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Markranstädt Nitrat im Grundwasser wird Landtagsthema
Region Markranstädt Nitrat im Grundwasser wird Landtagsthema
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15:11 19.05.2015
Das Zusammenspiel von Landwirtschaft und Grundwassergüte ist bekannt. Die hohen Nitratwerte von Markranstädt beschäftigen nun den Landtag. Quelle: André Kempner

Sie betreiben kein Wasserwerk in der Nähe.

Die bündnisgrüne Landtagsabgeordnete Gisela Kallenbach sieht das Zustandekommen der hohen Werte als Ergebnis falscher Landwirtschaft. "Nicht nur Überdüngung, sondern auch die exzessive Güllewirtschaft der Massentierhaltung treiben die Werte hoch. Schuld tragen die, die ökologische Landwirtschaft benachteiligen und naiv glauben, dass sich großindustrielle Agrarunternehmen selbstverständlich an gesetzliche Vorgaben halten", erklärte sie diese Woche.

Wie berichtet, hatten Messungen des Vereins zum Schutze der Anwohner des Rheins und seiner Nebenflüsse (VSR) nach Anwohnerbeschwerden Nitratwerte mit dem Doppelten oder Dreifachen des erlaubten Grenzwertes von 50 Milligramm pro Liter ergeben, die allerdings für Trinkwasser gelten.

Für Kallenbach trotzdem ein Alarmsignal. Sie will nun im Landtag auch wissen, inwiefern alte Ankündigungen der Staatsregierung umgesetzt wurden. Im Februar 2012 habe Umweltminister Kupfer (CDU) in der Antwort auf eine Anfrage des grünen Landtagsabgeordneten Michael Weichert versprochen, dass alle Nitrateintragsquellen kartiert werden. Mit diesen Ergebnissen könne man dann angemessene Maßnahmen ergreifen, habe es geheißen, so Kallenbachs Büro. "Landwirtschaftsminister Kupfer hat bestätigt, dass in Sachsen gezüchtete Schweine keineswegs nur in Sachsen verzehrt werden. Da fragt man sich: Haben wir in Sachsen überdurchschnittlich hohe Grundwasserbelastung, damit Schweinefleisch bald überall für unter einen Euro je Kilogramm produziert werden kann?", so Kallenbach.

Unterdessen haben die KWL klargestellt, dass sie rund um Markranstädt kein Grundwasser für die Trinkwassergewinnung fördern, auch keine Messstellen besitzen. Das Trinkwasser für die Region komme aus dem Werk Probstheida, wo Wässer aus Canitz, Thallwitz sowie Naunhof gemischt würden.

Das Zusammenspiel Grundwasser-Güte und Landwirtschaft sei den KWL nicht fremd. Deswegen engagierten sich die KWL im Einzugsbereich ihrer Brunnen im Muldental im Ressourcenschutz. Wichtiger Baustein dabei sei die ökologische Bewirtschaftung der KWL-eigenen Flächen in Canitz und Naunhof mit dem Ziel des Grundwasserschutzes.

In Dresden ist die schlechte Qualität des Grundwassers östlich von Markranstädt bekannt. Auf Karten des zuständigen Ministeriums wird der Grundwasserkörper mit "kein guter Zustand" eingeschätzt.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 23.11.2013
Jörg ter Vehn

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