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Markranstädt Parkstraße wird Vorzeigeprojekt
Region Markranstädt Parkstraße wird Vorzeigeprojekt
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17:24 14.09.2010
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Markranstädt

„Noch vor einigen Jahren war das Parkstraßen-Carree quasi tot, zahlreiche Häuser standen leer und waren baufällig, die Innenhöfe vollkommen verwildert und bebaut“, beschreibt Frank Sparschuh, Geschäftsführer der MBWV, die Situation. Vor zehn Jahren hatte das Unternehmen angefangen, das Carree vollkommen neu zu gestalten. Es wurde zunächst Eigentümer der Gebäude, ließ viele davon allerdings abreißen und neu errichten. Vor allem die Häuser an der Eisenbahnstraße erfuhren umfangreiche Umbaumaßnahmen. „Die Gebäude dort sind eine sensible Sache“, sagt er. Wegen des Lärms seien die Wohnungen nur sehr schwer vermietbar gewesen. Deshalb wurden überall die Grundrisse verändert, die Häuser sozusagen in sich gedreht. Bäder und Küchen liegen nun zur Eisenbahn, die Wohnräume sind zum Innenhof ausgerichtet. Schallschutzfenster und separate Lüftungsanlagen mit Wärmerückgewinnung in den Zimmern zur Bahn sind weitere Neuerungen.

Derzeit ist in den Häusern Eisenbahnstraße 2 und 3 rund die Hälfte der Wohnungen bereits vermietet. Etwa 4,50 Euro kostet hier der Quadratmeter, die Wohnungen haben eine Fläche zwischen 35 und 130 Quadratmetern. Das ursprüngliche Gebäude in der Parkstraße mit der Hausnummer 6 ließ sich hingegen nicht mehr erhalten. Dort entstand ein Mehrfamilienhaus für 15  Parteien, das vollständig mit Erdwärme beheizt wird. Grund dafür: „Vermietung funktioniert mittlerweile sehr gut über die Betriebskostensenkung“, erklärt Sparschuh. Der Eigentümer, der in diese Technologie investiere, finde leichter Mieter für seine Wohnungen.

5,5 Millionen Euro hat die MBWV in die Sanierung des Carrees investiert. Davon konnte das Unternehmen etwa zwei Millionen Euro Eigenmittel aufbringen, den Rest steuerte die Stadt im Rahmen der Stadtsanierung bei.

Sowohl für die MBWV als auch für die Verwaltung nimmt das Gesamtprojekt eine bedeutende Rolle ein. „Es ist wegen seiner zentralen Lage natürlich interessant“, sagt Beate Lehmann, Erste Beigeordnete der Stadt. Sparschuh ergänzt, dass die Wohnungen, die nicht gekauft werden können, vorrangig von Familien nachgefragt würden, die bisher in Leipzig gewohnt haben. „Viele wollen raus aus der Großstadt, dennoch aber in Markranstädt in der Kernstadt bleiben.“ Immer wieder würden Interessenten nach Kindergarten- und Krippenplätzen in unmittelbarer Nähe fragen. Kinderfreundlich sei das Viertel ohnehin. In den Innenhöfen sind Spielplätze entstanden, es gibt zudem Wäscheplätze und Fahrradständer.

Das nächste Großprojekt, das die MBWV in den kommenden Jahren in Angriff nehmen will, ist das Eisenbahnstraßen-Carree an der Stadthalle. Auch dort müssen die Grundstücke neu geordnet, Innenhöfe entkernt, Häuser abgerissen und neu gebaut werden. Kostenpunkt: wieder rund fünf Millionen Euro. Allerdings gibt es keine Förderung mehr von der Stadt Markranstädt, weil das Stadtsanierungsprogramm ausläuft.

Julia Tonne

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