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Markranstädt Mehr als 300 Wohnungen machen krank
Region Markranstädt Mehr als 300 Wohnungen machen krank
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08:00 10.10.2012
Lärm nachts in Markranstädt: Selbst im gelben Bereich ist er noch belastend.
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Markranstädt

Hartmut Kauschke von der Stadtverwaltung legte die Auswertung der Zahlen des Sächsischen Landesamtes für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie vor, die die Stadt zur Umsetzung der EU-Umgebungsrichtlinie erarbeiten ließ. Danach hat beispielsweise der durchschnittliche tägliche Verkehr auf der B87 Ost, der Leipziger Straße, von 2000 bis 2010/11 von 19663 Fahrzeugen auf 11180 abgenommen. Gleichzeitig verdoppelte sich der Schwerverkehrsanteil daran von 4,13 Prozent im Jahr 2010 auf aktuell 8,34 Prozent. In absoluten Zahlen: Wurden 2010 genau 813 Lastwagen auf der B87 Ost gezählt, waren es 2010/11 schon 932 – obwohl insgesamt deutlich weniger Fahrzeuge unterwegs waren.

Auf der B87 West, der Lützner Straße, halbierte sich in der Zeit die allgemeine Verkehrsbelastung von 10 117 auf 5398 Fahrzeuge täglich, der Schwerlastanteil blieb mit rund neun bis zehn Prozent in etwa gleich.

Auf der B186 Nord, der Schkeuditzer Straße, ist die Verkehrsbelastung von 11863 (2010) auf 9800 (2020/11) leicht gesunken. Die Zahl der Lastwagen blieb mit rund 1400 täglich in etwa gleich. Mathematisch erhöhte sich damit der Schwerlastanteil auf 14,29 Prozent. Die B186 Süd, als Richtung Zwenkau, verzeichnete im Prüfzeitraum einen leichten Verkehrsanstieg von 9483 auf 10095 Fahrzeuge. Der Schwerlastanteil blieb mit gut zwölf Prozent gleich.

Aus den Verkehrszahlen und der Bebauung errechneten die Experten die Lärmbelastung vor Ort. Erwartungsgemäß ist diese an den viel befahrenen Bundesstraßen, aber auch etwa nahe der Autobahn in Großlehna und Priesteblich am größten. So muss letzterer Ort nachts in mehr als der Hälfte seiner Häuser belastenden Lärm von 45 dB und mehr ertragen. Gleiches trifft auf Großlehna zu. In der Kernstadt bleibt der Straßenlärm oft in der engen Hausbebauung an den Bundesstraßen stecken. Da wo sich die Bebauung öffnet, werden auch größere Flächen dahinterliegender Häuser verlärmt.

Die Belastung durch die Bahnlinie sei nicht eingerechnet worden, erläuterte Kauschke. Mit 58 000 Zügen pro Jahr liege die Strecke unter der Schwelle von 60 000, ab der der Lärm einbezogen werden müsse.

Inwieweit aus den Zahlen der Einfluss der Mautflüchtlinge ablesbar sei, wollte Stadtrat Ronald Gängel (Linke) wissen. Kauschke bedauerte, das gäben die Unterlagen nicht her. Ob die Kartierung auch in Forderungen für Maßnahmen gegen den Lärm münde, wollte Stadträtin Heike Kunzemann (Linke) wissen. Kauschke erklärte, der nächste Schritt der Verwaltung werde der vorgeschriebene Lärmaktionsplan sein, der Maßnahmen vorsehe. Jens Schwertfeger (CDU) lobte den Wert der Karten. Dass es laut sei, wisse man ja. „Aber jetzt haben wir fernab vom Bauchgefühl etwas in der Hand, womit wir gegebenenfalls auch den Bund drängen können, Maßnahmen in Angriff zu nehmen.“

Jörg ter Vehn

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