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Nein für Funkmast am Ortseingang und Trocknungsanlagen in Quesitz

Technischer Ausschuss Nein für Funkmast am Ortseingang und Trocknungsanlagen in Quesitz

Ein 34 Meter hoher Funkmast am Ortseingang von Markranstädt? Rund um die Uhr betriebene Kaminholztrockenanlagen an zwei Blockheizkraftwerken in Quesitz? Der Technische Ausschuss lehnte diese Woche diese Vorhaben ab.

Immer wieder Streit mit den Nachbarn: die Biogas Anlage in Quesitz.

Quelle: André Kempner

Markranstädt. Ein 34 Meter hoher Funkmast am Ortseingang von Markranstädt? Rund um die Uhr betriebene Kaminholztrockenanlagen an zwei Blockheizkraftwerken in Quesitz? Der Technische Ausschuss lehnte diese Woche diese Vorhaben ab. Ob die Antragsteller jedoch nicht andere Wege finden, ihre Projekte umzusetzen, bleibt abzuwarten.

So liegt seit langem der Antrag von Vodafone im Rathaus, im Bebauungsplangebiet Alte Zuckerfabrik an der Leipziger Straße einen 35 Meter hohen Funkmast zu errichten. 2011 habe die Stadt das bereits abgelehnt, erläuterte Hartmut Kauschke vom Bauamt den Räten. Erst kurz vorher sie der alte Schornstein abgetragen worden, da habe niemand wieder ein Bauwerk von solcher städtebaulichen Dominanz am Ortseingang haben wollen.

Vodafone sei damals in Widerspruch gegangen, der Kreis habe zum Beschluss der Stadt gestanden, Anfang März jetzt sei nun vorm Verwaltungsgericht verhandelt worden, so Kauschke. Er glaube, er habe den Vorwurf widerlegen können, dass die Stadt eine Verhinderungsplanung dort vorhabe. Dennoch schlage die Verwaltung nun einen weiter hinten im Gebiet liegenden Standort für einen mit 34 Metern geringfügig kürzeren Mast vor.

Räte aller Fraktionen lehnten den Vorschlag ab. Seit 2011 habe sich nichts geändert, sagt etwa Rosel Glöckner (SPD). Er sei froh, dass die Esse weg ist meinte Eddy Donat (FWM). Ob ein neuer Mast zehn Meter weiter vorne oder hinten stehe, sei egal. Er bleibe ein städtebauliches Problem. Kauschke warnte, das Gericht könne nun auch dem alten Standort zustimmen. Trotzdem: Bei sechs Nein-Stimmen - Bürgermeister Jens Spiske (FMW) enthielt sich einer Meinung – wurde das Vorhaben abgelehnt.

Einstimmig gegen Kaminholztrockenanlagen an den Blockheizkraftwerken am Autohaus in Quesitz und im Ort selber hatte sich schon der Ortschaftsrat positioniert. Gegen die Anlage im Ort hatte es auch eine Unterschriftensammlung von 14 Nachbarn gegeben. Ortsvorsteher Mike Hienzsch erzählte, die Anlagen würden von den Anwohnern als störend empfunden. Stadtrat Michael Unverricht (CDU) bestätigte das für Thronitz: „Es ist laut“, schimpfte er gegen die Ankündigungen der Betreiber, die auch für die neuen Anlagen entweder keine oder nur geringfügige Lärmbelästigungen sahen.

Roman Motzko von der Betreiberfirma warnte, Äpfel nicht mit Birnen zu vertauschen. Die Anlage am Autohaus stehe etwa im Gewerbegebiet. Natürlich sei es in der Vergangenheit bei einer Anlage schon mal „mächtig in die Hose gegangen“, bat er um Entschuldigung. Wie berichtet, hatte die Firma ein falsches, zu lautes Aggregat an eine falsche Stelle bauen und später wieder umsetzen lassen. Aktuell rentierten sich die Anlagen nicht, stünden daher seit Mai still. Mit den Trockenanlagen wolle die Firma die Wirtschaftlichkeit wiederherstellen.

Unterdessen: Die Räte glaubten seinen Versprechungen nicht, stimmten gegen das Vorhaben. Spiske enthielt sich wieder. Lärm sei subjektiv, erklärte er. Gutachterlich festgestellte Werte lägen daher den Verfahren zugrunde. „Mal sehen, was dazu noch aus Borna kommt“, meinte Spiske. Hintergrund: Das Landratsamt kann ein Nein der Stadt überstimmen.

Von Jörg ter Vehn

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