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Markranstädt Nach Dusch-Aus: Seglerverband bangt um Jugendarbeit und große Regatten
Region Markranstädt Nach Dusch-Aus: Seglerverband bangt um Jugendarbeit und große Regatten
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11:12 01.03.2016
Trotz des Winterschlafes auf dem Gelände des RSV am Kulkwitzer See laufen die Vorbeitungen für die großen Sportveranstaltungen weiter. Weil die Stadt die mündlich zugesagte Dusche auf dem Parkplatz Oststraße nun nicht baut, sieht sich der Verband in der Not – zumal aktuell kaum günstige Dusch-Container erhältlich sind.  Quelle: André Kempner
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Markranstädt

 Mit dem Abriss des Toilettenhäuschens am Parkplatz Oststraße und der Mini-Neubauversion hat der Stadtrat dem dort ansässigen Regionalen Seglerverband Sachsen-West das Vereinsleben nicht gerade leichter gemacht.

Entgegen anderslautender Meinungen habe der RSV am Standort eben keine Duschen zur Verfügung, erklärt der Vorsitzende Christian Mammen. Diese hätten sich bis vor wenigen Jahren in dem jetzt abgerissenen WC-Gebäude befunden und seien auch reichlich genutzt worden. „Dadurch, dass in Markranstädt beschlossen wurde, eben keine weitere Dusche zu errichten, ist der Jugendsport mit immerhin 35 bis 40 Kindern und Jugendlichen, das Sozialprojekt mit den Straßenkindern und auch die Austragung von bundesweiten Sportveranstaltungen wie der Regatta Expovita gefährdet“, erklärt er.

Der RSV habe sein Toilettenhäuschen an die Stadt abgegeben unter der Maßgabe, dass dafür ein öffentliches WC und eine Dusche bereitgestellt würden, erläutert Mammen die Abmachung mit der damaligen Bürgermeisterin Carina Radon (CDU). Von der Vereinbarung erfuhren auch die Stadträte in ihrer Beschlussvorlage. Leider habe es diese Absprache nur mündlich gegeben, bedauert Mammen. So kam es, dass bei der letzten Sitzung die Räte sich für die Häuschen-Variante 1c entschieden: ein 2,8 mal 3,7 Meter großes WC mit nur einem Sitz und ohne Dusche – immerhin auch alles zusammen knapp 154 000 Euro teuer. Mit Dusche hätte die Variante knapp 40 000 Euro mehr gekostet.

Seit der Übergabe der Häuschens habe sich der Verein immer mit Duschcontainern geholfen, erläutert Mammen. „Die derzeitige Situation im Mietbereich für Container, hervorgerufen durch die Flüchtlingskrise, erlaubt diese Lösung in der nächsten Saison nicht mehr“, meint er. Daher seien die wichtigen Beiträge für die Region wie Jugendarbeit, Sozialprojekte und große Sportveranstaltungen, massiv gefährdet.

So müsse der RSV zum Beispiel bei den Verbänden seine jeweiligen Konzepte auch zu sanitären Anlagen frühzeitig einreichen, um den Zuschlag für wichtige Regatten zu bekommen, erzählt er. Wie das in diesem Jahr gehen soll, wisse er noch nicht. „Vielleicht über Duschzelte oder eine andere, fahrbare Lösung?“, fragt er sich und sucht Unterstützer.

Längerfristig sei ein Neubau von Duschen auf dem Vereinsgelände im Gespräch. Aber dazu müssten erst noch die Voraussetzungen geschaffen werden. Der Zweckverband Kulkwitzer See sowie die im Verband organisierten Städte Leipzig und Markranstädt seien darüber schon informiert. „Schon wegen des Vandalismus am See wäre der Bau bei uns natürlich auch sicherer“, erklärt Mammen. Zudem sei der Verein in der Lage, den Bau auf seine Bedürfnisse zuzuschneiden und daher deutlich günstiger zu errichten als etwa die Stadt.

Das hatte schon die Gemeinde Großpösna bewiesen. Die hatte im vergangegen Frühjahr am Störmthaler See Umkleide und WC für Behinderte selber aufgestellt. Ein Mitarbeiter des Bauamtes hatte das Objekt entworfen und bauen lassen. Kosten: 30 000 Euro (die LVZ berichtete).

Von Jörg ter Vehn

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