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Neue Initiative setzt sich für Erhalt der Schranke in Frankenheim ein

Unterschriften gesammelt Neue Initiative setzt sich für Erhalt der Schranke in Frankenheim ein

Die Schranke in der Priesteblicher Straße in Frankenheim hat landauf landab für Schlagzeilen gesorgt. Jetzt ist für ihren Erhalt sogar noch eine Bürgerinitiative gegründet worden – allerdings mit einem ernsten Hintergrund.

Gesperrt ist die Priesteblicher Straße offiziell. Aber die Schranke wird ständig von Autofahrern umgefahren, die den Weg als Abkürzung nutzen.

Quelle: Andre Kempner

Markranstädt. Die Schranke in der Priesteblicher Straße in Frankenheim hat landauf landab für Schlagzeilen gesorgt. Jetzt ist für ihren Erhalt sogar noch eine Bürgerinitiative gegründet worden – allerdings mit einem ernsten Hintergrund.

Rund einhundert Bewohner vornehmlich aus der Neubausiedlung hätten bei einer Unterschriftensammlung für die Sperrung der Straße mitgemacht, erzählt Doris Schulz von der Ende März gegründeten Bürgerinitiative Frankenheim Ellernwiesen. In einem Flugblatt hat diese in sechs Thesen aufgeschrieben, was sie will:

– Erhalt des dörflichen Charakters des Wohngebietes Ellernwiesen. Deshalb seien die meisten hergezogen, heißt es.

– Verkehrsberuhigung in der Priesteblicher Straße, die nicht zur Zubringerstraße für die Autobahn werden dürfe.

– Schutz der spielenden Kinder gegen zu viele und zu schnelle Fahrzeuge.

– Einen sicheren Weg für Kinder, Schüler, Jogger, Spaziergänger und Fahrradfahrer, denn Straßen für Autos gebe es schon genug.

– Respekt und Schutz von Natur und Umwelt. Zirka 80 zwischen 20 und 25 Jahre alte Linden müssten bei einem Ausbau der Straße weichen.

– Erhalt des Wohnwertes für alle Anwohner der Ellernwiesen. Die Interessen Einzelner sollten zurückgestellt, das Gemeinwohl favorisiert werden.

Bei letzterem Punkt wird es schwierig. Denn in Frankenheim leben gut 1200 Einwohner. Tatsächlich sei der Ortschaftsrat von vielen Bewohnern angesprochen worden, sich um die Öffnung der Priesteblicher Straße für Anlieger zu bemühen, erzählt Ortsvorsteher Jens Schwertfeger. Wie berichtet, hatten die vor allem über die langen Umwege in die Kernstadt geklagt. Dabei liege doch bereits eine Straße da, die als Abkürzung dienen könne, hieß es. Problem daran: Die Straße ist nur für den landwirtschaftlichen Verkehr gedacht und zugelassen. Was viele auch nicht Frankenheimer allerdings nicht hindert, sie zu nutzen: Die aufgestellte Schranke wird immer wieder nach nur wenigen Tagen zerstört (die LVZ berichtete).

Die Bewohner der Ellernwiesen oder andere Frankenheimer – wer hat Recht? „Wir haben beim Bürgermeister eine Befragung aller Einwohner über die Straße beantragt“, erzählt Schwertfeger. Wann das Ergebnis vorliege, wisse er nicht. Der Bürgermeister habe ihm noch nicht mal mitgeteilt, wann die Befragung laufen soll. Wie berichtet, bemüht sich das Rathaus seit längerem darum, die preiswerteste mögliche Ausbauvariante ermitteln zu lassen, um den Bewohnern eine Sachgrundlage für ihre Entscheidung zu geben. Die BI habe sich mit ihren Problemen leider nicht im Ortschaftsrat vorgestellt, bedauert Schwertfeger. Über ein Ortschaftsratsmitglied sei sie nun vorstellig geworden, könne bei der nächsten Sitzung ihre Sicht vortragen.

„Wer Straßen baut, wird Verkehr ernten“, lautet eine ihrer Sorgen. Denn auch wenn die Straße nur für Anlieger sei, wie sei zu verhindern, dass nicht andere sie ebenfalls nutzen? fragt etwa Doris Schulz.

Von Jörg ter Vehn

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