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Markranstädter Jugendklubs bleiben

Markranstädter Jugendklubs bleiben

Die beiden Markranstädter Jugendfreizeiteinrichtungen sollen erhalten bleiben. Das teilt die Erste Beigeordnete Beate Lehmann in einem offenen Brief an das Jugendbegegnungszentrum (JBZ) mit.

Markranstädt. In dem Schreiben verspricht Lehmann, dass die Stadt eine Lösung findet, sowohl das JBZ als auch den Jugendklub in Großlehna weiter zu betreiben. Es ist die Antwort auf einen offenen Brief, den die Besucher des JBZ an dessen Träger, die Anerkannte Schulgesellschaft Sachsen (ASG), und Bürgermeisterin Carina Radon (CDU) geschrieben hatten (die LVZ berichtete). Sie protestierten, dass der langjährigen Leiterin Ramona Petermann gekündigt wurde, und sahen den Treff in Gefahr.

Hintergrund sind die knappen sächsischen Kassen: Der Freistaat hat den Landkreisen die Jugendpauschale gekürzt, so hat der Kreis Leipzig ab 2011 rund 250 000 Euro weniger, die er für Jugendeinrichtungen ausgeben kann. „Darum haben wir einen Plan ausgehandelt, nach dem nur größere Städte wie Markkleeberg, Grimma oder Wurzen zwei Klubs mit hauptamtlichen Mitarbeitern bezuschusst bekommen“, sagt Thomas Pfeifer, der als Jugendamtsleiter des Landkreises auch für Markranstädt zuständig ist. Großlehnas Treff falle nach der aktuellen Jugendhilfeplanung heraus: Im Einzugsgebiet wohnen weniger als 600 Einwohner zwischen zehn und 21 Jahren. Das aber ist die kritische Marke für Jugendklubs, die mit hauptamtlichen Stellen unterstützt werden.

„Wir haben zunächst den Vertrag mit dem Träger der Klubs, der ASG, aufgelöst“, sagt Lehmann. Die ASG wiederum kündigte den Leitern der Einrichtungen zum Jahresende, um nächste Schritte zu planen, wenn die Rahmenbedingungen klar sind. „Dass das zu einer derartigen Verunsicherung führt, verstehe ich nicht“, so Lehmann weiter. „Aber wir finden eine Lösung, dass beide Häuser bleiben.“ Das hat auch finanzielle Gründe: „Wenn wir den Großlehnaer Klub schließen würden, müssten wir Fördermittel zurückzahlen, die wir in den letzten Jahren für die Sanierung bekommen haben – das wollen wir natürlich unbedingt vermeiden“, betont Radon.

Eine Möglichkeit, beide Einrichtungen bestehen zu lassen, sei, die Objekte verwaltungstechnisch unter einem hauptamtlichen Leiter zusammenzuschließen, so Lehmann: „Im Herbst werden Verwaltungsausschuss und Stadtrat das Thema diskutieren.“ Sie betont weiter, die Kündigung von JBZ-Leiterin Petermann sei eine „rein organisatorische Frage, die nichts mit der Person zu tun hat.“ Die Kommentare von deren Lebensgefährten, dem SPD-Fraktionsvorsitzenden Heiko Küster, dass die Stadt sich Petermann entledigen wolle, seien „unangebracht“.

„Es wäre ein großer Verlust, sollte der Jugendklub geschlossen werden“, kommentiert der Markranstädter Stadtrat und Ortsvorsteher von Großlehna Gerhard Schmit (CDU). „Wir haben die Einrichtung aufwendig ausgebaut, außerdem ist das JBZ für unsere Jugendlichen viel zu weit weg.“ Der Treff sei wichtig, um die Heranwachsenden etwa vor dem Einfluss rechtsradikaler Gruppen zu schützen.

Matthias Michel, Niederlassungsleiter der Anerkannten Schulgesellschaft Sachsen, war trotz mehrmaliger Anfragen bis Redaktionsschluss nicht zu erreichen.

Florian Bamberg

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