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Markranstädt Nach fast 25 Jahren Dienst: Abschied im Standesamt Markranstädt
Region Markranstädt Nach fast 25 Jahren Dienst: Abschied im Standesamt Markranstädt
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11:28 25.02.2016
Ein Sekt zum Abschied: Bürgermeister Jens Spiske dankt Roswitha Messinger (M.) für ihre Arbeit im Standesamt und wünscht Franziska Poser alles Gute. Quelle: Kempner
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Markranstädt

Rund 2500 Paare haben sich bei ihr getraut, jetzt darf sich Roswitha Messinger selbst mal was gönnen: Nach 46 Arbeitsjahren, davon fast 25 im Standesamt Markranstädt, hatte sie am Mittwoch ihren letzten Arbeitstag. Ihre bisherige Vertretung Franziska Poser übernimmt es künftig ganz, Paare in den Hafen der Ehe zu geleiten.

„Bei mir hat noch nie einer Nein gesagt“, wundert sich Messinger selber. Denn ansonsten habe sie eigentlich alles erlebt, was einer Standesbeamtin in so vielen Jahren passieren kann: Da brannte schon mal eine Schleppe an, oder schneuzte sich ein kleiner Junge darin die Nase. Da rannte der Hund, der dem Paar die Ringe bringen sollte, plötzlich davon. Oder der Ring muss vom Ehemann mit Spucke „gängig“ gemacht werden. Indianer-Hochzeiten, solche wie im Mittelalter „mit Nonne und Henker“, Motorrad-Gangs, „es war eigentlich immer ganz lustig“, blickt sie auf ihre Arbeit zurück. Und ergänzt „meistens“.

Namenserteilungen, Personenstandsfragen, Vaterschaftsanerkennungen, Beurkundungen von Todesfällen: Auch das gehöre zur Arbeit einer Standesbeamtin, erklärt die 63-Jährige. Und mitunter komme auch erst nach einer Heirat bei der Abfrage der zuständigen Register heraus, dass der Ehemann schon zum sechsten Mal geheiratet hatte, „auch wenn er der Braut schwor, sie sei seine Zweite.“ Aber über Namen redet die verschwiegene Messinger nicht, die übrigens selber seit über 25 Jahren verheiratet ist.

Zu Abschied gab’s viele Blumen von den Kollegen im Rathaus. Und ein paar Tränen der Rührung flossen auch, diesmal bei der langgedienten Standesbeamtin selber.

Von Jörg ter Vehn

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