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Markranstädt Paul Schärschmidt trainiert für die Europameisterschaft der Berufe
Region Markranstädt Paul Schärschmidt trainiert für die Europameisterschaft der Berufe
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06:00 02.07.2018
Paul Schärschmidt (links) trainiert mit Bundestrainer André Schnabel für die Euroskills 2018. Quelle: André Kempner
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Markranstädt

Paul Schärschmidt aus Markranstädt reist nach Budapest. Nicht in den Urlaub und auch nicht während der Sommerferien. Der 23-jährige darf Deutschland in seinem Ausbildungsberuf bei den Euroskills 2018 vertreten. Er gehört zu den voraussichtlich 23 deutschen Teilnehmern bei der Europameisterschaft der Berufe. Zum 6. Mal findet die statt, 14 Nationen werden Ende September an ihr teilnehmen.

„Klar bin ich aufgeregt, aber wir trainieren auch regelmäßig“, sagte der frisch ausgelernte Paul Schärschmidt, der im August seinen Facharbeiterbrief als Anlagenmechaniker für Sanitär, Heizung und Klimatechnik erhält. In der heimischen Firma des Vaters arbeitet der Filius – wenn er da ist. „Wir trainieren zwei Wochen im Monat“, sagte Schärschmidt junior. Mit wir meinte er noch den 50-jährigen Bundestrainer André Schnabel. Der stellvertretende Handwerksobermeister habe eine eigene Firma und trainiere ihn ehrenamtlich.

„Klar fehlt Paul hier in der Firma. Aber ich bin natürlich stolz und unterstütze sein Vorhaben. Und wenn er dann in Budapest einen Platz belegt, wäre das natürlich toll“, sagte Vater Mike Schärschmidt. 2006 hat er die seit 1976 bestehende Firma mit Sitz in Großlehna von seinem Vater Klaus übernommen. Derzeit habe die Firma zehn Mitarbeiter. „Wir sind ein zertifizierter Ausbildungsbetrieb“, sagte er und zeigte auf die Auszeichnungen in seinem Büro. Zum dritten Mal sei man für den Großen Preis des Mittelstandes nominiert. „Seit Gründung der Firma sind 16 Lehrlinge hier ausgebildet worden“, informierte er und ergänzte: „Zu meiner Zeit waren es zwölf.“

„Na klar sind es beim Training immer die gleichen Abläufe, die trainiert werden und auch ein Stück Routine werden sollen“, gestand Paul Schärschmidt, dass es ihn doch schon etwas nerve, immer wieder Verkleidungen von Geräten an- und dann abmontieren zu müssen. „Aber es kommt auf Maßgenauigkeit an, auf handwerkliches Geschick und auch darauf, wie man sich auf die örtlichen Gegebenheiten einstellen kann.“ So müsse bei der Europameisterschaft in Ungarn auch mit Material aus dem Land gearbeitet werden. „Das unterscheidet sich schon ein wenig“, sagte der „Nationalspieler“. So seien etwa Kupferrohre anders beschaffen und verhielten sich beim Verlöten auch etwas anders. Für das Training versuche man, das Material zu ordern.

Dass Paul Schärschmidt bei den Euroskills dabei ist, hat er neben seinem Geschick auch seinem Ausbilder in der Berufsschule in Eilenburg, Uwe Ziemen, zu verdanken. Ziemen habe ihn, da war er noch Lehrling, 2016 bei einem Ausscheid in Göteborg angemeldet. Dort wurde Schärschmidt vierter und Bundestrainer Schnabel wurde auf ihn aufmerksam und nahm ihn unter seine Fittiche. Mit ihm nahm der heute 23-Jährige 2016 noch an einem Ausscheid in Italien und 2017 in der Schweiz teil. Beim letzteren Wettstreit belegte Schärschmidt den zweiten Platz.

„Ich will einmal die Firma übernehmen“, sagte Paul Schärschmidt. Dazu sei natürlich noch der Meisterbrief zu machen, den er nach den Euroskills in Angriff nehmen will. „Das wäre dann die dritte Firmengeneration, das gibt es nicht mehr oft“, meinte Vater Mike Schärschmidt stolz.

Von Roland Heinrich

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