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Markranstädter Stadtrat lässt Breitbandausbau konkret prüfen

Studie beauftragt Markranstädter Stadtrat lässt Breitbandausbau konkret prüfen

Breitbandausbau, „Toilettenschlösschen“, Gewerbenutzung am See: Viel zu bereden hatten die Markranstädter Stadträte auf ihrer jüngsten Sitzung.

Moderne Breitbandtechnik gehört inzwischen zum Standard für viele Betriebe und Privatleute. Die Versorgung in Markranstädt hinkt aber hinterher.

Quelle: dpa

Markranstädt. Einstimmig votierte der Stadtrat von Markranstädt am Donnerstagsabend dafür, die Strukturplanung eines Glasfasernetzes für alle privaten und gewerblichen Nutzer in der Stadt in Auftrag zu geben. Machbarkeit und Wirtschaftlichkeit einer Breitbandversorgung sollen zudem geprüft werden. Am längsten redeten die Räte aber über ein Örtchen, das sonst eher als „still“ gilt.

Ohne Diskussion passierte der Tagesordnungspunkt neun die Sitzung – dabei stellt die Stadt damit die Weichen für ein hochmodernes Glasfasernetz zur Internetnutzung in der ganzen Stadt. Knapp 40 000 Euro werden zunächst für die Planungen und Studien ausgegeben. Sie sollen Klarheit bringen, in welcher Form die Stadt aktiv wird: Mit einem Leerrohrnetz in die drei großen Gewerbegebiete der Stadt, das dann an Telekommunationsunternehmen verpachtet wird? Mit der Ausschreibung für die gesamte Leistung, Vergabe an eine Firma und der vom Staat bezuschussten Zahlung eines Ausgleichs an sie, weil ein solches Netz in der Fläche kaum wirtschaftlich arbeiten wird? Oder mit einem kommunalen Glasfasernetz, das am Anfang viel kostet, aber über die Verpachtung an Firmen wieder Geld einspielt? Ende des ersten Quartals 2016 sollen erste Antworten auf die Fragen vorliegen, weitere Schritte beraten werden.

Wie schwer sich die Stadt aber derzeit beim Thema Bauen tut, zeigte gleich der übernächste Tagesordnungspunkt. Bekanntlich war bei der geplanten Sanierung des „Toilettenschlösschens“ am Westufer des Kulkwitzer Sees bei einem Teilabriss von Wänden gleich das ganze Haus zusammengerutscht. Stadtrat Winfried Busch (SPD) kritisierte, wieso die Probleme nicht vorher gesehen wurden, Birgit Riedel (CDU) mahnte, eventuellen Schadenersatz zu prüfen. Volker Kirschner (CDU) bat, so kleine Bauvorhaben doch künftig besser selber im Bauamt zu planen, anstatt immer teure Firmen zu beauftragen. Schon in den Ausschüssen war vorberaten worden, den bisherigen Baubeschluss zu kippen, neu anzufangen. Am Parkplatz Oststraße soll jetzt nur noch die„Minimalvariante“ einer Sanitäranlage entstehen, in die ein „touristischer Infopunkt“ integriert werden soll, der zum Beispiel Erklärungen zum Kulkwitzer See geben kann. An der Baderampe für Behinderte oder auf dem Gelände der Meri-Sauna soll zudem eine barrierefreie Toilette samt Umkleide entstehen, darüber konkret verhandelt werden.

Zudem soll auf dem Gelände von „Ab ans Ufer“ (Bootsverleih, Gastronomie, Events) eine Toilette gebaut werden, über deren entgeltliche Nutzung für die Öffentlichkeit das Rathaus mit der Firma reden soll. Dabei dürfte die Verwaltung es einfach haben. Die junge Firma erhielt in der Sitzung zur besseren Kreditierung bei einer Bank einen Erbbaupachtvertrag über das 1400 Quadratmeter große See-Grundstück, darf aber nur bauen, wenn der Technische Ausschuss zustimmt.

Von Jörg ter Vehn

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