unlängst einstimmig für den Erwerb der gut 88,5 Hektar großen Flurstücke von der Treuhandnachfolgerin, der Bodenverwertungs- und verwaltungs GmbH (BVVG).

Knapp 180 000 Euro soll die Stadt nach langen Verhandlungen für das überwiegend mit Hybridpappeln bestandene Gebiet zahlen. Das Waldgebiet steht auf einer früheren Aschehalde, auf der zu DDR-Zeiten die Kulkwitzer Kraftwerksasche verkippt wurde. Kurios daran: Wegen des mageren Bodens wachsen im Pappelwald viele geschützte einheimische Orchideen. Der Wald gelte nach Jena als zweitgrößter Standort in Mitteldeutschland, so Stefan Müller, Revierleiter Neuseenland beim Forstbezirk Leipzig.

Aber nicht die geschützten Orchideenarten interessierten die Stadträte. Es waren mit dem Kauf verbundene eventuelle Altlasten des Gesamtareals. Der CDU-Fraktionschef Volker Kirschner warnte deshalb von einem „Boomerang, der auf die Stadt zukommen könnte“, bat um ein Klärung der Altlasten vor dem Kauf, den er grundsätzlich befürworte.

Bürgermeister Jens Spiske (FWM) erklärte, ja es gebe Risiken. Die Fläche sei eine Aschekippe. Der Preis sei aber angemessen. Und: Wenn die Stadt das Angebot nicht annehme, werde die BVVG das Gelände ausschreiben müssen. Dann gehe es an Private, wo nicht auszuschließen sei, dass die vorhandenen Waldwege verändert werden, womöglich der See nur noch von hinten durch den Wald erreichbar sei. „Unser gesamtes touristisches Konzept am See ist gefährdet“, warnte Spiske. Bekanntlich will die Stadt den Seerundweg am Wald, bislang nur ein Trampelpfad, ausbauen. Eddy Donat (FWM) sah bei einem Eigentümerwechsel selbst Probleme bei der Benutzung der normalen Waldwege auf die Bürger zukommen.

Winfried Busch (SPD) warnte, dass auf einen Teil der Kippe früher auch Abfälle verbracht worden seien, was Kirschner erst recht dazu brachte, auf einen Aufschub des Beschlusses zu drängen, um diese Fragen zu klären. Spiske: „Dann gilt aber das Angebot der BVVG nicht mehr.“ Frank Helge Meißner (SPD) meinte: „Diese kleine Kröte müssen wir wohl schlucken, um Zugriff auf das Gelände zu erhalten.“

Die Erste Beigeordnete Beate Lehmann erläuterte, dass das umzäunte Gebiet innerhalb der Kippe, eine frühere Deponie, nicht Gegenstand des Kaufvertrages sei. Die Fläche sei noch volkseigen, das Eigentum noch nicht endgültig Bund, Land, Kreis oder Kommune zugeordnet.

Laut Vorlage soll die Stadt jedoch diese Fläche auch übernehmen, falls die BVVG in dem noch ausstehenden Verfahren für zuständig erklärt wird. Spiske erklärte, unter anderem wegen dieser Deponiefläche habe die Vorlage jetzt so lange gedauert. Die Stadt habe noch rechtlichen Rat eingeholt. Ergebnis: Das Risiko sei so minimal, dass die Stadt dies in Kauf nehmen könne, meinte er.

Von Jörg ter Vehn

Markranstädt Kulkwitzer See 51.301543700629 12.247444346033
Markranstädt Kulkwitzer See
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