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Markranstädt Mum macht Markranstädtern Mut
Region Markranstädt Mum macht Markranstädtern Mut
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00:37 28.09.2015
Berufsorientierung: Christian Nowag und Mike Schärschmidt zeigen den Schülern Lars, Tim und Kevin (v.l.) , wie man aus Kupferleitungen ein Völkerschlachtdenkmal fertigt Quelle: Kempner
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Markranstädt

Frank (15) ist auf der Mum „fündig“ geworden, will eventuell bei der VW-Werkstatt in Quesitz eine Ausbildung zum Elektroniker machen. Lucas (15) hat nichts für sich entdeckt, Antonia (16) auch nicht. Sophie (15) würde gern zur Polizei, hat auf der Mum aber erfahren, dass die Mindestgröße acht Zentimeter mehr beträgt. Vanessa (14) und Marianne (15) spielen auch mit dem Gedanken, bei den Ordnungshütern eine Zukunft zu finden, hätten die Maße.

Kennenlerntag war Freitag in der Stadthalle Markranstädt. Über 50 Firmen, Behörden, Verbände und Vereine aus Markranstädt und Umgebung stellten sich auf der nunmehr schon siebten Markranstädter Unternehmermesse (Mum) am Vormittag Schülern von Oberschule und Gymnasium vor. Wer auch ausbildet, hatte eine kleine, bunte Litfaßsäule der Stadt auf seinem Stand stehen. So zogen die jungen Leute mit Stift und Zettel von Stand zu Stand, informierten sich im Rahmen ihrer Berufsorientierungswoche über Ausbildungsangebote, Berufschancen, Verdienstmöglichkeiten und freie Stellen.

Als Aushängeschild der Stadt bezeichnete Bürgermeister Jens Spiske (FWM) am Freitag zur Eröffnung die Messe, zu der er auch erstmals den neuen Landrat Henry Graichen (CDU) begrüßen konnte. Fast 60 Aussteller auf 1300 Quadratmetern Fläche – die Mum platze aus allen Nähten. Markranstädt benötige eigentlich eine Messehalle, frotzelte Spiske in Richtung Graichen. Der lobte die Einzigartigkeit der Schau im Kreis.

Die Mum sei nicht nur eine Leistungsschau der Markranstädter Unternehmen, sondern inzwischen der ganzen Region, betonte Spiske. Markranstädt selbst habe 4700 Arbeitsplätze, liege mit einer Arbeitslosenquote von sieben Prozent deutlich unter dem Schnitt im Kreis. Das mache Mut für die Zukunft, für den weiteren Ausbau des Wirtschaftsstandortes. Spiske nannte die Pläne, „An den Windmühlen“ ein neues Gewerbegebiet zu eröffnen und das vorhandene, wegen einer Betreiber-Insolvenz weitgehend gelähmte Gewerbegebiet Ranstädter Mark in den Besitz der Stadt zu bekommen, um es wieder aktivieren zu können.

Die Stadt habe seit Jahren stabile Gewerbesteuern von rund fünf Millionen Euro. Erst demnächst werde die Fensterbaufirma UP die Produktion aufnehmen und plane bis zu 170 000 Einheiten jährlich, nannte er stolz den jüngsten Ansiedlungserfolg. In Markranstädt sei Wirtschaftsförderung Chefsache, betonte er. Und auf der Mum könnten die Firmen ihren Nachwuchs finden, zog er den Bogen zur Messe und den Schülern.

Einer von ihnen war vor Jahren auch Christian Nowag. Inzwischen arbeitet er beim Sanitär- und Heizungsbauer Mike Schärschmidt aus Großlehna. Er sei von Anfang an jedes Jahr bei der Mum dabei, sagte Schärschmidt, habe bislang eigentlich alle Lehrlinge über die Mum gefunden. Und was für welche: Nowag habe mit einem Völkerschlachtdenkmal aus Kupferleitungen an den jüngsten Berufe-Europameisterschaften („Euroskills“) teilgenommen, sagte sein Meister stolz und präsentierte auf seinem Stand das kleine Handwerkskunstwerk.

Unter der früheren Bürgermeisterin Carina Radon (CDU) begann die Erfolgsgeschichte der Mum. Das Konzept ist seitdem weitgehend unverändert fortgeführt worden. Das sieht neben der Firmenpräsentation auch Vorträge zu ausgewählten Berufsfeldern vor. Am Nachmittag wandelt sich die Ausbildungsmesse dann jedes Mal zur Verbrauchernesse: Mit Modenschauen, Kochshows, regionalen Spezialitäten und mehr zieht es regelmäßig auch die Einwohner in die Stadthalle, die ihre Berufsausbildung schon hinter sich haben und die heimische Produkte oder Leistungen einkaufen wollen.

Von Jörg ter Vehn

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