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Nagelkissen, Seil, Feuer und Scherben: Kulkwitzer Kids ganz artistisch

Nagelkissen, Seil, Feuer und Scherben: Kulkwitzer Kids ganz artistisch

Markranstädt. Wenn Weltentdecker auf die Forscherinsel treffen, kann es ja nur abenteuerlich werden: Zirkus heißt das gemeinsame Ferienprojekt von Kindergarten Weltentdecker und Hort Forscherinsel in Kulkwitz.

Heute werden dabei Fakire über Scherben gehen, Seiltänzer und Feuerschlucker auftreten und Clowns Späße machen.

Seit Montag gastiert der pädagogische Zirkus Soluna aus Köln in Kulkwitz. Am ersten Tag seien die Mitarbeiter geschult worden, erzählt Jacky Möller vom Zirkus. Ihnen seien die Kunststücke beigebracht worden, die die Kinder auch erlernen können. "Am Ende haben wir eine Show entwickelt, die die Erzieher den Kindern vorgeführt haben", sagt sie. Der Auftritt soll für Herzklopfen bei den Mitarbeiterinnen gesorgt haben.

Seit Dienstag proben inzwischen die Kinder. In acht verschiedenen Gruppen, vom Seiltanz über Jonglage, Pyramidenbauer bis zu den Clowns können sie das gesamte Zirkusgeschehen erlernen. "Wir haben eigentlich alles - außer Tiere", schmunzelte Möller. Ganz wichtig: "Die Kinder konnten selbst entscheiden, in welche Rolle sie schlüpfen", sagt sie.

Denn der Zirkus dient neben dem Spaß für Kinder und Erzieher auch einem pädagogischen Ziel: "Er stärkt das Selbstwertgefühl der Kinder", erklärt Möller. "Manchmal gehen Kinder unter in der Gruppe. Hier finden sie ihren Platz und haben die Möglichkeit, als Star in der Manege zu glänzen."

Bei Hortleiterin Maria Brenecke in der Fakirgruppe gibt es gleich ein halbes Dutzend Stars. Sie gehen über echte Scherben, Justus etwa führt das mutige Kunststück "Sandwich des Todes" auf. Auf einem Scherbenhaufen liegend wird ihm das schwere Nagelbrett auf den Bauch gelegt - "danach bitte eine halbe Stunde nichts trinken, sonst läuft es raus", flachst Möller.

Ehrensache, dass den Kindern auch die kleinen Tricks der Zirkusartisten beigebracht werden, damit sich niemand verletzt. Die Scherben zum Beispiel sind schon echt, aber... Welche Kniffe das genau sind, werden die jungen Artisten nach der Zirkuswoche ihren Eltern oder Freunden erzählen können - oder auch nicht. Schließlich verraten echte Zauberer ja auch nicht ihre besten Tricks.

Nach der Generalprobe in der Sporthalle der Schule gestern werden dort heute Eltern und Freunde zum großem Auftritt erwartet. Möller und ihre Kollegin Katrin Sittinger haben dazu eine richtige Zirkusarena aufgebaut, mit Licht und Sound und Vorhängen und allem. Etwas Kopfzerbrechen bereiten den beiden nur die nötigen Sitzmöbel. "Bei 80 Kindern müssen wir mindestens 160 Erwachsene in die kleine Sporthalle kriegen. Aber wir schaffen das schon", ist sich Möller sicher.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 13.02.2015
Jörg ter Vehn

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