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Markranstädt Mehrgenerationenhof für Kinder und Senioren in Lindennaundorf
Region Markranstädt Mehrgenerationenhof für Kinder und Senioren in Lindennaundorf
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13:52 19.05.2015
Sina Gado hat zusammen mit ihrer Mutter den Mehrgenerationenhof aufgebaut. Jetzt lebt sie mit ihrer Familie und den Kindern der Wohngruppe hier. Quelle: André Kempner

Dort entsteht seit einem Jahr ein Mehrgenerationenhof. Der Hof in der Schönauer Straße ist schon jetzt die neue Heimat einer Wohngruppe. Sechs Kinder von drei bis elf Jahren, die nicht mehr bei ihren eigenen Eltern leben können, haben hier ein neues Zuhause gefunden. In der nächsten Woche zieht ein weiteres Kind ein, dann ist die Wohngruppe voll.

2009 gründete Schmidt die Generationenhof-GmbH, eine gemeinnützige GmbH, die mit Kindern aus Wohngruppen und Heimen ein generationsübergreifendes Leben gestalten will. "Kaum jemand kennt es noch, mit Oma, Opa, Eltern und Kindern unter einem Dach zu leben", begründet Schmidts Tochter Sina Gado, die seit kurzem Geschäftsführerin der Gesellschaft ist und auf dem Hof wohnt. Dabei würden alle von dieser Lebensform profitieren. Kinder lernen, Rücksicht auf die älteren Menschen zu nehmen, die Senioren hingegen seien nicht alleine und könnten sich um die Kinder kümmern, wenn die eigenen Enkel weit weg wohnen.

Die Räume für die Kinder, die von sechs Erziehern und Sozialpädagogen betreut werden, sind bereits liebevoll eingerichtet. Nun steht in den kommenden Monaten der Ausbau der Scheunen und ehemaligen Ställe an. "Wir machen vieles in Eigenarbeit", sagt Gado. Hilfe komme von Freunden, Bekannten und ehrenamtlichen Helfern. Sechs Wohnungen von 50 bis 80 Quadratmetern werden derzeit ausgebaut - "und das Interesse daran ist schon jetzt riesig", freut sich Gado. Fast täglich kämen Anrufe von Menschen, die sich den Hof ansehen wollen. Doch endgültige Zusagen kann Gado, selbst Mutter einer kleinen Tochter, noch keine geben. Den zukünftigen Bewohnern garantiert sie ein lebenslanges Wohnrecht, auch wenn die Mieter später selbst pflegebedürftig werden sollten. Eine Bedingung aber müssen Interessenten erfüllen: "Sie sollen sich auf dem Hof einbringen und dürfen sich nicht abschotten", betont die Geschäftsführerin. Möglich sei es beispielsweise, das Mittagessen für alle Bewohner zu kochen, eine Patenschaft für ein Kind zu übernehmen oder sich bei der Gestaltung des Hofes zu engagieren.

Und es ist noch einiges zu tun. Auf dem Hof, den die Gesellschaft vor einem Jahr gekauft hat, sollen noch Pflastersteine entfernt werden, um Platz für einen großen Sandkasten zu schaffen. Außerdem wollen Erzieher, Besucher aus dem Ort und jetzige Bewohner ein Klettergerüst bauen, einen kleinen Obst- und Gemüsegarten anlegen und noch Tiere anschaffen. Im Ort sind die neuen "Dörfler" längst integriert, "wir sind herzlich aufgenommen worden und jeder fragt, womit er helfen kann", freut sich Gado. Die Antworten, die sie dann gibt: "Wir brauchen zum Beispiel Kinderfahrräder und Spielzeug für draußen und drinnen."

Wer sich für diese Form des Wohnens interessiert und Kinder um sich haben möchte, findet auf der Internetseite www.generationenhof.org weitere Informationen.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 31.07.2014
Julia Tonne

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