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Peter-Escher-Lauf: Schülerstaffel schafft 44 Runden

Peter-Escher-Lauf: Schülerstaffel schafft 44 Runden

Markranstädt. Mehr als 1600 Teilnehmer bewiesen gestern im Stadion am Bad, dass der Peter-Escher-Lauf zugunsten krebskranker Kinder in Markranstädt mehr ist als nur ein Spendenlauf.

Es ist eine Bewegung geworden.

200 Kita-Kinder, 400 Grundschüler, 600 Gymnasiasten, 350 Mittelschüler - am Peter-Escher-Lauf nahmen auch bei der neunten Auflage in diesem Jahr traditionell vor allem Schüler teil. Darunter waren erstmals aber auch 33 aus Lützen, die von der dortigen Freien Gesamtschule angereist waren. Der Spendenlauf, bei dem jede gelaufene Runde über die Sponsoren in bare Münze für den guten Zweck umgewandelt wird, ist aber auch Gaudi. So nahm auch eine Rathaustruppe teil - ihr Staffelstab war sinnigerweise ein überdimensionaler Kugelschreiber - , und neben dem Gymnasium stellte in diesem Jahr auch die Mittelschule ein eigenes Lehrerteam. Dort drängte Schulleiterin Gabriele Reißmann als Startläuferin gleich zur Eile. Sie habe schließlich noch einen Termin ...

Gestartet wurde in verschiedenen Altersklassen. Am Hauptlauf der Großen ab 11.30 Uhr reihten sich auch die Polizeischüler und ihre Ausbilder der Polizeifachschule Leipzig ein. Und die angehenden Polizisten, seit fünf Jahren als eigene Staffel dabei, gingen gleich ab wie der Blitz. Pro Runde eine Minute legten sie vor. Sie überrundeten ihre Ausbilder bereits nach fünf Minuten.

"Wir schaffen zwischen 40 und 45 Runden", hatte vor dem Start Robin Rocktäschel von der 8g des Gymnasiums versprochen. Lucas Pfeifer von der 9d war etwas vorsichtiger: "Wir wollen zwischen 30 und 35 hinlegen." Am Ende lag Rocktäschel goldrichtig. Acht Minuten vor Schluss hatte seine Klasse schon 41 Runden zurückgelegt, stolze 44 sollten es werden. Die 9d war hingegen viel sportlicher als von Pfeifer angenommen und kam auf 41 Runden.

Bis zum Schuss blieb dagegen spannend, ob die Polizeischülerstaffel den Rekord ihrer Vorgänger von 53 Runden in einer Stunde knacken könnte. Etwa eine Viertelstunde vor Schluss sah es noch so aus, als ob alles gelingen könnte, dann ließen die Kräfte nach, 50 Runden lautete das Endergebnis.

Bei den erlaufenen Spenden steht das noch aus. Zwar konnte Beate Schaaf knapp 2500 Euro an Barmitteln entgegennehmen und weitere 861 Euro der Polizeischule als Scheck, wie viele der zugesagten Laufspenden aber auch überwiesen werden, werde sich erst zeigen, meinte sie. In den bisherigen acht Peter-Escher-Läufen seien jedenfalls 130 000 Euro zusammengekommen, berichtete sie.

Das Angebot, sich für eine Knochenmarkspende typisieren zu lasen, nahmen knapp 40 Erwachsene wahr. Die Organisatoren waren damit zufrieden, verwiesen auf die mehr als 1100 Spender vor wenigen Wochen in Großlehna.

Auch für die Schüler "lohnte" der Sport. Erstens hatten sie so keinen Unterricht mehr so kurz vor den Ferien, zweitens konnten die siegreichen Teams attraktive Preise aus den Händen von Peter Escher und MDR-Moderatorin Griseldis Wenner entgegennehmen. Neben diversen Pokalen und Sachpreisen erhielten zum Beispiel die Schüler-Siegerteams einen Gutschein über jeweils einen Tag Abenteuercamp samt Schatzsuche und Grillfest für die ganze Klasse am Kulkwitzer See, gespendet vom Pflegedienst Engel. Und: Die Schulen hätten dafür einen unterrichtsfreien Tag zugesagt, so Spenderin Gisela Magli.

 

 

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Drei Fragen an Peter Escher:

1. Wie viele Runden sind Sie gelaufen?

Zwölf. Im Vorjahr waren es 21, aber da hatten wir eine Stunde Zeit. Wegen der Hitze haben wir einige Läufe verkürzt, unseren auf eine halbe Stunde.

2. Sie haben die meisten Ihrer Charity-Aktionen eingestellt. Warum nicht auch den Lauf in Markranstädt?

Es wäre doch schade, wenn eine so tolle Aktion einschlafen würde. Der Lauf hat ja eine lange Tradition hier.

3. Sie haben ja auch ihre Stiftung abgegeben. Wer erhält jetzt die Spenden?

Das Ronald McDonald Haus in Leipzig. Die Organisation hilft, dass Eltern bei ihren schwerkranken Kindern in der Klinik sein und sie bei der Therapie unterstützen können. Das ist so wichtig für die Kinder. Eltern sind ein Teil des Heilungsprozesses. Aber nicht jeder wohnt kliniknah. Hier hilft das Haus.

 

 

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Julien: "Immer optimistisch bleiben"

Julien Stöckert ist 15. Der Jugendliche hat beim Peter-Escher-Lauf in diesem Jahr wieder etliche Runden absolviert. Vor ein paar Jahren noch hatte er mit Escher vom Rollstuhl aus das Startsignal gegeben, hatte sich über die Runden schieben lassen. Denn bei Julien war 2007 Leukämie festgestellt worden. Ein volles Jahr verbrachte er im Krankenhaus, kämpfte gegen den Blutkrebs, die Therapien schlugen schließlich an. Inzwischen ist er wieder gesund - und fit. "Seit zwei Jahren laufe ich wieder mit", sagte er gestern. Sein Rezept, wie er die schlimme Zeit überstanden hat: "Immer optimistisch bleiben!"

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 11.07.2013

Jörg ter Vehn

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