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Markranstädt Not am Feuerwehrmann: Firmen sollen Mitarbeiter leichter freistellen
Region Markranstädt Not am Feuerwehrmann: Firmen sollen Mitarbeiter leichter freistellen
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14:05 19.05.2015
Um den Brandschutz tagsüber gewährleisten zu können, arbeiten Stadtverwaltung und Unternehmer jetzt eng zusammen. Quelle: André Kempner

Doch in Markranstädt ist es zuweilen schwierig, genug Kameraden zu haben, die an Werktagen einsatzbereit sind. "Wir brauchen mindestens neun Leute, die abrufbar sind und dann auch sofort kommen können", sagt Feuerwehrmann Sven Haetscher. Das allerdings sei leider nicht immer machbar. Einige wohnten nicht im Ort, bei anderen spielt der Arbeitgeber nicht mit.

Aus diesem Grund hat die Stadtverwaltung ortsansässige Unternehmen aufgefordert, Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr leichter freizustellen, wenn ein Notfall gemeldet wird. "Der Einsatzfall kann jeden treffen. Daher würde ich mich freuen, wenn es noch mehr Firmen den Mitarbeitern ermöglichen würden, diese ehrenamtliche Aufgabe zu erfüllen", macht Markranstädts Bürgermeister Jens Spiske (Freie Wähler) deutlich. Die Stadtverwaltung ginge mit gutem Beispiel voran: Sechs Mitarbeiter konnten für den Einsatz bei der Feuerwehr gewonnen werden. "Die Gewährleistung der Einsatzbereitschaft während der Werktage und der üblichen Arbeitszeit stellt eine Herausforderung dar", betont er. Es sei unerlässlich, das Thema auch bei den Unternehmen in den Fokus zu rücken.

René Hentschel, Inhaber des gleichnamigen Bestattungsfuhrwesens hat sich ebenfalls bereit erklärt, Feuerwehr und Stadt zu unterstützen. Er selbst ist Kamerad und will mit der Initiative erreichen, dass sich Mitarbeiter bei der Feuerwehr melden, um sich ausbilden zu lassen. Er hofft aber auch, dass Unternehmer ehrenamtlich engagierte Brandschützer schneller freistellen. "Es ist wirklich fünf Minuten vor Zwölf", betont er, "uns fehlen tagsüber einfach Leute." Und im Notfall würden die Unternehmen selbst profitieren.

Das erklärt auch Haetscher, der beim Logistikunternehmen HVT in Markranstädt angestellt und mit seinem Arbeitgeber sehr zufrieden ist. "Aber das ist leider nicht überall selbstverständlich." Spiske verwies noch einmal darauf, dass Unternehmen verpflichtet seien, ihre Mitarbeiter freizustellen. "Und auf Antrag können sie sich die Lohnfortzahlungskosten, die bei einer aufgrund des Feuerwehrdienstes bedingten Arbeitsunfähigkeit anfallen, von der Gemeinde erstatten lassen", erklärt er.

Gesucht werden aber nicht nur bereits ausgebildete Kameraden, sondern auch Anfänger, die bei der Freiwilligen Feuerwehr aktiv werden wollen. Wer Interesse an einer Ausbildung hat, kann sich montags von 19 bis 21 Uhr in der Markranstädter Feuerwehrwache am Promenadenring melden.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 04.11.2014
Julia Tonne

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