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Markranstädt Markranstädt will gut 88 Hektar großen Pappelwald am Kulkwitzer See kaufen
Region Markranstädt Markranstädt will gut 88 Hektar großen Pappelwald am Kulkwitzer See kaufen
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12:45 06.10.2015
Der Pappelwald am Kulkwitzer See entstand zu DDR-Tagen auf einer früheren Kraftwerksaschekippe. Die Stadt will die gut 88 Hektar große Fläche nun kaufen. Quelle: André Kempner
Markranstädt

Die Stadt Markranstädt soll Eigentümer des Pappelwaldes am Kulkwitzer See werden, um besser auf die touristische Nutzung des Gesamtgebiets Einfluss nehmen zu können. Der Stadtrat votierte unlängst einstimmig für den Erwerb der gut 88,5 Hektar großen Flurstücke von der Treuhandnachfolgerin, der Bodenverwertungs- und verwaltungs GmbH (BVVG).

Knapp 180 000 Euro soll die Stadt nach langen Verhandlungen für das überwiegend mit Hybridpappeln bestandene Gebiet zahlen. Das Waldgebiet steht auf einer früheren Aschehalde, auf der zu DDR-Zeiten die Kulkwitzer Kraftwerksasche verkippt wurde. Kurios daran: Wegen des mageren Bodens wachsen im Pappelwald viele geschützte einheimische Orchideen. Der Wald gelte nach Jena als zweitgrößter Standort in Mitteldeutschland, so Stefan Müller, Revierleiter Neuseenland beim Forstbezirk Leipzig.

Aber nicht die geschützten Orchideenarten interessierten die Stadträte. Es waren mit dem Kauf verbundene eventuelle Altlasten des Gesamtareals. Der CDU-Fraktionschef Volker Kirschner warnte deshalb von einem „Boomerang, der auf die Stadt zukommen könnte“, bat um ein Klärung der Altlasten vor dem Kauf, den er grundsätzlich befürworte.

Bürgermeister Jens Spiske (FWM) erklärte, ja es gebe Risiken. Die Fläche sei eine Aschekippe. Der Preis sei aber angemessen. Und: Wenn die Stadt das Angebot nicht annehme, werde die BVVG das Gelände ausschreiben müssen. Dann gehe es an Private, wo nicht auszuschließen sei, dass die vorhandenen Waldwege verändert werden, womöglich der See nur noch von hinten durch den Wald erreichbar sei. „Unser gesamtes touristisches Konzept am See ist gefährdet“, warnte Spiske. Bekanntlich will die Stadt den Seerundweg am Wald, bislang nur ein Trampelpfad, ausbauen. Eddy Donat (FWM) sah bei einem Eigentümerwechsel selbst Probleme bei der Benutzung der normalen Waldwege auf die Bürger zukommen.

Winfried Busch (SPD) warnte, dass auf einen Teil der Kippe früher auch Abfälle verbracht worden seien, was Kirschner erst recht dazu brachte, auf einen Aufschub des Beschlusses zu drängen, um diese Fragen zu klären. Spiske: „Dann gilt aber das Angebot der BVVG nicht mehr.“ Frank Helge Meißner (SPD) meinte: „Diese kleine Kröte müssen wir wohl schlucken, um Zugriff auf das Gelände zu erhalten.“

Die Erste Beigeordnete Beate Lehmann erläuterte, dass das umzäunte Gebiet innerhalb der Kippe, eine frühere Deponie, nicht Gegenstand des Kaufvertrages sei. Die Fläche sei noch volkseigen, das Eigentum noch nicht endgültig Bund, Land, Kreis oder Kommune zugeordnet.

Laut Vorlage soll die Stadt jedoch diese Fläche auch übernehmen, falls die BVVG in dem noch ausstehenden Verfahren für zuständig erklärt wird. Spiske erklärte, unter anderem wegen dieser Deponiefläche habe die Vorlage jetzt so lange gedauert. Die Stadt habe noch rechtlichen Rat eingeholt. Ergebnis: Das Risiko sei so minimal, dass die Stadt dies in Kauf nehmen könne, meinte er.

Von Jörg ter Vehn

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