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Ortswehren nur eingeschränkt leistungsfähig, Zusammenlegungen geplant

Ortswehren nur eingeschränkt leistungsfähig, Zusammenlegungen geplant

Markranstädt. Den Freiwilligen Feuerwehren von Markranstädt stehen große Änderungen ins Haus - besser gesagt in die acht Gerätehäuser: Laut Brandschutzbedarfsplan werden auf Sicht mehrere Ortswehren zusammengelegt.

Als ersten Schritt soll es noch im Frühjahr Gespräche mit den Kameraden in Kulkwitz, Seebenisch und Albersdorf geben.

Acht Ortswehren mit mehr als 180 aktiven Feuerwehrmännern hat Markranstädts Stadtwehrleiter Thomas Haetscher zur Brandbekämpfung zur Verfügung. Auf dem Papier. Die Realität sieht anders aus. Gleich mehrere Ortswehren könne er nicht wirklich einsetzen, sagt er, weil zur Brandbekämpfung die Wehr über Atemschutzgeräteträger verfügen müsse. In Seebenisch, Kulkwitz und Albersdorf seien diese zum Beispiel gar nicht vorhanden, erklärt er seine Sorgen.

Selbst in der Stadt Markranstädt gebe es insgesamt noch zu wenige davon. "Die einzigen, die genug haben, sind eigentlich nur die Lindennaundorfer", sagt er voller Respekt. In Döhlen/Quesitz, Haetschers Heimatwehr, fehle zum Beispiel auch ein Atemschutzgeräteträger. Abhilfe schaffen will der Stadtwehrleiter mit einem neuen Ausbilder, der noch im Frühjahr in Markranstädt diese spezielle Ausbildung an drei Wochenenden mit interessierten Kameraden machen soll.

Unabhängig davon kämen jedoch in einigen Ortswehren viele Kameraden auch langsam an ihre Altersgrenze, weiß Haetscher. Der Brandschutzbedarfsplan, der unlängst im Stadtrat einstimmig verabschiedet wurde, kommt zu dem Schluss, dass wegen der Personalsituation die Leistungsfähigkeit der Ortswehren eingeschränkt sei. Lindennaundorf erfülle alle Kriterien, unwesentlich eingeschänkt sei Döhlen/Quesitz, eingeschränkt handlungsfähig die Ortsfeuerwehr Markranstädt. "Für eine qualifizierte Brandbekämpfung nicht leistungsfähig" seien derzeit die Ortswehren von Großlehna/Altranstädt. Albersdorf, Seebenisch, Kulkwitz und Schkölen/Räpitz, so die Ratsvorlage. Bekanntlich rückt die Wehr deswegen bei größeren Schadensfällen im Gemeindeverbund aus.

Um langfristig die Einsatzbereitschaft in der Stadt und ihren Ortsteilen absichern zu können, sieht der Brandschutzbedarfsplan daher bis 2022 die Zusammenführung der Wehren von Döhlen/Quesitz, Schkölen/Räpitz, Seebenisch, Kulkwitz und Albersdorf vor. "Für diese perspektivische Entwicklung sind die personellen Voraussetzungen abzustimmen und ein geeigneter Standort für einen Feuerwehrgerätehausneubau, der eine Schutzzielerreichung abdeckt, zu finden", heißt es dazu in der Ratsvorlage.

Haetscher sieht das als übernächsten Schritt, macht keinen Hehl daraus, dass er sich bis dahin eine Erholung der Wehr in Schkölen/Räpitz erhofft. Schon wegen der sonst sehr weiten Wege bis zum Einsatzort sei ein Erhalt des Standortes Schkölen/Räpitz wichtig, meint er.

Der Stadtfeuerwehrausschuss legte als nächsten Schritt fest, Gespräche mit den Kameraden in Kulkwitz, Seebenisch und Albersdorf zu führen. In denen solle eine gemeinsame Ausbildung und Einsatzabsicherung dieser aktiver Kameraden an einem Standort besprochen und somit eine funktionierende Feuerwehr geschaffen werden, wie es im Ratsbeschluss hieß. Die Alters- und Ehrenabteilungen der Wehren blieben auf jeden Fall erhalten, versicherte die Erste Beigeordnete Beate Lehmann den Räten.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 17.04.2013

Jörg ter Vehn

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