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Ortsteil-Rallye: E-Bike genauso schnell am Ziel wie ein Kraftfahrzeug

Energie sparen Ortsteil-Rallye: E-Bike genauso schnell am Ziel wie ein Kraftfahrzeug

Zum Tag der erneuerbaren Energien am Sonnabend hatte sich die Stadt Markranstädt eine Rallye ausgedacht. Rad oder Auto – wie kommt man/frau schneller aus den Ortsteilen bis ans Rathaus? Das Ergebnis überraschte bei einigen Details.

Die Teilnehmer der Ortsteil-Rallye zum Tag der erneuerbaren Energien vor dem Rathaus Markranstädt

Quelle: Jörg ter Vehn

Markranstädt. Zum Tag der erneuerbaren Energien am Sonnabend hatte sich die Stadt Markranstädt eine Rallye ausgedacht. Rad oder Auto – wie kommt man/frau schneller aus den Ortsteilen bis ans Rathaus? Das Ergebnis überraschte bei einigen Details.

17 Ortsteile zählen zur Stadt Markranstädt. Mit sieben Teams ging bei der kleinen Rallye ein fast schon repräsentativer Querschnitt auf die Reise. Mitunter standen bei den Teams, die zeitgleich am selben Ort starten mussten, sogar kleine Familienduelle an: Etwa in Großlehna, wo Olaf Hertzsch mit dem Rad gegen Ehefrau Ines im Auto antrat, oder in Quesitz, wo sich Vater und Ortschef Mike Hientzsch (im Auto) mit dem Sohn (auf dem Rad) maß. In Frankenheim trat gar ein mehrköpfiges Team um Ortschef Jens Schwertfeger und die Erste Beigeordnete Beate Lehmann an der Bockwindmühle in der Priesteblicher Straße in die Pedale, um Birgit Schwertfeger im Auto den Rang abzustrampeln.

Sie schafften es nicht als Team. Einer ihrer Radler allerdings kam zeitgleich nach zwölf Minuten mit Birgit Schwertfeger am Rathaus an. Er konnte die Abkürzung durch die Priesteblicher Straße nehmen, während Birgit Schwertfeger den kilometerlangen Auto-Umweg über das alte Dorf nehmen musste. Der Rest vom Radlerteam traf übrigens fünf Minuten später als der Wagen geschlossen ein.

Zwischen zeitgleich und maximal sieben Minuten Unterschied lagen die Ergebnisse der Teams. Zur selben Zeit wie seine Frau im Auto traf Olaf Hertzsch aus Großlehna ein. Er hatte allerdings ein E-Bike genutzt, konnte mit einer Geschwindigkeit von rund 26 Kilometern pro Stunde prahlen.

Den kürzesten Weg hatte das Team mit dem schönen Namen „Pappnasenallee“, das an der Kirche in Quesitz gestartet war. Autofahrer Silvio Kassubek war bereits nach drei Minuten am Rathaus, Radfahrer-Gegnerin Ines Unverricht benötigte drei Minuten länger.

Bei den „Seebenischern“ betrug der Unterschied zwischen dem schnelleren Auto und dem Zweirad ebenfalls drei Minuten, aus Göhrenz machte der Unterschied fünf Minuten aus. Den größten Abstand hatte erwartungsgemäß das Team mit dem längsten Weg. Dieser betrug vom Sportplatz Räpitz 6,2 Kilometer für das Rad und 6,8 Kilometer für das Kraftfahrzeug. Der Wagen mit Fabian Unverricht war nach elf Minuten im Ziel, die radelnde Mandy Sörgel benötigte 18.

„Die Radfahrer waren meist nur drei bis vier Minuten langsamer“, fasste Moderator Mischa Unverricht vor dem Rathaus die kleine Rallye am Ende zusammen und warb dafür, künftig mehr Wege in der Stadt doch lieber mit dem Rad zu erledigen. Am Ende gab es für alle Teilnehmer und die Organisatoren noch ein Dankschön von Bürgermeister Jens Spiske, eine Bratwurst vom Grill und ein Getränk zur Stärkung.

Die Stadt Markranstädt engagiert sich seit Jahren intensiv rund ums Thema Energiesparen. 2010 erhielt sie erstmals den European Energy Award für ihre Maßnahmen zum Klimaschutz. Bis zum Jahr 2015 will sie bei ihrem Verbrauch den CO2-Ausstoß verglichen mit dem Jahr 2010 um ein Viertel gesenkt haben.

Zudem sind in der Stadt etliche Anlagen für erneuerbare Energien entstanden. Inzwischen stehen acht Windräder auf dem Gebiet der Stadt, dazu eine riesige Biogasanlage und große Photovoltaikflächen – interne Schätzungen der Verwaltung gehen davon aus, dass in Markranstädt inzwischen mehr Energie hergestellt als verbraucht wird.

Von Jörg ter Vehn

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