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Markranstädter Ortsumfahrung ist im vordringlichen Bedarf

Bundesverkehrswegeplan-Entwurf Markranstädter Ortsumfahrung ist im vordringlichen Bedarf

Jahrelang schien bei einer Umgehungsstraße für Markranstädt nichts voranzugehen, jetzt tut sich was: Das Vorhaben der Verlegung der B186 westlich um Markranstädt herum ist in den Entwurf des Bundesverkehrswegeplanes aufgenommen worden.

So sieht die Straße im Entwurf des Bundesverkehrswegeplanes aus.

Quelle: Landesvermessungsamt Sachsen

Markranstädt. Jahrelang schien bei einer Umgehungsstraße für Markranstädt nichts voranzugehen, jetzt tut sich was: Das Vorhaben der Verlegung der B186 westlich um Markranstädt herum ist in den Entwurf des Bundesverkehrswegeplanes aufgenommen worden. Ob er auch in den verabschiedeten Plan mit Gesetzeskraft kommt, der dann bis 2030 umzusetzen ist, entscheiden letztlich die Bundespolitiker.

Vorige Woche stellte Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt den Entwurf vor, in dem die Ortsumfahrung von Markranstädt nur eines von Dutzenden Projekten ist - allerdings neben der Verlegung der B 181 bei Dölzig das in der Region größte. Bürgermeister Jens Spiske (FWM) freute sich Montagabend im Technischen Ausschuss über die Aufnahme in den Planentwurf mit der höchsten Priorität „vordringlicher Bedarf“. „Ich hoffe, dass es jetzt nicht wieder 20 Jahre dauert, bis er umgesetzt ist“, sagte er und spielte damit darauf an, wie lange schon hinter den Kulissen um die Umgehungsstraße gerungen wird.

Spiske dankte auch der Bundestagsabgeordneten Katharina Landgraf (CDU). Die habe ihren Einfluss in Berlin geltend gemacht und auf Staatssekretärebene für Markranstädt eine Lanze gebrochen.

Hartmut Kauschke vom Bauamt erinnerte daran, dass nun die Öffentlichkeitsbeteiligung zum Plan begonnen habe, Bürger dazu ihre Wünsche formulieren könnten. Es wäre hilfreich für das weitere Verfahren, wenn sie dies für die Umgehungsstraße tun würden, meinte er. Unter der Internetadresse www.bvwp-projekte.de gelangen Interessierte zum Bundesverkehrswegelan, können ihre Amerkungen dazu online abgeben.

Geplant ist ein zweistreifiger Ausbau der Bundesstraße nah um den Ort herum auf einer Länge von rund vier Kilometern. Nach dem veröffentlichten Entwurf soll die Straße aus Richtung Zwenkau kommend in der Kurve vor der Ortseinfahrt nah den so genannten Vierschachthäusern knapp unterhalb der Garagenhöfe westlich verschwenkt und über freies Feld südlich um die Sportplätze herum geführt werden. Über die B 87 würde eine rund 20 Meter breite Brücke führen, über die Verbindungsstraße nach Kleinlehna (S77) wäre ein 14 Meter langes Bauwerk nötig.

Nördlich würde sich die Brücke über die Bahnlinie Leipzig-Großkorbetha mit einer Länge von 30 Metern anschließen. Kurz vor der Einmündung in die alte B 186 soll ein weiteres, 16 Meter langes Bauwerk die dann umverlegte Verbindungsstraße nach Altranstädt kreuzen.

Anschlüsse der neuen Umgehungsstraße zum bisherigen Straßennetz sehen die Pläne derzeit zur B 87 und zur Straße nach Altranstädt vor. Im Paket der Maßnahmen enthalten ist ebenfalls der Rückbau des Bahnübergangs in der Schkeuditzer Straße. Eine 25 Meter lange Radwegunterführung soll künftig darunter hindurch führen. Kosten alles zusammen: gut 20 Millionen Euro.

Im Vorfeld seien einige Varianten untersucht worden, so das Ministerium. Wegen des hohen Durchgangsverkehrs stelle der Ausbau der bestehenden Ortsdurchfahrt keine Alternative dar. „Die Nullvariante scheidet aufgrund des damit nicht beseitigten Bahnübergangs, der hohen Verkehrszahlen, insbesondere des Schwerverkehrs, und wegen des engen und begrenzten Bauraumes in der Ortslage aus“, heißt es. Weiter westlich um den Ort geführte Varianten würden „absehbar insbesondere aufgrund des höheren umweltfachlichen Widerstandes und aufgrund der Wirtschaftlichkeit“ ausscheiden, östlich gehe es wegen des Sees nicht.

Das Ministerium betont, dass es sich bei den vorliegenden Lageplänen um den derzeitigen Lösungsansatz handelt. „In den nachfolgenden Planungsstufen kann sich der Verlauf verändern“, heißt es.

Von Jörg ter Vehn

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