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Markranstädt Nach tödlichem Unfall: Polizei bittet um Hinweise zu Geisterfahrer
Region Markranstädt Nach tödlichem Unfall: Polizei bittet um Hinweise zu Geisterfahrer
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00:01 13.08.2015
Geisterfahrer tödlich verunglückt: Der 64-jährige Fahrer des schwarzen Ford Fiesta starb am Dienstagnachmittag auf der A 38 nahe der Anschlussstelle Leipzig-Südwest. Wie es dazu kam, dass er falsch auf die Autobahn auffuhr, ist noch unklar. Quelle: Jörg ter Ehn
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Markranstädt/Leipzig

lich absichtlich falsch auf die A 38 auffuhr.

An der Unfallstelle wertete die Polizei am Dienstagabend die umfangreichen Spuren aus. Hinterher hieß es vor Ort, dass der Unfallfahrer womöglich erst noch auf dem Standstreifen gewartet hatte, bis er auf die Fahrbahn auffuhr. Wie berichtet, konnte der Fahrer eines weißen Transporters dem schwarzen Ford Fiesta noch ausweichen. Ein nachfolgender silberner Audi hatte nicht soviel Glück. Die Wagen prallten aufeinander, wobei der Ford überwiegend auf der Fahrerseite getroffen wurde.

Der Fordfahrer wurde zwar noch aus dem Wagen geborgen, aber für ihn kam jede Hilfe zu spät. Audi- und Transporterfahrer kamen schwerverletzt in Kliniken.

Unfallbeobachter bemerkten an dem verunfallten Fordfahrer eine seltsame Hautfarbe. "Der Mann hatte womöglich einen schweren Leberschaden", mutmaßte einer. Womöglich hätten schwere gesundheitliche Probleme zu dem Entschluss geführt, falsch auf die Autobahn einzubiegen und dort den "passenden Moment" abzuwarten. Im Verkehrsradio war zudem schon vorher vor einem Geisterfahrer in dem Abschnitt gewarnt worden - bis es zur Gewissheit wurde.

Polizeisprecher Uwe Voigt wollte gestern alle diese Thesen nicht kommentieren. Ihm lägen zu eventuellen suizidalen Absichten keine Informationen vor, sagte Voigt. Die Polizei startete stattdessen einen Zeugenaufruf, um herauszufinden, wo der Geisterfahrer auf die A 38 auffuhr und wer die Polizei erstmals informierte. Hinweise dazu bitte an den Unfalldienst unter Ruf 0341 2552847.

Die Autobahn war am Dienstag zwischen den Anschlussstellen Belantis und Leipzig-Südwest in Fahrtrichtung Göttingen von etwa 16.30 bis 21.30 Uhr voll gesperrt. Hunderte Autofahrer steckten bei brütender Hitze im Stau. Aber auch für die Hilfskräfte bedeutete der Unfall eine schwere Belastung. So entschied die Einsatzleitung der FFW Markranstädt, die den Unfallort absicherte und auslaufende Betriebsstoffe band, nach dem Einsatz noch das Kriseninterventionsteam zu sich zu bitten. Grund: "Für mehrere junge Feuerwehrmänner war dies der erste Einsatz mit einem Toten", so Wehrsprecher Rene Hentschel. Und die offensichtlich absichtliche Art des Unfalls habe den Eindruck bei den Kameraden noch verschlimmert.

Mit dem Kriseninterventionsteam hätten die visuellen Eindrücke schnell und professionell aufgearbeitet werden können. Alle am Einsatz beteiligten Kameraden hätten im Gerätehaus an dem Gespräch teilgenommen, "um den jungen Kameraden zu zeigen, dass auch die alten Hasen irgendwann einmal vor dem ersten Unfallopfer standen und auch eine Träne, welche man nach einem solchen Einsatz vergießt, etwas ganz Natürliches und auch Menschliches ist", so Hentschel in seinem Bericht.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 13.08.2015
Jörg ter Vehn

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