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Markranstädt Neues Konzept für Senioren
Region Markranstädt Neues Konzept für Senioren
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16:42 16.03.2011
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Markranstädt

Doch zunächst wird das Gebäude schrumpfen, um genau zwei Etagen, die in den kommenden Monaten abgetragen werden sollen, nachdem das Gebäude in den Rohbauzustand versetzt wird. Folgen soll das Aufsetzen einer Dachabdichtung, mit dem Innenausbau in den unteren Etagen wird bereits parallel begonnen. Außerdem soll im Haus ein großzügiger Lichthof entstehen. Aber auch im unteren Bereich stehen große Arbeiten an, dort muss die Entwässerung erneuert werden.

„Das Haus entsprach in seiner Bauart nicht mehr den Vorgaben für Seniorenheime“, erklärt Jürgen Herrn, Geschäftsführer der Awo Senioren-Sozialzentrum gGmbH Sachsen-West. Das Ende der 1980er erbaute Gebäude wurde bereits 2004 geschlossen. „Eine Sanierung war zu diesem Zeitpunkt zu teuer“, sagt Herrn.

Nun will die Awo das Haus nicht nur äußerlich modernisieren. Herrn und Stephan Zimmer, als Prokurist für Immobilien zuständig, haben ein völlig neues Konzept entwickelt, dass es nach eigener Aussage so noch nicht in Deutschland gibt.

„Man muss sich dieses Konzept als eine Form zwischen betreutem Wohnen und klassischem Seniorenheim vorstellen“, versucht Herrn einzuordnen. Es richtet sich an Menschen, die trotz altersbedingter Einschränkungen möglichst viel Autonomie behalten möchten. So solle es tagesstrukturierende Angebote wie gemeinsames Kochen in den Wohngruppen und eine Präsenzkraft geben. Auch in Bezug auf die Kosten soll das Wohnen im „Haus am See“ günstiger als in einem normalen Seniorenheim werden. Verschlechtert sich der gesundheitliche Zustand der Bewohner im Laufe der Zeit oder werden sie pflegebedürftig, dann können sie ohne große Umstände und – persönlich belastende Umstellungen – hausintern in die oberste Etage umziehen, wo zwölf Schwerstpflegeplätze vorgehalten werden sollen. Dort werden große Loggien den Bewohnern den Aufenthalt an der Luft ermöglichen.

Außerdem soll das Konzept auch für eine andere Gruppe interessant sein: So soll es auch für Menschen mit psychischen oder physischen Behinderungen, die zwar permanente Betreuung brauchen, aber nicht in Pflegestufe I eingeordnet werden, die Möglichkeit geben, dort einzuziehen. „Die Frage, wo ältere Behinderte unterkommen, wird immer dringlicher“, verweist Herrn.

Der Awo-Geschäftsführer rechnet damit alle 60 Plätze mit Markranstädter Bürgern besetzen zu können. „Der Bedarf an Wohnraum für Senioren wird steigen, das ist allein schon an der demografischen Entwicklung abzusehen.“

Doch noch ist das Konzept offiziell nicht anerkannt. „Falls unsere Vorstellungen von den Kostenträgern nicht angenommen werden, können wir hier immer noch ein normales Seniorenheim einrichten. Von den Räumlichkeiten ist das kein Problem“, so Herrn. Er rechnet damit, dass diese Frage bis zum Sommer geklärt ist.

Das Seniorenzentrum soll aber keine Insel für alte Bürger werden – jedenfalls, wenn es nach den Vorstellungen der Awo-Mitarbeiter geht. Dazu gehört, dass die unterste Etage für externe Anbieter geöffnet wird, das könnte eine Apotheke, Arzt- oder Physiotherapiepraxen oder ein Frisörladen sein. Herrn verspricht sich davon auch Synergieeffekte für das Haus und seine Bewohner. „Um hohe Mieten wird es jedenfalls nicht gehen“, so Herrn. Zusätzlich schwebt ihm eine Kindertagesstätte in den unteren Etagen vor, um der „Traumvorstellung von einem Haus der Generationen“ nahe zu kommen. Diese würde dann neben der Geschäftsstelle der Awo untergebracht. Der Verband will 2012 von Markkleeberg nach Markranstädt umziehen.

„Die Einrichtung soll aber auch für das ganze Quartier Begegnungsstätte sein. Wir wollen sie für alle öffnen, so dass der Veranstaltungsraum, der gleichzeitig als Speisesaal dient, auch von den Markranstädtern genutzt werden kann“, erklärt Zimmer. Die Männer wollen damit auch Berührungsängste vor Seniorenheimen von vornherein nehmen, das Leben nah an die Bewohner holen. „Denn entgegen vieler Vorurteile wollen Senioren nicht abseits im Grünen wohnen, sondern möglichst nah am Geschehen sein.“

Kerstin Leppich

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