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Markranstädter Stärke sorgt in halb Europa für Zusammenhalt

Markranstädter Stärke sorgt in halb Europa für Zusammenhalt

Markranstädt. Die riesigen Silos der ehemaligen Zuckerfabrik in der Leipziger Straße kennt in Markranstädt jedes Kind. Aber nur die wenigsten dürften wissen, dass auf dem weitläufigen Gelände dahinter in einem europaweit einzigartigen Verfahren Stärke etwa für die Papierindustrie gewonnen wird.

Seit Anfang September ist die Firma auch keine Niederlassung der Ceresan Erfurt mehr, sondern ein im Markranstädter Gewerberegister geführter Betrieb.

Anna Mäder kann sich noch gut erinnern, wie sie als Kind vom Zucker der Fabrik genascht hat, später Ferienjobs dort hatte. Noch vor der Wende habe die Zuckerproduktion geendet, sei in Richtung Stärkeproduktion geforscht worden, erinnert sie sich.

Sie war dann dabei, als nach der Wende dann der damalige Betriebsleiter Dr. Rolf Schirner das Verfahren entwickelte, wie ohne Wasser und den Einsatz von viel Energie aus Getreidemehl hochwertige, modifizierte Stärke für die Industrie gewonnen werden kann, erzählt der heutige Betriebsleiter Peer Steinbrück.

Kunden in der Papier-, Gipskarton, Zellstoff- und Dämmstoffindustrie von Nordirland bis Rumänien zählen seitdem zu den Kunden von Ceresan Markranstädt. Im Vorjahr seien 9,5 Tausend Tonnen modifizierte Stärke hergestellt worden, in diesem Jahr würden es voraussichtlich 12 000 Tonnen werden. "Und im nächsten Jahr peilen wir eine Vollauslastung mit 15 000 Tonnen an", so Steinbrück. Als Bigpack in Säcken oder per Silofahrzeug geht die Ware auf Reise quer durch Europa.

25 Mitarbeiter zähle das Markranstädter Werk. Der Elektriker etwa habe als Lehrling noch in der Zuckerfabrik angefangen, sei inzwischen 61 Jahre. Anna Mäder leitet als Diplom-Chemikerin das Labor, überwacht die Produkte, forscht an weiteren Anwendungen. "Damit werden wir nie fertig sein, die Industrie schläft schließlich ich", sagt Mäder.

So wird etwa derzeit daran gefeilt, wie das Markranstädter Produkt besser als Sprühanwendung genutzt werden kann. Im Zeitungspapier ist es schon, in Rigipsplatten, sogar in Taschentüchern oder Toilettenpapier - "überall da, wo etwas reißfest sein soll", erklärt Steinbrück den Vorteil der modifizierten Stärke. Die brauche nur in geringen Mengen der Produktion beigemischt zu werden, um etwa Fasern den nötigen Halt untereinander zu geben.

Den Zusammenhalt und das gute Klima lobt Steinbrück auch in der Firma. Wegen des relativ hohen Altersdurchschnittes gebe es aber dort bald einen Generationenwechsel. Fünf Mitarbeiter gingen allein in diesem Jahr in den Ruhestand, "die Stellen werden aber alle neu besetzt" sagte er. Im Gegenteil stocke die Firma sogar noch leicht auf, etwa beim Vertrieb.

Etwas zeitgemäßer werde Ceresan sich künftig in der Leipziger Straße präsentieren, kündigt er an. Die Fassaden der riesigen Industrieanlage, von denen der Betrieb weniger als die Hälfte nutzt, würden zwar nicht erneuert, aber teils etwas moderner gestaltet, sagt der Betriebsleiter.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 09.09.2014
Jörg ter Vehn

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